Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Technologie erweitert Möglichkeiten beim Edelmetall-Recycling

19.08.2011
  • Strategische Partnerschaft von Heraeus mit PhosphonicS
  • Neue Adsorptionstechnologie zur effizienten Edelmetallrückgewinnung aus gering konzentrierten Abfällen

Edelmetalle wie Platin oder Rhodium sind sehr wertvoll, aber auch sehr selten. Daher gewinnt das Recycling dieser Edelmetalle aus verschiedensten Industrieanwendungen zunehmend an Bedeutung. In der chemischen Industrie beispielsweise fallen bei zahlreichen katalytischen Prozessen große Mengen flüssiger Rückstände an, die Edelmetallkatalysatoren in geringer Konzentration gelöst enthalten.


Das Bild zeigt von vorn nach hinten den Scavenger vor der Beladung mit Edelmetall – dann die rot-orange Probe des mit Rhodium beladenen Scavengers, dahinter die Reste des edelmetallfreien Scavengers, nachdem das Edelmetall im Heraeus Recyclingprozess wieder abgelöst wurde – sowie die dann gewonnene rhodiumhaltige Lösung, aus der direkt wieder das Metall gewonnen werden kann. (Foto: Heraeus)

Das neue Adsorptionsverfahren (Scavenger-Technologie), das in Kooperation mit der englischen Firma PhosphonicS angeboten wird, ermöglicht es Heraeus nun auch gering konzentrierte, edelmetallhaltige Abfalllösungen effizient aufzuarbeiten. Bislang konnten diese kaum oder nicht wirtschaftlich recycelt werden.

„Die strategische Partnerschaft ist für uns ein weiterer Baustein, um das Angebot für unsere Kunden im Edelmetall-Recycling auszubauen“, sagt Dr. Joachim Kralik, Leiter der chemischen Verfahrensentwicklung Recycling des Geschäftsbereichs Edelmetalle bei Heraeus. Heraeus bringt in diese Partnerschaft sein breites Edelmetall-Know-how und die langjährige Erfahrung im Recycling von edelmetallhaltigen Materialien – insbesondere bei Industriekatalysatoren – ein. Die Kooperation ermöglicht es Kunden von Heraeus aus der Pharma-, Groß- und Spezialitätenchemie, Prozesse sowohl ökologisch wie auch ökonomisch weiter zu optimieren.

Zusammen mit PhosphonicS bietet Heraeus eine breite Palette einer neuen Generation von selektiven und effizienten Adsorptionsmitteln – so genannten Scavengern – zur Entfernung und Rückgewinnung von Edelmetallen aus chemischen Produkt oder Abfalllösungen an. Da dies selbst bei Edelmetall-Ausgangsgehalten der Prozesslösungen im einstelligen ppm-Bereich (ppm = parts per million) möglich ist, bleiben nun auch geringste Edelmetallmengen ressourcenschonend dem Edelmetall-Kreislauf erhalten und können umweltschonend wiederverwertet werden.

Neue Adsorptionstechnologie wirkt wie ein „chemischer Magnet“

Das Scavenger-Verfahren ermöglicht die effiziente Aufarbeitung selbst von extrem gering konzentrierten edelmetallhaltigen Abfalllösungen. „Bei dem Verfahren ziehen wir gewissermaßen wie mit einem „chemischen Magneten“ die fein verteilten edelmetallhaltigen Rückstände aus der Lösung. Dabei wird das Edelmetall auf der Oberfläche des Adsorptionsmittels gebunden. Anschließend können wir das Material mit dem wertvollen Inhalt durch nasschemische Prozesse so aufbereiten, dass am Ende wieder das reine Edelmetall vorliegt“, erklärt Dr. Kralik vereinfacht das Prinzip.

Grundsätzlich lässt sich das Scavenger-Verfahren auf alle Edelmetalle anwenden. Bei stark verdünnten organischen Platin und Rhodiumlösungen aus homogenkatalytischen Prozessen der chemischen Industrie konnte diese Technologie auch bereits erfolgreich eingesetzt werden. Rhodium wird zwar überwiegend in der Automobilindustrie für Abgas-Katalysatoren benötigt, findet aufgrund seiner herausragenden katalytischen Eigenschaften ebenso in der chemischen Industrie breite Anwendung. Homogenkatalytische Prozesse mit Rhodium spielen dabei eine wichtige Rolle bei der Herstellung von Spezialchemikalien (Weichmacher, Essigsäure, Essigsäureanhydrid, Pharmawirkstoffe). Platinkatalysatoren sind in der Silikonherstellung von Bedeutung.

Hintergrund: Edelmetalle – selten und wertvoll

Pro Jahr werden mehr als 20.000 Tonnen Silber und nur ca. 2400 Tonnen Gold gefördert. Platinmetalle sind noch seltener: Zusammen rund 500 Tonnen dieser Metalle werden weltweit ausgebracht. Die Menge des jährlich gewonnenen Platins, rund 200 Tonnen, ließe sich bequem in einer Garage unterbringen. Die Jahresfördermenge von rund 25 Tonnen des in der Automobilindustrie und Teilen der chemischen Industrie unverzichtbaren Rhodiums würde gar unter einen Schreibtisch passen. Bei der Aufarbeitung der eher unbekannten, aber in vielen täglichen Anwendungen steckenden Platingruppenmetalle – dazu gehören neben Platin auch Palladium, Rhodium, Ruthenium und Iridium - hat sich Heraeus eine Sonderstellung erarbeitet. Ein geschlossener Edelmetallkreislauf schont Ressourcen und trägt zum Umweltschutz bei. Auch aufgrund der stetig steigenden Nachfrage an Edelmetallen kann der Bedarf allein über die Gewinnung aus Erz durch die Minen schon lange nicht mehr gedeckt werden, Recycling ist somit von essentieller Bedeutung.

PhosphonicS ist ein englisches Unternehmen (Hauptsitz in Abingdon bei Oxford) mit Fokus auf der Entwicklung von Trägermaterialien, die durch eine entsprechende Funktionalisierung zur Reinigung, Trennung und Katalyse in chemischen und industriellen Prozessen eingesetzt werden können. In der Herstellung von Feinchemikalien und Pharmazeutika finden die Produkte von PhosphonicS Anwendung, sowohl als neuartige heterogene Katalysatoren wie auch als neuartige Metall und Organo-Scavenger

Der Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus mit Sitz in Hanau ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen mit einer 160-jährigen Tradition. Unsere Kompetenzfelder umfassen die Bereiche Edelmetalle, Materialien und Technologien, Sensoren, Biomaterialien und Medizinprodukte, Dentalprodukte sowie Quarzglas und Speziallichtquellen. Mit einem Produktumsatz von 4,1 Mrd. € und einem Edelmetallhandelsumsatz von 17,9 Mrd. € sowie weltweit über 12 900 Mitarbeitern in mehr als 120 Gesellschaften hat Heraeus eine führende Position auf seinen globalen Absatzmärkten.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Jörg Wetterau
Konzernkommunikation
Leiter Technologiepresse & Innovation
Heraeus Holding GmbH
Heraeusstr. 12-14
63450 Hanau
T +49 (0) 6181.35-5706
F +49(0) 6181.35-4242
joerg.wetterau@heraeus.com

Dr. Jörg Wetterau | Heraeus Holding GmbH
Weitere Informationen:
http://www.heraeus.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Neues, umweltschonendes Laserbeschichtungsverfahren senkt Herstellungskosten elektrischer Kontakte
21.09.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Mit Polyphosphat gegen die Plastikberge in den Weltmeeren
03.09.2018 | Fachhochschule Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weichenstellung für Axonverzweigungen

Unser Gehirn ist ein komplexes Netzwerk aus unzähligen verknüpften Nervenzellen. Diese haben lange verzweigte Fortsätze, sogenannte Axone, um die Anzahl der möglichen Interaktionen zu erhöhen. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus Portugal und Frankreich untersuchten Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie (MPIB) die Prozesse, die zu solch Zellverzweigungen führen. Sie fanden einen neuartigen Mechanismus, der die Verzweigung von Mikrotubuli, einem mechanischen Stabilisierungssystems in den Zellen, und somit der Axone auslöst. Wie die Forscher in Nature Cell Biology berichten, spielt die neu entdeckte Mikrotubuli-Dynamik eine Schlüsselrolle bei der neuronalen Entwicklung.

Von den Zweigen eines Baums bis hin zur Eisenbahnweiche – unsere Umwelt ist voller starrer verzweigter Objekte. Sie sind so allgegenwärtig in unserem Leben,...

Im Focus: Working the switches for axon branching

Our brain is a complex network with innumerable connections between cells. Neuronal cells have long thin extensions, so-called axons, which are branched to increase the number of interactions. Researchers at the Max Planck Institute of Biochemistry (MPIB) have collaborated with researchers from Portugal and France to study cellular branching processes. They demonstrated a novel mechanism that induces branching of microtubules, an intracellular support system. The newly discovered dynamics of microtubules has a key role in neuronal development. The results were recently published in the journal Nature Cell Biology.

From the twigs of trees to railroad switches – our environment teems with rigid branched objects. These objects are so omnipresent in our lives, we barely...

Im Focus: Kupfer-Aluminium-Superatom

Äußerlich sieht der Cluster aus 55 Kupfer- und Aluminiumatomen aus wie ein Kristall, chemisch hat er jedoch die Eigenschaften eines Atoms. Das hetero-metallische Superatom, das Chemikerinnen und Chemiker der Technischen Universität München (TUM) hergestellt haben, schafft die Voraussetzung für die Entwicklung neuer, kostengünstiger Katalysatoren.

Chemie kann teuer sein. Zum Reinigen von Abgasen beispielsweise benutzt man Platin. Das Edelmetall dient als Katalysator, der chemische Reaktionen...

Im Focus: Hygiene im Handumdrehen – mit neuem Netzwerk „CleanHand“

Das Fraunhofer FEP beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Entwicklung von Prozessen und Anlagen zur Reinigung, Sterilisation und Oberflächenmodifizierung. Zur Bündelung der Kompetenzen vieler Partner wurde im Mai 2018 das Netzwerk „CleanHand“ zur Entwicklung von Systemen und Technologien für saubere Oberflächen, Materialien und Gegenstände ins Leben gerufen. Als Partner von „CleanHand“ präsentiert das Fraunhofer FEP im Rahmen der Messe parts2clean, vom 23.-25. Oktober 2018, in Stuttgart, am Stand der Fraunhofer-Allianz Reinigungstechnik (Halle 5, Stand C31), das Netzwerk sowie aktuelle Forschungsschwerpunkte des Institutes im Bereich Hygiene und Reinigung.

Besonders um die Hauptreisezeiten gehen vermehrt Testberichte und Studien über die Reinheit von europäischen Raststätten, Hotelbetten und Freibädern durch die...

Im Focus: Hygiene at your fingertips with the new CleanHand Network

The Fraunhofer FEP has been involved in developing processes and equipment for cleaning, sterilization, and surface modification for decades. The CleanHand Network for development of systems and technologies to clean surfaces, materials, and objects was established in May 2018 to bundle the expertise of many partnering organizations. As a partner in the CleanHand Network, Fraunhofer FEP will present the Network and current research topics of the Institute in the field of hygiene and cleaning at the parts2clean trade fair, October 23-25, 2018 in Stuttgart, at the booth of the Fraunhofer Cleaning Technology Alliance (Hall 5, Booth C31).

Test reports and studies on the cleanliness of European motorway rest areas, hotel beds, and outdoor pools increasingly appear in the press, especially during...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fachkonferenz "Automatisiertes und autonomes Fahren"

25.09.2018 | Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Intelligentes Order Management in einer einzigen Software

26.09.2018 | Informationstechnologie

Weichenstellung für Axonverzweigungen

26.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Biosolarzelle produziert Wasserstoff

26.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics