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Intelligente Logistikräume für mehr Sicherheit

05.10.2012
Sicherheit ist eines der Schlüsselthemen für Logistikunternehmen. Intelligente Identifikations- und Ortungssysteme sind ein Mittel, um Logistikprozesse sicherer und auch effizienter zu machen.
Am Fraunhofer IFF in Magdeburg wird an neuen Anwendungen solcher Technologien intensiv geforscht. Auf dem 29. Deutschen Logistikkongress, vom 17. bis 19. Oktober in Berlin, stellen die Wissenschaftler einige ihrer Entwicklungen vor.

Nicht nur die neuen Sicherheitsregeln im internationalen Frachtverkehr beschäftigen verstärkt Logistikdienstleister und Unternehmen. Die Sicherheit von Transporten und die Absicherung der Prozesse - Safety & Security - ist prinzipiell eines der Megathemen der Branche.
Eine Lösung ist der Einsatz neuer Methoden und Technologien zur durchgängigen Identifizierung, Steuerung und Überwachung von Transportgütern und logistischen Prozessen. Das Schaffen "intelligenter Logistikräume" nennen das die Forscher am Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg. Mit diesen lassen sich Effizienz, Sicherheit und Planbarkeit aller damit zusammenhängender Prozesse deutlich verbessern.

Identifikationstechnologien für sichere Logistikprozesse

Seit Jahren werden in Magdeburg erfolgreich neue Verfahren zur sicheren Identifikation und Ortung in Materialflussprozessen entwickelt. Professor Michael Schenk, Leiter des Fraunhofer IFF, sieht in ihnen einen wichtigen Baustein für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit von produzierenden Unternehmen und Logistikdienstleistern: »Wollen Unternehmen in der Industrie und der Logistik auch künftig konkurrenzfähig bleiben, kommen Sie um den noch tieferen Einsatz technischer Unterstützungssysteme auf der Basis von Telematik sowie optischen und funktechnischen Sensoren nur schwer herum«, so der Logistikexperte.
»Mit ihnen lassen sich Supply Chain- und Lagermanagement und auch komplexe internationale Distributionsprozesse besser absichern und vor allem wesentlich effizienter gestalten. Es gilt jedoch, solche Systeme sinnvoll, d.h. immer anwendungsbezogen einzusetzen und auch miteinander zu vernetzen. Für ihren durchgängigen Einsatz erarbeiten wir deswegen neue Lösungen, um damit sowohl die Kooperation der unterschiedlichen Partnern zu erleichtern als auch die Prozesse an sich einfacher integrierbar und preiswerter zu machen.«

Management von Freilagern

Wie solche Lösungen aussehen können, zeigen die Forscher auf dem 19. Deutschen Logistik-Kongress in Berlin, vom 17. bis 19.10.2012. Hier stellen Sie unter anderem GPS- und RFID-gestützte Lagermanagement-Systeme für in- und outdoor-Bereiche vor, wie sie etwa beim Windkraftanlagenhersteller Enercon für komplette Werksstandorte im Einsatz sind.
Eine andere Entwicklung, die sich ebenfalls bereits hervorragend in der Praxis bewährt, sind neue RFID-Gates zur sicheren Pulkerfassung von ganzen, mit RFID-Transpondern versehenen Warenladungen. Die neuen, variabel einsetzbaren Gates lesen die Informationen auch bei unbekannter Transponderlage in größeren Sendungen sicher aus. Auch das Life-Cycle-Management von Maschinen und Ausrüstungen wird mit innovativen RFID-Systemen in der industriellen Praxis deutlich vereinfacht. Per Handheld lassen sich der Zustand der jeweiligen Objekte und alle weiteren relevanten Informationen jederzeit abrufen und digital zum Beispiel in die Instandhaltungsprozesse einbinden.

Füllstandsüberwachung

Neben solchen Funk-Systemen setzen die Entwickler auch auf innovative bildbasierte Verfahren. In der sogenannten »Virtuellen Draufsicht« kombinieren optische Systeme aus mehreren verteilten Kameras deren Bilder von großen, unübersichtlichen Bereichen wie Hafenanlagen oder Flughäfen und verbessern so, etwa im Rahmen des ISPS-Codes, deren Sicherheits- oder das Lager- und Flächenmanagement.
Auch Tiefenbildsensoren werden als heute bereits kostengünstige Technik eingesetzt. In Transportfahrzeugen oder Lagerhallen erfassen sie in 3D die Objektkonturen von abgestellten Waren und Teilen. Das ermöglicht die automatisierte Messung von Füllständen und damit die einfache Berechnung von freien Lagerkapazitäten.

Vor allem in der intelligenten, aufgabenbezogenen Kombination verschiedener Verfahren sehen die Magdeburger Forscher großes Potenzial. Durchgehend in Logistikketten integriert, lassen sich die unterschiedlichen Gegebenheiten der jeweiligen Prozessstufen hervorragend abdecken. Damit schaffen sie mehr Sicherheit und helfen deutlich Zeit und Kostenaufwände einzusparen.

(29. Deutscher Logistik-Kongress, 17. bis 19. Oktober 2012, Hotel InterContinental, Budapester Str. 2, 10787 Berlin, Stand des Fraunhofer IFF: Saal Potsdam II, P/24).

René Maresch | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.iff.fraunhofer.de/

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