Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tiefenprüfung bis zur letzten Schraube

18.07.2000


... mehr zu:
»Getriebe »Schraube
Tiefenprüfung bis zur letzten Schraube
Maschinenbauer testen stufenloses Getriebe der Nissan-Modelle "Gloria" und "Cedric"

Die Professur Maschinenelemente der TU Chemnitz untersucht gegenwärtig im Auftrag der Forschungsvereinigung Antriebstechnik und des Verbandes der Automobilindustrie den Wirkungsgrad und die Lebensdauer des stufenlose Getriebe der neuen Nissan-Oberklasse-Modelle "Gloria" und "Cedric". "Beide Fahrzeugtypen des japanischen Automobilkonzerns werden gegenwärtig für den Verkaufsstart in Europa vorbereitet", berichtet der Leiter des Forschungsteams Prof. Dr. Peter Tenberge. Außerdem sollen die Chemnitzer Maschinenbauer das japanische Getriebe mit dem Getriebe des einzigen Wettbewerbers auf dem Weltmarkt, der Firma Torotrak/Großbritannien, vergleichen. Die TU Chemnitz erhält dafür zusammen mit der Zahnradfabrik Friedrichshafen einen Nissan "Gloria" sowie drei weitere Getriebe, um das Auto umfassend zu testen und um die Getriebe bis zur letzten Schraube zu zerlegen und zu analysieren.

In dem neuartigen Getriebe der Nissan-Fahrzeuge wird eine hohe Motorleistung (280 PS bei einem maximalen Drehmoment von 370 Newtonmeter) nicht über Zahnräder formschlüssig in mehreren Gängen übertragen , sondern stufenlos über Reibung. "Dazu hat das Getriebe einen sogenannten Toroidvariator. Dieser besteht aus glatten, geschliffenen Stahlscheiben auf der Antriebs- und Abtriebswelle mit einer bestimmten Form, die zusammen einen Torusraum bilden", erklärt Prof. Tenberge. Zwischen diesen Torusscheiben sitzen Zwischenrollen, deren Laufradien auf den Torusscheiben eingestellt werden können. Durch die Vorspannvorrichtung werden die Scheiben und Rollen extrem stark gegeneinander gepresst. Der Druck, der dabei entsteht, entspricht dem Druck eines 40 Tonnen-Lastkraftwagen auf einer Briefmarke. Bei dieser hohen Kontaktbelastung reichen selbst die geringen Reibungszahlen von 0,05 in geschmierten Kontakt der Stahlscheiben aus, um hohe Drehmomente zu übertragen. Für ein Motordrehmoment von 400 Newtonmetern sind jedoch vier solcher Zwischenrollen im Gesamtgetriebe erforderlich.

Zur Diskussion der bisherigen Untersuchungsergebnisse mit der deutschen Autoindustrie besuchte Dr. Hisashi Machida, Vizepräsident des an der Entwicklung dieses Nissan-Getriebes beteiligten japanischen Wälzlagerhersteller NSK, unlängst die TU Chemnitz. Hier konnten sich Vertreter der Automobilindustrie und Wissenschaftler in einem Nissan Gloria von den hervorragenden Eigenschaften des Getriebes überzeugen. Dr. Machida wurde von einem Fernsehteam des japanischen Fernsehens begleitet, das derzeit eine Reportage über diese neue Technologie vorbereitet. "Die Japaner waren wieder einmal schneller als alle anderen und versuchen jetzt natürlich, diese Technik auch in Europa zu vermarkten. Was die Japaner früher mit unserer
Technologie gemacht haben, müssen wir heute mit der japanischen machen, um nicht den Anschluss zu verlieren", meint Prof. Tenberge.

Weitere Informationen erteilt Prof. Peter Tenberge, Tel. (03 71) 5 31 - 12 44, peter.tenberge@mbv.tu-chemnitz.de

Hinweis für die Medien: Im Versuchsfeld der Professur Maschinenelemente, in dem das neue Nissan-Automatikgetriebe untersucht wird, haben Sie am 20. Juli 2000 um 10.00 Uhr Gelegenheit für Film- und Fotoaufnahmen. Außerdem können Sie Aufnahmen vom neuen Oberklasse-Modell Nissan "Gloria" anfertigen. Das Versuchsfeld befindet sich im Uni-Teil Straße der Nationen 62, Raum 010, Zugang über den Innenhof (nach der Hofzufahrt erster Eingang auf der linken Seite).

Dipl.-Ing. Mario Steinebach |

Weitere Berichte zu: Getriebe Schraube

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden
06.08.2020 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neue NMR-Methode ermöglicht Beobachtung chemischer Reaktionen in Metallbehältnissen
16.07.2020 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

Eine entscheidende Ergänzung zum Stanzen von Kontakten erarbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT. Die Aachener haben im Rahmen des EFRE-Forschungsprojekts ScanCut zusammen mit Industriepartnern aus Nordrhein-Westfalen ein hybrides Fertigungsverfahren zum Laserschneiden von dünnwandigen Metallbändern entwickelt, wodurch auch winzige Details von Kontaktteilen umweltfreundlich, hochpräzise und effizient gefertigt werden können.

Sie sind unscheinbar und winzig, trotzdem steht und fällt der Einsatz eines modernen Fahrzeugs mit ihnen: Die Rede ist von mehreren Tausend Steckverbindern im...

Im Focus: ScanCut project completed: laser cutting enables more intricate plug connector designs

Scientists at the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT have come up with a striking new addition to contact stamping technologies in the ERDF research project ScanCut. In collaboration with industry partners from North Rhine-Westphalia, the Aachen-based team of researchers developed a hybrid manufacturing process for the laser cutting of thin-walled metal strips. This new process makes it possible to fabricate even the tiniest details of contact parts in an eco-friendly, high-precision and efficient manner.

Plug connectors are tiny and, at first glance, unremarkable – yet modern vehicles would be unable to function without them. Several thousand plug connectors...

Im Focus: Elektrogesponnene Vliese mit gerichteten Fasern für die Sehnen- und Bänderrekostruktion

Sportunfälle und der demografische Wandel sorgen für eine gesteigerte Nachfrage an neuen Möglichkeiten zur Regeneration von Bändern und Sehnen. Eine Kooperation aus italienischen und deutschen Wissenschaftler*innen forschen gemeinsam an neuen Materialien, um dieser Nachfrage gerecht zu werden.

Dem Team ist es gelungen elektrogesponnene Vliese mit hochgerichteten Fasern zu generieren, die eine geeignete Basis für Ersatzmaterialien für Sehnen und...

Im Focus: New Strategy Against Osteoporosis

An international research team has found a new approach that may be able to reduce bone loss in osteoporosis and maintain bone health.

Osteoporosis is the most common age-related bone disease which affects hundreds of millions of individuals worldwide. It is estimated that one in three women...

Im Focus: Neue Strategie gegen Osteoporose

Ein internationales Forschungsteam hat einen neuen Ansatzpunkt gefunden, über den man möglicherweise den Knochenabbau bei Osteoporose verringern und die Knochengesundheit erhalten kann.

Die Osteoporose ist die häufigste altersbedingte Knochenkrankheit. Weltweit sind hunderte Millionen Menschen davon betroffen. Es wird geschätzt, dass eine von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovationstage 2020 – digital

06.08.2020 | Veranstaltungen

Innovationen der Luftfracht: 5. Air Cargo Conference real und digital

04.08.2020 | Veranstaltungen

T-Shirts aus Holz, Möbel aus Popcorn – wie nachwachsende Rohstoffe fossile Ressourcen ersetzen können

30.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der Türsteher im Gehirn

06.08.2020 | Biowissenschaften Chemie

Kognitive Energiesysteme: Neues Kompetenzzentrum sucht Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft

06.08.2020 | Energie und Elektrotechnik

Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

06.08.2020 | Verfahrenstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics