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Seilroboter mit Passagier

04.09.2015

Der Prototyp des neuentwickelten Seilroboters wird während einer internationalen Fachkonferenz in Tübingen am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik präsentiert

Im Rahmen einer internationalen Konferenz für Fahrsimulation in Tübingen, der Driving Simulation Conference & Exhibition (DSC2015), stellt das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik (MPI) am 16. September 2015 erstmalig seinen neu entwickelten Seilroboter vor:

Durch eine technische Innovation kann der an Seilen aufgehängte Roboter nun auch Menschen transportieren und setzt damit neue Maßstäbe für Bewegungssimulationen. Der Prototyp soll zukünftig in der Wahrnehmungs- und Kognitionsforschung eingesetzt werden.

Die Driving Simulation Conference & Exhibition (DSC2015) findet vom 16.-18. September im Tübinger Kupferbau und damit auch zum ersten Mal in Deutschland statt. Beteiligt sind neben dem Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik auch das Mercedes-Benz-Werk Sindelfingen der Daimler AG sowie das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren (FKFS) der Universität Stuttgart.

Die DSC ist eine der wichtigsten Konferenzen auf dem Gebiet der Fahrsimulation in Europa. Verbunden mit einer Ausstellung lockt sie Experten aus Forschung und Industrie an. Paolo Pretto, Gruppenleiter am MPI für biologische Kybernetik, organisierte die von Optis gesponserte, renommierte Konferenz in Kooperation mit Renault und Art et Métiers ParisTech aus Frankreich.

Der Seilroboter als Bewegungssimulator

Am 16. September hat der neue Seilroboter der Abteilung für Wahrnehmung, Kognition und Handlung am MPI seine Jungfernfahrt. Als zweiter Bewegungssimulator wird er im Cyberneum neben dem bereits bekannten CyberMotion-Simulator in Betrieb genommen.

An acht Drahtseilen ist der Roboter in einer Halle aufgehängt – jedes Seil wird von einem starken Motor angetrieben. Insgesamt kommen dabei beachtliche 473 PS zusammen. Weltweit gibt es derzeit keine vergleichbaren Aufbauten: Die verspannte Gondel besteht aus Kohlefaserstäben, die extra für diesen Zweck angefertigt wurden. Die Gondel kann beliebig gesteuert werden: Zu einer wilden Achterbahnfahrt ansetzen und den kompletten Raum von 5 x 8 x 5 m3 ausnutzen, oder aber Bewegungen vollführen, die der Passagier überhaupt nicht bemerkt.

Das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik hat den Roboter in Kooperation mit der Firma Waagner Biro und dem IPA Fraunhofer Stuttgart entworfen und umgesetzt. Philipp Miermeister, der am Fraunhofer IPA der Arbeitsgruppe für Seilrobotik von Junior-Professor Andreas Pott angehört, hat in der zweijährigen Zusammenarbeit beider Institute die Konzeption und Umsetzung des Simulators mit viel Know-how mitgestaltet.

Den Wissenschaftlern ist eine entscheidende Weiterentwicklung der Technologie gelungen: Erstmals kann ein an Seilen aufgehängter Roboter auch Menschen transportieren und setzt damit neue Maßstäbe für Beschleunigung, Bewegungsraum und Nutzlast bei Bewegungssimulationen. Auch die Software, die die Bewegungsabläufe des Roboters steuert, haben die Wissenschaftler selbst geschrieben. Die gesamte Sicherheitstechnik, die Hardware ebenso wie die Software sind so konzipiert, dass selbst bei Programmierfehlern keine Crashsituation entstehen kann.

Anwendungsmöglichkeiten

Durch seinen Aufbau bietet der Seilroboter ein breites Anwendungsspektrum: von hochdynamischen Bewegungen bei Rennsimulationen oder Helikopterflügen bis hin zu Bewegungen an der menschlichen Wahrnehmungsschwelle wie sie beispielsweise für wissenschaftliche Experimente eingesetzt werden. Durch die komplizierte Seilkonstruktion kann er sich dabei an beliebige Punkte im Raum bewegen und damit Bewegungsabläufe – wie bei einer Autofahrt etwa – realistisch nachahmen. Auch eine medizinischer Nutzen wäre denkbar, so der langjährige Wahrnehmungsforscher Professor Heinrich Bülthoff: „Dieser Simulator bietet uns völlig neue Möglichkeiten die Bewegungswahrnehmung und mögliche Anwendung in der neurologischen Forschung bei Gleichgewichtsstörungen zu studieren.“

Für Journalisten:

Im Rahmen der DSC2015 findet am 16. September um 19:00 Uhr ein Empfang statt, bei welchem auch die beiden Simulatoren des MPIs für biologische Kybernetik begutachtet werden können. Sollten Sie Interesse daran haben, bitten wir Sie sich bis zum 9. September per Mail unter Nennung Ihres Namens, Kontaktdaten und Medium dafür anzumelden.

Weitere Informationen:
Waagner Biro Austria: http://www.waagner-biro.com/de
Cyberneuem: http://www.cyberneum.de
DSC2015 EUROPE: www.dsc2015.org

Ansprechpartner:
Stephanie Bertenbreiter/Christina Bornschein Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 07071 601-222
E-Mail: presse-kyb@tuebingen.mpg.de


Das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik forscht an der Aufklärung von kognitiven Prozessen auf experimentellem, theoretischem und methodischem Gebiet. Es beschäftigt rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus über 40 Ländern und hat seinen Sitz auf dem Max- Planck-Campus in Tübingen. Das MPI für biologische Kybernetik ist eines der 82 Institute und Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Weitere Informationen:

http://Waagner Biro Austria: http://www.waagner-biro.com/de
http://Cyberneuem: http://www.cyberneum.de
http://DSC2015 EUROPE: www.dsc2015.org

Christina Bornschein / Stephanie Bertenbreiter | Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik

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