Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

23 Millionen Euro für den Campus Forschungsflughafen in Braunschweig - Neue Technologien für das "bürgernahe Flugzeug"

08.07.2008
Der Braunschweiger Forschungsflughafen wird sich zu einem "Campus Forschungsflughafen" mit internationaler Ausstrahlung mausern. Das sehen Pläne der Technischen Universität Braunschweig vor, die bereits im nächsten Jahr umgesetzt werden sollen.

An die 23 Millionen Euro werden Bund und Land in einen neuen Forschungsbau mit Versuchshalle, Treibwerksprüfstand und Bürogebäuden investieren. An der Entwicklung des "bürgernahen Flugzeugs" die dort vorangetrieben werden soll, ist auch die Industrie interessiert. Der Wissenschaftsrat bescheinigte soeben dem Vorhaben exzellente Perspektiven.

Zusätzlich zum Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik sollen am Forschungsflughafen in naher Zukunft Institute der Luft- und Raumfahrttechnik konzentriert und ausgebaut werden. Unter allen Forschungsbauvorhaben bundesweit hat dieses Projekt zweithöchste Bewertung erhalten. Das hat der Wissenschaftsrat, das höchste deutsche Beratungsgremium des Bundes und der Länder, soeben im Rahmen seiner Plenarsitzung beschlossen. Damit gilt als sehr wahrscheinlich, dass das mit insgesamt knapp 23 Millionen Euro veranschlagte Bauprojekt vom kommenden Jahr an umgesetzt wird. Über die endgültige Aufnahme in die Förderung wird die Bund-Länder-Kommission voraussichtlich am 27. Oktober entscheiden.

Luftfahrt- und Fahrzeugtechnik ziehen wissenschaftlichen Nachwuchs an

Sechs TU-Institute der Luft- und Raumfahrttechnik und vier luftfahrttechnische Institute des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt sollen künftig Seite an Seite arbeiten und Synergieeffekte schaffen. Zusätzlich wollen die Partner weitere Einrichtungen aus Braunschweig und der Leibnitz-Universität Hannover einbinden. Der neue Campus wird somit auch ein wichtiger Beitrag zur Vernetzung innerhalb der Niedersächsischen Technischen Hochschule (NTH). "Mobilität und Verkehr ist eines unserer fünf strategischen Forschungsfelder", erläutert TU-Präsident Prof. Jürgen Hesselbach. "Der neue Campus und das Niedersächsische Forschungszentrum Fahrzeugtechnik ergänzen sich hervorragend."

"Der Forschungsbau ist für die TU Braunschweig von sehr großer Bedeutung, da
Braunschweig und Niedersachsen mit dem Campus Forschungsflughafen national
und europäisch unübersehbar an Profil gewinnen. Aufgrund des Forschungsbaus
wird die wissenschaftliche Zusammenarbeit der Institute der TU Braunschweig mit ihren Partnern deutlich gestärkt und die Arbeitsmöglichkeiten für den wissenschaftlichen Nachwuchs entscheidend verbessert", kommentierte der Wissenschaftsrat in seiner Stellungnahme.

Das "bürgernahe Flugzeug" steht im Zentrum der Forschung

Der Hintergrund: Immer mehr Menschen wollen fliegen, zunehmend auch auf kurzen Strecken. Die Verkehrsdichte auf den Flughäfen der Welt steigt daher jährlich. Für den Ausbau der Flughäfen stehen aber gleichzeitig immer weniger Flächen zur Verfügung. Anwohner reagieren empfindlich auf den Lärm der startenden und landenden Maschinen, und hohe Energiepreise sowie die Auswirkungen auf die Umwelt führen zu weiterem Druck auf die Luftfahrtindustrie. Wie kann das "bürgernahe Flugzeug" der Zukunft aussehen? Braunschweiger Wissenschaftler arbeiten an innovativen Lösungen. Ihr Konzept sieht Maschinen vor, die sicherer, leiser und umweltverträglicher als alle bisher eingesetzten Flieger sind: Sie bestehen zu großen Teilen aus Hochleistungswerkstoffen und intelligenten Leichtbaustrukturen. Sie navigieren so weit wie möglich autonom und orientieren sich innerhalb eines automatisierten Luftverkehrssystems. Und sie können auf kürzeren Bahnen starten und landen als bisher und auch geringe bis mittlere Passagierzahlen flexibler von einer Metropole zur anderen befördern.

Dimensionen von global bis regional

"Wir wollen mit dem 'bürgernahen Flugzeug' ein neues und zukunftsträchtiges Marktsegment erschließen. Der europäischen Luftfahrtindustrie kann dies einen wichtigen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Mitbewerbern verschaffen", erläutert Prof. Rolf Radespiel, Institut für Strömungsmechanik der TU Braunschweig, der den Bauantrag initiiert und koordiniert hat. Entsprechend hoch ist das Interesse der Industrie: Konzerne wie Airbus, Lufthansa, MTU, Liebherr und Rolls Royce sind als Partner mit im Boot.

Aufgrund der sehr guten Perspektiven für die regionale Wirtschaftsentwicklung am Flughafen fördert auch die Stadt Braunschweig das Vorhaben. Sie hat angekündigt, der TU Braunschweig das erforderliche Grundstück von 6.000 Quadratmetern durch Übertragung des Erbbaurechts kostenfrei zu überlassen.

Kontakt:
Prof. Dr. Rolf Radespiel
Institut für Strömungsmechanik
Technische Universität Braunschweig
www.tu-braunschweig.de/ism
Tel. +49 531 391 2970
E-Mail: r.radespiel@tu-braunschweig.de

Ulrike Rolf | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-braunschweig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Neue Akteure, Standardisierung und Digitalisierung für mehr Güterverkehr auf der Schiene
16.07.2018 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Ohne Fahrer zum Flieger: Festigkeitsnachweis für neuartiges Personentransportsystem erstellt
11.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

17.07.2018 | Physik Astronomie

Künstliche neuronale Netze helfen, das Gehirn zu kartieren

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weltgrößte genetische Studie zu allergischem Schnupfen

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics