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Weltweit führende Experten diskutieren in Dresden über die Zukunft der Protonentherapie

10.11.2016

Das OncoRay-Zentrum, das von der TU Dresden, dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf und dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden getragen wird, sowie die Firma Ion Beam Applications und das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung sind vom 10. bis 12. November Gastgeber eines Treffens, das wegweisenden Charakter für die weitere Erforschung der Protonentherapie hat. Bislang wird die innovative Bestrahlungsart nur an gut 50 Zentren weltweit angeboten, viele Forschungsfragen sind noch offen. Deshalb folgten die führenden Experten aus zwölf Ländern, von drei Kontinenten, auf denen die Protonentherapie derzeit zur Verfügung steht, der Einladung nach Dresden.

Im Mittelpunkt des Expertenworkshops stehen Fragen zur biologischen Wirksamkeit dieser Bestrahlungsart. Dresdner Patienten profitieren so seit langem vom Einsatz modernster Therapiekonzepte, die diesen Aspekt berücksichtigen. Ziel von OncoRay ist es, die Heilung von Krebserkrankungen durch eine biologisch individualisierte, technologisch optimale Strahlentherapie entscheidend zu verbessern.


Prof. Mechthild Krause, Direktorin der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie und zugleich Direktorin des Instituts für Radioonkologie am HZDR sowie des OncoRay-Zentrums.

Foto: HZDR/Rainer Weisflog

„Der Expertenworkshop hat das Ziel, eine aktuelle Bestandsaufnahme der laufenden Forschungen zum Thema der biologischen Wirksamkeit der Protonentherapie zu machen und sich auf eine Agenda anstehender Fragen zu verständigen. Dass die wichtige Veranstaltung in Dresden stattfindet, ist Ausdruck des großen Renommees der hier in den vergangenen Jahren geleisteten Forschungsarbeit“, sagt Prof. Mechthild Krause, Direktorin der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Dresdner Uniklinikums.

„Biologisches Wissen darüber, wie Tumoren und gesunde Gewebe auf Strahlung mit Protonen reagiert, ist ein wichtiger Schlüssel für eine wirksamere und individualisierte Behandlung von Krebserkrankungen. Dieses Wissen, das wir uns als Strahlentherapeuten und Forschende in der Bestrahlung mit Photonen in den letzten Jahrzehnten erschließen konnten, ist eine gute Basis, auch die Protonentherapie weiter zu optimieren“, so Prof. Krause, die zum Thema der biologischen Wirksamkeit der Strahlentherapie habilitierte. Die Klinikleiterin ist zugleich Direktorin des Instituts für Radioonkologie am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und des OncoRay-Zentrums.

Wissenschaftliche Erkenntnisse lassen sich auf dem Gebiet der Hochleistungsmedizin nicht in einzelnen Forschungseinrichtungen gewinnen. Vielmehr bedarf es einer fach- und institutionsübergreifenden Zusammenarbeit.

„Mit dem Onco­Ray-Zentrum haben wir 2005 auf regionaler Ebene Strukturen geschaffen, mit denen Dresden auf dem Gebiet der Strahlentherapie in nur zehn Jahren weltweit in die Spitzengruppe der Forschungsstandorte aufsteigen konnte. Da ist es nur folgerichtig, dass hier über die wissenschaftliche Agenda der kommenden Jahre diskutiert wird“, sagt Prof. Michael Albrecht.

Der Medizinische Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden gehört zu den Initiatoren des Zentrums und weiterer Institutionen der Dresdner Hochschulmedizin, in denen patientennah zu den größten Volkskrankheiten geforscht wird.

Ziel des OncoRay-Zentrums ist es, die wissenschaftliche Basis für Therapien zu schaffen, die Patienten – ausgehend von den individuellen biologischen Eigenschaften ihres Tumors – eine maßgeschneiderte Behandlung ermöglichen. „In den vergangenen 15 Jahren haben wir hierzu Daten und Ergebnisse gesammelt und so die Voraussetzungen dafür geschaffen, im Rahmen von Patientenstudien neue Therapiekonzepte auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen. Unsere Erfahrung auf dem Gebiet der Photonentherapie hilft uns dabei, diese Konzepte zeitnah auch in der Protonentherapie anzuwenden“, berichtet Prof. Krause.

Für die weitere Optimierung der Protonentherapie sind jedoch noch weitere Fragen zu klären, etwa welche spezifischen Wirkungen der Protonenstrahl bei seinem Weg durch den Körper zum Tumor, in ihm selbst und seiner unmittelbaren Umgebung entfaltet.

Auch die Frage, welche Medikamente sich für eine Kombination mit der Protonentherapie besonders gut eigenen, wird Thema des Expertenworkshops „Radiobiologische Wirksamkeit der Protonentherapie“ sein, der am heutigen Donnerstagabend (10. November) beginnt und am Sonnabendmittag (12. November) endet.

Das von OncoRay organisierte hochkarätige Expertentreffen wird mit Fortbildungsstipendien durch die Firma Ion Beam Appilcations (IBA) unterstützt – die auch die Dresdner Anlage hergestellt hat.

Kontakt für Journalisten
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Direktorin: Prof. Dr. med. Mechthild Krause
Tel. 0351/ 4 58 54 41
E-Mail: mechthild.krause@uniklinikum-dresden.de

Weitere Informationen:

http://www.uniklinikum-dresden.de/str
http://www.oncoray.de
http://www.hzdr.de

Holger Ostermeyer | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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