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Auch in Zeiten der Corona-Krise machen Investitionen Sinn

31.07.2020

Das Corona-Virus hat Aktienkurse in den Keller getrieben und Börsen weltweit in eine Abwärtsspirale gestoßen. Mit am stärksten gelitten haben Branchen wie Auto- und Reisekonzerne, das Hotel- und Gaststättengewerbe, Fluglinien sowie Pharmaunternehmen mit Zulieferern aus China. Anleger wie Wirtschaftsentscheider sind gleichermaßen verunsichert, weil die Umsätze in vielen Unternehmen in den vergangenen Monaten stark eingebrochen sind.

Die Reaktion: Kurzarbeit, Kostenreduzierung, im schlimmsten Fall sogar Entlassungen. Wirtschaftsstrategen warnen jedoch: Investitionen ersatzlos zu streichen, ist in der Regel keine gute Idee, weil dadurch die Wettbewerbsfähigkeit einer Firma gefährdet wird. Sinnvoller ist es, zunächst zu prüfen, wie sich die Einsparungen in den jeweiligen Bereichen auswirken würden.

Kluge Investitionen für die Zukunft

Dort, wo finanzielle Mittel für die weitere Entwicklung des Unternehmens unabdingbar sind, sollten sie nicht gestrichen werden. Das betrifft auch die Entlassung von Fachkräften, denn sobald die Wirtschaft wieder anzieht, wird es dem Unternehmen dann an Personal mangeln, um seine Aufträge professionell abwickeln zu können.

Budgeteinsparungen würden sich teilweise auch von selbst einstellen, weil die Teilnahme an Messen bzw. Geschäftsreisen im In- und Ausland so gut wie gar nicht stattfinden. Betriebsfeiern oder kostenintensive Firmenevents bilden ebenfalls mögliches Einsparpotenzial. Genauso kann die Marketing-Abteilung eines Unternehmens ihre Kosten kurz- bis mittelfristig reduzieren.

Wenn es um die Erfassung und Verrechnung von Wertminderungen geht, spricht man im Fachjargon auch von Abschreibungen. Damit kann ein Unternehmen weitere Summen sparen, denn bei der Anschaffung von Maschinen, Computern oder Geschäftswagen zahlen Firmen am Ende des Jahres deutlich weniger Steuern, weil alle Anschaffungen den Gewinn minimieren.

Transparenz durch Kommunikation

Wichtig ist es für eine Firma in Krisenzeiten, viel zu kommunizieren. Die Unsicherheit, die die Bedrohung durch das Corona-Virus über die Gesellschaft gebracht hat, sollte durch eine gute Gesprächskultur firmenintern verringert werden. Es ist sinnvoll, sich als Unternehmen proaktiv Gedanken zu verschiedenen Szenarien zu machen und eigene Erkenntnisse bzw. Ideen für Finanzierungsmöglichkeiten zu entwickeln. Schließlich gilt es in jedem Fall, die Liquidität des Unternehmens zu sichern, was nicht nur über Sparmaßnahmen gelingt.

Statt Ausgaben herunterzufahren, könnten sich Unternehmen dazu entschließen, das Eigenkapital zu erhöhen. Eine Option wäre es, einen externen Investor mit „ins Boot“ zu holen. Kredite durch Banken, Überbrückungsgelder vom Staat und Steuererleichterungen bzw. -senkungen sind weitere Instrumente, die Firmen während der Pandemie in ihrer Liquidität unterstützen.

Unternehmensentscheider versuchen stets alle Entwicklungen auf dem Markt zu analysieren, damit sie ihre Finanzierungen langfristig planen können. Doch in der Corona-Krise ist das nicht möglich. Es ist tatsächlich nicht einschätzbar, wie sich die wirtschaftliche Lage entwickeln wird.

Stagnation oder schneller Aufschwung

Möglicherweise erholt sich die Wirtschaft genauso schnell wie sie eingebrochen ist? Es kann jedoch auch erst einmal zu einer Phase der Stagnation kommen, bevor die Betriebe wieder ihr Vorkrisenniveau erreicht haben. Und im schlechtesten Fall wird es erst einmal gar keinen Aufschwung geben.

Für die Liquiditätsplanung sollte ein Unternehmen deshalb vorsorglich verschiedene Planungsentwürfe zur Absicherung der Finanzen in der Schublade haben. Mehr noch: sie sollten diese in regelmäßigen Zeitfenstern, z. B. alle sechs Wochen, während der Pandemie aktualisieren.

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