Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Projekt der Schader-Stiftung im ländlichen Raum

24.05.2012
Das Forschungs-Praxis-Projekt „Integrationspotenziale ländlicher Regionen im Strukturwandel“ will strukturschwache Kommunen im ländlichen Raum fit machen für Zuwanderung und Integration und damit dem Fachkräftemangel begegnen.

Das Projekt will in ausgewählten Kommunen auf Basis einer Potenzialanalyse beispielhaft Prozesse der interkulturellen Öffnung anstoßen, Modelle entwickeln und auf ihre Umsetzbarkeit prüfen. Die Forschungsarbeiten werden vom Institut für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration (DESI) in Kooperation mit dem Institut für interkulturelle Management- und Politikberatung (imap) durchgeführt.

Die Auftaktveranstaltung zum Projekt am 23./24. Mai 2012 im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg diente einem ersten Erfahrungsaustausch der Verantwortlichen aus den teilnehmenden Kommunen mit dem Projektträger, den Mitgliedern des Projektbeirats und dem Forschungsteam zu Fragen der Entwicklung der ländlichen Regionen und den Anforderungen an eine interkulturelle Öffnung der kommunalen Institutionen.

Sabine Süß, Vorsitzende des Vorstands der Schader-Stiftung, sieht die Integrationsbemühungen der Kleinstädte im ländlichen Raum auf einem guten Weg. Das Thema Integration habe sich als kommunales Handlungsfeld auch in den kleinen Städten etabliert. Doch Prozesse der interkulturellen Öffnung und Orientierung stünden größtenteils noch am Anfang. Gerade in den von Strukturschwäche, Abwanderung und den Folgen des demografischen Wandels stark betroffenen ländlichen Regionen sei eine strategische Ausrichtung der kommunalen Integrationspolitik eine Aufgabe der Zukunftssicherung. Von großer Bedeutung sei die Etablierung einer Anerkennungs- und Willkommenskultur zur Stärkung der vorhandenen Potenziale und, um neue Zuwanderer für die Gemeinden und damit Fachkräfte für die lokalen Unternehmen zu werben. Hierbei will das Projekt die teilnehmenden Kommunen unterstützend begleiten und neue Wege erproben.

In den strukturschwachen ländlichen Regionen bündeln sich vielfältige Herausforderungen: strukturelle Arbeitsmarktdefizite, Auslastungsprobleme bestehender Infrastrukturen, sinkende Einnahmen aus Steuern und Gebühren, Erhöhung des Abwanderungsdrucks, Beeinträchtigung marktwirtschaftlicher Mechanismen aufgrund fehlender Bevölkerung und damit Verschlechterung der Standortperspektiven, so Dr. Stefan Maretzke vom Bundesamt für Bau-, Stadt- und Raumforschung BBSR, in seinem Vortrag. Mögliche Lösungen sieht er u.a. in der Bündelung von Ressourcen durch die ressortübergreifende Zusammenarbeit, in der interkommunalen und überörtlichen Kooperation sowie in der Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements. Er plädiert für die Einführung eines „Demografiechecks“ für kommunale Entscheidungs- und Entwicklungsprozesse.

Auch wenn die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Deutschland zurzeit positiv verläuft und noch kein flächendeckender Fachkräftemangel erkennbar ist, sind branchenspezifisch und in einzelnen Regionen bereits Defizite vorhanden, erläutert Bettina Schattat vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Zukünftig ist jedoch in allen Branchen und Regionen von einem Fachkräftemangel auszugehen, in 2050 werden nach derzeitigen Prognosen 15 Mio. Fachkräfte fehlen. Ländliche Regionen werden nur dann erfolgreich sein, wenn sie nachhaltige wirtschaftliche Strukturen schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, fördert das Bundesarbeitsministerium Regionale Netzwerke zur Fachkräftesicherung.

Zu Beginn der zweitägigen Veranstaltung hob Dr. Manfred Schmidt, Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), hervor, dass das neue Projekt zentrale Themen des Bundesamtes aufgreife: die Schaffung einer gesellschaftlich und politisch getragenen Willkommens- und Anerkennungskultur und die interkulturelle Öffnung der Institutionen. Bereits das Vorgängerprojekt „Integrationspotenziale in kleinen Städten und Landkreisen“ habe wichtige Erkenntnisse über die Situation der Zuwanderer in den ländlichen Regionen geliefert, die eine große Unterstützung für die Arbeit des Bundesamtes im ländlichen Raum sind. Von dem neuen Projekt erhoffe er sich weitere Impulse für die Arbeit seines Hauses.

Dr. Klaus Ritgen vom Deutschen Landkreistag begrüßte den potenzialorientierten Ansatz des neuen Projektes. Gerade die Kommunen des ländlichen Raums sähen in der Zuwanderung zunehmend eine Chance, die Zukunftsfähigkeit ihrer Regionen dauerhaft zu sichern. Das Projekt biete aus Sicht der kommunalen Spitzenverbände die Möglichkeit, die notwendigen Anpassungs- und Öffnungsprozesse in den Kommunen mit wissenschaftlicher Begleitung beispielhaft in ausgewählten Modellkommunen zu erarbeiten und zu erproben. Die gewonnenen Erkenntnisse würden letztlich allen Kommunen des ländlichen Raums zugutekommen.

Teilnehmende Städte und Landkreise sind:
Landkreis Bad Kissingen mit der Stadt Bad Kissingen, Bayern
Landkreis Celle mit der Stadt Bergen, Niedersachsen
Landkreis Göttingen mit der Stadt Hannoversch Münden, Niedersachsen
Landkreis Höxter mit der Stadt Höxter, Nordrhein-Westfalen
Main-Kinzig-Kreis mit der Stadt Schlüchtern, Hessen
Ostalbkreis mit der Stadt Schwäbisch Gmünd, Baden-Württemberg
Landkreis Stendal mit der Stadt Stendal, Sachsen-Anhalt.
Das dreijährige Projekt (2012 bis 2014) wird von der Schader-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), dem Hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europa, dem Deutschen Landkreistag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund das Forschungs-Praxis-Projekt „Integrationspotenziale ländlicher Regionen im Strukturwandel“ durchgeführt. Projektträger und -koordinator ist die Schader-Stiftung. Das Projekt wird mit Mitteln aus dem Europäischen Integrationsfonds, der Projektförderung des BAMF und des Hessischen Justizministeriums sowie aus Eigenmitteln der Stiftung finanziert.

Peter Lonitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.schader-stiftung.de/
http://www.integrationspotenziale.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur
17.04.2019 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

nachricht Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck
17.04.2019 | Bayern Innovativ - Bayerische Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer mbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neues „Baustein-Konzept“ für die additive Fertigung

Volkswagenstiftung fördert Wissenschaftler aus dem IPF Dresden bei der Erkundung eines innovativen neuen Ansatzes im 3D-Druck

Im Rahmen Ihrer Initiative „Experiment! - Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen“
fördert die VolkswagenStiftung ein Projekt, das von Herrn Dr. Julian...

Im Focus: Vergangenheit trifft Zukunft

autartec®-Haus am Fuß der F60 fertiggestellt

Der Hafen des Bergheider Sees beherbergt seinen ersten Bewohner. Das schwimmende autartec®-Haus – entstanden im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung...

Im Focus: Hybrid-Neuronen-Netzwerke mit 3D-Lithografie möglich

Netzwerken aus wenigen Neuronenzellen können gezielt künstliche dreidimensionale Strukturen vorgegeben werden. Sie werden dafür elektronisch verschaltet. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, Fehler in neuralen Netzwerken besser zu verstehen und technische Anwendungen mit lebenden Zellen gezielter zu steuern. Dies stellt ein Team aus Forschenden aus Greifswald und Hamburg in einer Publikation in der Fachzeitschrift „Advanced Biosystems“ vor.

Eine der zentralen Fragen der Lebenswissenschaften ist, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen. Komplexe Abläufe im Gehirn ermöglichen uns, schnell Muster...

Im Focus: Was geschieht im Körper von ALS-Patienten?

Wissenschaftler der TU Dresden finden Wege, um das Absterben von Nervenzellen zu verringern und erforschen Therapieansätze zur Behandlung von ALS

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine unheilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems. Nicht selten verläuft ALS nach der Diagnose innerhalb...

Im Focus: Quantum simulation more stable than expected

A localization phenomenon boosts the accuracy of solving quantum many-body problems with quantum computers which are otherwise challenging for conventional computers. This brings such digital quantum simulation within reach on quantum devices available today.

Quantum computers promise to solve certain computational problems exponentially faster than any classical machine. “A particularly promising application is the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

Augmented Reality und Softwareentwicklung: 33. Industrie-Tag InformationsTechnologie (IT)²

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erster astrophysikalischer Nachweis des Heliumhydrid-Ions

18.04.2019 | Physik Astronomie

Radioteleskop LOFAR blickt tief in den Blitz

18.04.2019 | Physik Astronomie

Kühlen nach Art der Pflanzen

18.04.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics