Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Robotik: Hochdynamische Parallelstrukturen mit adaptronischen Komponenten

02.05.2005


Parallelroboter sind Roboter, die über mehrere gleichzeitig angetriebene Gelenkketten eine gemeinsame Arbeitsplattform bewegen, um z.B. Handhabungsobjekte zu positionieren oder Werkstücke zu bearbeiten. Im Vergleich zu herkömmlichen (seriellen) Roboter-Systemen, die z.B. unter dem Begriff "Knickarm-Roboter" bekannt sind, können sie die damit verbundene Positionierung und Orientierung prinzipiell erheblich schneller und präziser durchführen. Damit diese Technologie auf breiter Basis zur industriellen Anwendung gelangen kann, arbeiten hoch spezialisierte Forscher und Entwickler auf allen Kontinenten daran, die komplexen Grundlagen und Komponenten zu optimieren. Die internationalen Größen auf diesem Gebiet treffen sich am 10. und 11. Mai 2005 zum zweiten Kolloquium des Sonderforschungsbereichs 562 "Robotersysteme für Handhabung und Montage" an der Technischen Universität Braunschweig. Insgesamt etwa 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter Fachvertreter aus Frankreich, Italien, Kanada, Schweden und der Schweiz, werden zu dem Kolloquium erwartet.



Eine der größten Herausforderungen ist es, trotz höherer Verfahr-Geschwindigkeiten der Roboter, die Präzision beim Positionieren weiter zu erhöhen. Da die erreichbare Präzision bei Verwendung konventioneller Struktur-Materialien weitgehend ausgereizt ist, arbeiten die Forscher in Braunschweig mit dem Einsatz von "intelligenten" Struktur-Materialien: Hightech-Materialien werden in die Bauelemente integriert und gleichzeitig mit Sensoren und Aktoren gekoppelt. Solche adaptronischen Systeme, die lange Zeit vorwiegend für Anwendungen in der Luft- und Raumfahrttechnik entwickelt wurden, können beispielsweise gleichsam "auf Kommando" Schwingungen ausgleichen und damit die Präzision erhöhen.



Die für die Beherrschung der mechanischen Struktur solcher Parallel-Roboter notwendige Steuerungs-Software stellt eine weitere Herausforderung dar. Zu jedem fein gerasterten Zeitpunkt müssen allen System-Elementen (Sensoren, Aktoren, Antriebe, Struktur-Elemente) die für die jeweilige Aufgabe notwendigen Daten zugeführt werden. Dazu bedarf es der Entwicklung und Anwendung neuartiger Software-Architekturen.

Die Entwicklung von Parallelrobotern erfordert die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen, wie Informatik und Softwareentwicklung, Regelungstechnik, Strukturmechanik, Materialkunde, Mikrotechnik und Messtechnik. Entsprechend setzt sich das Forscherteam des SFB 562 aus Ingenieuren der Fachrichtungen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik der TU Braunschweig sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammen.

Robotic Systems for Handling and Assembly - High Dynamic Parallel Structures with Adaptronic Components - 2nd Colloquium of the Collaborative Research Center 562

10. bis 11. Mai 2005 im
Informatikzentrum der Technischen Universität Braunschweig
Mühlenpfordtstraße 23
38106 Braunschweig

Nähere Informationen:
Dipl.-Ing. Philipp Last
Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik (IWF)
Technische Universität Braunschweig
Langer Kamp 19b
38106 Braunschweig
Telefon: (0531) 391-8142
E-Mail: p.last@tu-braunschweig.de / sfb562@tu-braunschweig.de

Über den Sonderforschungsbereich 562 "Robotersysteme für Handhabung und Montage"

Ziel des Sonderforschungsbereichs ist die Erarbeitung von methoden- und komponentenbezogenen Grundlagen für die Entwicklung von Robotersystemen auf der Basis geschlossener kinematischer Ketten (Parallelroboter). Damit soll das strukturelle Potenzial dieser Roboter besser erschlossen werden. Der SFB, in dem auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik seine Kompetenz im Bereich Adaptronik einfließen lässt, wurde im Jahr 2000 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der TU Braunschweig eingerichtet. Sprecher ist Prof. Dr.-Ing. Friedrich M. Wahl vom Institut für Robotik und Prozessinformatik (iRP) der Technischen Universität Braunschweig.

Adaptronik an der Technischen Universität Braunschweig

Mit dem Thema "Adaptronik für Werkzeugmaschinen" befasst sich seit 2002 ein Schwerpunktprogramms der DFG. Beteiligt sind fünf Institute des Werkzeugmaschinenbaus an deutschen Universitäten sowie das Institut für Strukturmechanik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig. Die Sprecherrolle hat das Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik (IWF) der Technischen Universität Braunschweig unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Jürgen Hesselbach.

Dr. Eisabeth Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-braunschweig.de/sfb562

Weitere Berichte zu: Luft- und Raumfahrt Präzision Roboter Robotik Werkzeugmaschine

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Neues Verfahren verbessert Haltbarkeit der Beschichtung auf Werkzeugen
12.07.2018 | Technologie Lizenz-Büro (TLB) der Baden-Württembergischen Hochschulen GmbH

nachricht Neue Technologie für ultraglatte Polymerfolien
27.06.2018 | Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics