Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Kreislaufwirtschaft in die Dienstleistungsgesellschaft

04.07.2000


Kreislauforientierte Dienstleistungen schaffen Arbeitsplätze und stärken die Kundenbindung / Ausstellung "Kreislaufwirtschaft" in der EXPO-Stadt Wolfsburg / Von
Pionieren lernen

Kreislaufwirtschaft beginnt vor der Herstellung eines Produktes und erst recht vor der Entsorgung. Sie beginnt bei der Überlegung, einen Nutzen zu verkaufen, nicht ein Produkt. Eine solche Kreislaufwirtschaft umfasst mehr als "Mieten" oder "Leasen".

Zukunftsträchtige Beispiele der Kreislaufwirtschaft sind derzeit in Wolfsburg zu besichtigen. Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI), Karlsruhe, stellt dort im Rahmen der dezentralen Projekte der EXPO 2000 erfolgversprechende Ergebnisse der Kreislaufwirtschaft vor. Entwickelt wurden die Konzepte im Rahmen des Projektes PROKREIS vom Fraunhofer ISI zusammen mit zahlreichen Unternehmen. PROKREIS war Teil des Programms "Produktion 2000" des Bundesforschungsministeriums.

Wer beispielsweise eine Produktflotte aufbauen will oder lebenslangen Service rund um ein Produkt anbietet, muss in Vorleistung treten. Das können sich kleine und mittelständische Betriebe aus eigener Kraft häufig nicht leisten. Doch können Banken oder Leasinggesellschaften zusammen mit den Betreiberunternehmen interessante Modelle entwickeln. Fantasie und unternehmerischer Mut sind gefragt, um die enormen wirtschaftlichen Potenziale der Dienstleistungen zu bergen. Denn der gesamte Prozess darf nicht weniger Rendite bringen als der ausschließliche Produktverkauf.

Doch wenn es dem Flottenmanager gelingt, seine Produkte möglichst lange zu nutzen, spart er nicht nur Kosten, sondern er schont zugleich die Umwelt. Hinzu kommt der strategische Beitrag der Kundenbindung; Wer seine Produkte ein Leben lang begleitet, bleibt ein Leben lang Ansprechpartner für seine Kunden. Alle Formen der Kreislaufwirtschaft lassen zudem einen generellen Trend erkennen: Sie bieten Problemlösungen. Sie erhöhen damit den Nutzen für den Kunden. Ferner kann durch Kreislaufwirtschaftskonzepte das Unternehmensimage verbessert werden, was sich positiv auf das klassische Produktgeschäft auswirkt. Unternehmen gewinnen so Marktanteile.

Konzepte zur Nutzungsintensivierung und Lebensdauerverlängerung schaffen darüber hinaus Arbeitsplätze. Es wird zwar weniger produziert, dafür aber gewartet, repariert, umgerüstet, modernisiert, wiedervermarktet etc. Diese Prozesse schaffen Arbeit.

Doch stimmt diese Formel nur im Grundsatz; es gibt Einschränkungen. Die Arbeitsplätze werden tendenziell dezentral, in Kundennähe geschaffen. Wenn eine Branche sehr exportorientiert ist, kann das zur "Ausfuhr" von Arbeitsplätzen führen. Eine systematische Analyse der Bedingungen, unter denen positive Beschäftigungseffekte zu erwarten sind, steht allerdings noch aus.

Ausgewählte Beispiele der Kreislaufwirtschaft sind bis zum 31. Oktober 2000 in der Ausstellung "Kreislaufwirtschaft" im EXPO-Pavillon in Wolfsburg zu sehen (geöffnet täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr). Am 31. August 2000 findet in Wolfsburg zudem ein vom Fraunhofer ISI organisierter Workshop statt. Unter dem Titel "Ressourcenmanagement durch Nutzungsintensivierung und Lebensdauerverlängerung von Produkten" haben Unternehmen die Möglichkeit, von "Pionieren" der Kreislaufwirtschaft zu lernen.

Alle Facetten der hochwertigen Kreislaufwirtschaft sowie Anregungen zum Nachmachen und zahlreiche Beispiele sind in dem Band "Zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft" zusammengefasst (erschienen im Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart, 128,-- DM, ISBN 3-7910-1646-6). Auf 350 Seiten legen die Forscher des Fraunhofer-Instituts ISI erfolgversprechende Beispiele der Kreislaufwirtschaft verschiedener Unternehmen dar.

Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI erweitert das naturwissenschaftlich-technisch orientierte Fachspektrum der Fraunhofer-Gesellschaft um wirtschafts- und gesellschaftspolitische Aspekte. Dazu analysiert es technische Entwicklungen sowie deren Marktpotentiale und Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinär zusammengesetzten Teams des Instituts konzentrieren sich insbesondere auf die Bereiche Energie, Umwelt, Produktion, Kommunikation und Biotechnologie sowie auf die Regionalforschung und Innovationspolitik.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dipl.-Phys. Gerhard Samulat |

Weitere Berichte zu: Kreislaufwirtschaft Lebensdauerverlängerung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet - Juni 2018
20.06.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt zum zweiten Mal in Folge
28.05.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics