Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweit größte Chitin- und Chitosan-Konferenz in Münster / 30. August bis 2. September

20.08.2015

Ein Multitalent aus Krabbenschalen: In dem nachwachsenden Rohstoff Chitosan, der aus Chitin gewonnen wird, sehen Wissenschaftler ein großes Potenzial - unter anderem für den Einsatz im Pflanzenschutz und in der Medizin. Chitosan-Experten aus aller Welt treffen sich vom 30. August bis zum 2. September an der Universität Münster bei der weltweit größten Chitin- und Chitosan-Konferenz, um aktuelle Forschungsfragen zu diskutieren.

Chitosan ist ein wahrer Tausendsassa – ein nachwachsender Rohstoff mit sehr nützlichen Eigenschaften. Zum Beispiel stimuliert die aus Chitin gewonnene Substanz das Immunsystem. Sie wirkt antibakteriell, feuchtigkeitsregulierend und blutstillend. Nanopartikel aus Chitosan haben Potenzial für zukünftige Anwendungen: Sie könnten Arzneistoffe zu ihren Zielzellen leiten und dabei sogar Gewebeschranken überwinden.


Pflanzen wie diese Weinreben werden durch eine Behandlung mit Chitosan widerstandsfähiger und wachsen üppiger (linke Reihe unbehandelt, rechts behandelt).

David Nannen

Im Pflanzenschutz wird Chitosan bereits erfolgreich eingesetzt. Bei richtiger Anwendung macht es Nutzpflanzen widerstandsfähiger und wirkt wachstumsfördernd. Wissenschaftler setzen daher große Hoffnung in die Erforschung dieser vielversprechenden Substanz.

Vom 30. August bis zum 2. September treffen sich Chitosan-Experten aus aller Welt in Münster bei der weltweit größten Chitin- und Chitosan-Konferenz, zu der 250 Teilnehmer aus rund 40 Ländern erwartet werden.

Die Tagung, für die die 12. Internationale Konferenz der Europäischen Chitin-Gesellschaft (12th EUCHIS) und die 13. Internationale Chitin- und Chitosan-Konferenz (13th ICCC) zusammengelegt wurden, findet zum ersten Mal in Münster statt. Gastgeber sind die Arbeitsgruppen um Prof. Dr. Bruno Moerschbacher und Prof. Dr. Francisco Goycoolea vom Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU).

Chitin ist neben Zellulose eines der in der Natur am häufigsten vorkommenden Polymere, also eine kettenförmige Molekülverbindung. Es ist ein Hauptbestandteil der Zellwände von Pilzen sowie der Schalen von Krustentieren, zum Beispiel Krabben.

Chitosan dagegen ist in der Natur viel seltener. Daher wird es kommerziell aus Chitin gewonnen. Der heutige Wissensstand ermöglicht es, qualitativ hochwertige Chitosane zu produzieren. Diese werden seit einigen Jahren in ersten Produkten der Kosmetik, Medizintechnik und Landwirtschaft eingesetzt.

Wissenschaftler aus aller Welt bemühen sich darum, die molekularen Zusammenhänge zwischen dem komplexen Aufbau der Chitin- und Chitosan-Polymere und deren Wirkung auf Zellen besser zu verstehen. Unter anderem wollen sie Chitosan auch auf biotechnologischem Weg herstellen, um die Substanz-Eigenschaften noch besser kontrollieren zu können.

"Durch die intensive Forschung der letzten Jahre könnten sich für Chitin- und Chitosan-Verbindungen weitere Anwendungsmöglichkeiten ergeben, das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Daher ist gerade jetzt ein reger Austausch zwischen akademischen und industriellen Forschungseinrichtungen besonders wichtig", unterstreicht Biotechnologe Bruno Moerschbacher.

Die Konferenzteilnehmer werden neueste Erkenntnisse über Chemie, Biologie, Biotechnologie und Nanotechnologie von Chitin und Chitosan sowie über die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten dieser Biopolymere diskutieren. Im Rahmenprogramm gibt es technische Workshops, ein Symposium für Nachwuchswissenschaftler sowie eine Ausstellung der Industriepartner.

Weitere Informationen:

http://chitin2015.eu/ Chitosan-Tagung in Münster

Dr. Christina Heimken | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten
17.08.2018 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie
16.08.2018 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics