Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Influenzaforscher aus aller Welt tagen in Münster

13.09.2010
Erfahrungsaustausch mit rund 180 Wissenschaftlern aus 16 Ländern: Beim zweiten "International Influenza Meeting", das vom 12. bis zum 14. September an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster stattfindet, diskutieren Experten über die Erfahrungen mit der H1N1-Pandemie.

Lehren aus der auch als "Schweinegrippe" bekannten Infektionskrankheit werden verknüpft mit den aktuellsten Erkenntnissen aus der Influenzaforschung. Auch nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die H1N1-Pandemie für beendet erklärt hat, sei die Aufschlüsselung dieser Ereignisse für die Gesundheitspolitik und die zukünftige Influenzaforschung von zentraler Bedeutung, so die Organisatoren.

Eines der Ziele der internationalen Tagung ist es, die Erfahrungen der Pandemiephase in einem globalen Kontext zu erörtern. So berichten Vertreter des US-amerikanischen Center for Disease Control (CDC) und des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC), aber auch des WHO-Referenzzentrums der Mongolei über ihre Erfahrungen mit der H1N1-Pandemie. Ein weiterer Schwerpunkt des Expertentreffens besteht darin, die Fortschritte bei der Erforschung der Interaktion der Viren mit der Wirtszelle vorzustellen. Erkenntnisse über dieses Zusammenspiel sind von zentraler Bedeutung für die Entwicklung neuer, antiviraler Wirkstoffe im Kampf gegen Influenza.

"Inhaltlich verknüpfen wir die Erfahrungen aus der H1N1-Pandemie mit den neuesten Forschungsergebnissen in den Bereichen Pathogenese, Virus-Zell-Interaktion und Immunität und spannen so den Bogen zu den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Influenzaforschung", erläutert der wissenschaftliche Leiter der Veranstaltung, Prof. Dr. Stephan Ludwig. "Dabei", so der Virologe weiter, "ist uns besonders wichtig, dass die saisonalen Grippeviren nicht aus dem Blickwinkel geraten".

Stephan Ludwig, der das Institut für Molekulare Virologie an der WWU leitet, ist Koordinator des bundesweiten Forschungsnetzwerks FluResearchNet und auch führend in der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen aktiv. Die beiden Einrichtungen sind die Gastgeber des "2nd International Influenza Meetings". Das FluResearchNet, seit 2007 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert, soll die führenden nationalen Influenzaforschungsgruppen auf unterschiedlichen Ebenen miteinander verknüpfen und so die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Human- und Veterinärmedizin fördern. "Diese Integration ist bereits jetzt hervorragend gelungen", zieht Prof. Ludwig eine erste Bilanz.

Durch internationale Veranstaltungen wie dem jetzt in Münster stattfindenden "Influenza Meeting" sollen die Arbeiten und Kooperationen des FluResearchNets verstärkt auf die globale Ebene gehoben werden. "Influenzaviren machen weder an geografischen Grenzen noch an Zuständigkeitsbereichen Halt, somit können wir das auch nicht", unterstreicht Ludwig. Hochkarätige Repräsentanten aus dem Bereich der Human- und Veterinärmedizin zeigen, dass sich nur durch die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen Fortschritte auf internationalem Niveau in der Influenzaforschung erzielen lassen. In Münster verdeutlicht dies beispielsweise die Teilnahme von Prof. Dr. Robert G. Webster, einem der führenden amerikanischen Influenza-Virologen.

Stephan Ludwig und seine Kollegen fordern, die Bemühungen im Kampf gegen Influenza weiter intensiv zu führen – die alten Probleme der Influenzabekämpfung hätten weiterhin Bestand. "Der milde Verlauf der letzten Pandemie lässt leicht vergessen, dass jederzeit wieder ein neues, hoch aggressives Influenza-Virus auftauchen kann. Es stehen weiterhin nur wenige Medikamente zur Behandlung von Influenza zur Verfügung und auch das Problem der zunehmenden Resistenzen ist ungelöst."

Dr. Christina Heimken | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen
19.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Innovation – the name of the game
18.07.2018 | Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (ZFH)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Europaweit erste Patientin mit neuem Hybridgerät zur Strahlentherapie behandelt

19.07.2018 | Medizintechnik

Waldrand oder mittendrin: Das Erbgut von Mausmakis unterscheidet sich je nach Lebensraum

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics