Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Remote-Laserschneiden von Feinblechen mit hochbrillanten Strahlquellen

02.03.2010
Das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT stellt auf der Hannover Messe 2010 ein flexibles Anlagenkonzept für Laserprozesse zum Schneiden, Schweißen, Strukturieren oder Beschriften vor. Aufgrund der hohen Flexibilität hinsichtlich der Bauteilgeometrie eignet es sich insbesondere für die Herstellung von Prototypen und Kleinserien.

Auf Stand E16 in Halle 6 der diesjährigen Hannover-Messe (MicroNanoTec, 19. - 23. April 2010) präsentiert das Fraunhofer ILT eine Laser-Anlage zum Remote-Feinschneiden. In Live-Vorführungen demonstrieren die Aachener Forscher vor Ort, wie die Anlage sekundenschnell Stahlbleche mit einer Dicke von 0,2 mm schneidet.

Ausgerüstet mit einem 1 kW singlemode Faserlaser und einem Spiegelscanner ermöglicht diese Anlage die Bearbeitung von Bauteilen im Millimeter-Bereich mit Taktzeiten von wenigen 100 ms. Ermöglicht wird diese kurze Prozesszeit durch den Verzicht auf mechanische Bewegungsachsen. Die Strahlbewegung erfolgt durch Spiegel mit hochdynamischen Galvanometer-Antrieben. Mit geeigneten optischen Systemen werden Schnittfugen von 20 µm erreicht, so dass auch Präzisionsteile wie beispielsweise Stator-Bleche für Elektromotoren mit hoher Geschwindigkeit und Genauigkeit bearbeitet werden können.

Kostenvorteil und Flexibilität für Kleinserien

Besonders für die Herstellung von Prototypen und für Kleinserien ist das Remote-Laserstrahl-Feinschneiden wirtschaftlich interessant, denn es bietet gegenüber konventionellen Verfahren wie dem Fräsen oder Stanzen eine größtmögliche Flexibilität und Gestaltungsfreiheit hinsichtlich der Bauteilgeometrie. Aufwändige Werkzeugänderungen sind nicht erforderlich.

Dies wird am Beispiel von kombinierten Stanz-Biege-Prozessen deutlich. Für diese ist zunächst eine iterative Abstimmung der Stanzgeometrie auf den Biegeprozess notwendig. Bei gängigen Herstellungsverfahren verursacht die Fertigung und Anpassung der Stanzwerkzeuge hohe Kosten und lange Wartezeiten. Das Remote-Laserschneiden bietet hier den Vorteil, dass sich die Bauteilgeometrie innerhalb kürzester Zeit und praktisch ohne Aufwand optimieren lässt, bis die gewünschte Form erreicht ist. Im Gegensatz zu konventionellen Stanzanlagen ist die Laseranlage sofort einsatzbereit, lange Vorlaufzeiten entfallen. So ermöglicht das Remote-Laserschneiden die Verkürzung der Entwicklungszeiten und die Flexibilisierung der Prozesse bei gleichzeitiger Kostenoptimierung.

Über eine Kombination vordefinierter Module sind die Aachener Forscher in der Lage, eine auf den jeweiligen Prozess abgestimmte Anlage aufzubauen. Dazu wird ein geeignetes optisches System mit passender Laserstrahlquelle in ein Maschinengehäuse integriert und gegebenenfalls um zusätzliche Sensorik oder eine Spannvorrichtung ergänzt.

Die Anlage lässt sich zum Beschriften, Kunststoffschweißen, Mikrostrukturieren, Remote-Laserschneiden und Metallschweißen einsetzen.

Ansprechpartner im Fraunhofer ILT
Für Fragen stehen Ihnen unsere Experten zur Verfügung:
Dr.-Ing. Jens Holtkamp
Kompetenzfeld Abtragen und Fügen
Telefon +49 241 8906-273
jens.holtkamp@ilt.fraunhofer.de
Dr.-Ing. Arnold Gillner
Leiter Kompetenzfeld Abtragen und Fügen
Telefon +49 241 8906-148
arnold.gillner@ilt.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT
Steinbachstraße 15
52074 Aachen
Tel. +49 241 8906-0
Fax. +49 241 8906-121

Axel Bauer | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ilt.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten
18.07.2018 | BIAS - Bremer Institut für angewandte Strahltechnik GmbH

nachricht Neues Verfahren verbessert Haltbarkeit der Beschichtung auf Werkzeugen
12.07.2018 | Technologie Lizenz-Büro (TLB) der Baden-Württembergischen Hochschulen GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics