Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grundwasser schützen und nützen: „6. Bochumer Grundwassertag“ an der Ruhr-Uni

24.03.2014

Tief unterm Westen ist einiges los: Im Ruhrgebiet könnte es Pumpspeicherwerke unter Tage geben und die Bauarbeiten des Emscherkanals könnten gefährliche Sulfatbelastungen verursachen.

Unter anderem über diese Themen diskutierten Experten auf dem „6. Bochumer Grundwassertag“ an der Ruhr-Universität. Anlässlich des Weltwassertags organisiert ein Team des RUB-Lehrstuhls für Angewandte Geologie alle zwei Jahre das Treffen. Die Hydrogeologen informierten außerdem über das deutsche Nord-Süd-Gefälle von Uran im Grundwasser und neue Messmethoden von Schadstoffbelastungen.

Neue Schadstoffe: Uran im Grundwasser

Ein Grenzwert für die Konzentration von Uran im Trinkwasser wurde erstmals 2011 festgelegt. In einigen Regionen Deutschlands, vor allem im Süden des Landes, überschreiten die Uran-Gehalte teilweise diesen Grenzwert von zehn µg/L. Das entspricht zehn Teilen Uran auf eine Milliarde Teile Wasser. Dr. Andre Banning untersucht die Herkunft des Urans sowie die für die Lösung verantwortlichen Prozesse. Bei Studien in Franken und im südlichen Bayern konnte er natürliche Uran-Quellen ausmachen. Die großräumige Uran-Verteilung in Deutschland ist im Zusammenhang mit seiner geologischen Entwicklungsgeschichte zu sehen.

Neues Konzept: Pumpspeicherwerke unter Tage

Der Bergbau im Ruhrgebiet und regenerative Energien – das muss kein Gegensatz sein. RUB-Geologen um Prof. Dr. Stefan Wohnlich prüfen, zusammen mit der Uni Essen-Duisburg, ein Konzept, das vorsieht, ehemalige Schächte, Flöze und Stollen als Pumpspeicherwerke im offenen System zu nutzen.

Die Idee: Fällt überschüssige alternative Energie an, pumpt man mit ihr Wasser aus den Stollen. Bei Energiebedarf lässt man das Wasser über Turbinen zurücklaufen und gewinnt die Energie so zurück. Um abzuschätzen, ob dieses Konzept realisierbar ist, entwickeln die Forscher derzeit eine neues Messprogramm. Damit testen sie die Wasserräume unter Tage im Hinblick auf Füllmenge, Strömungen, chemische Zusammensetzung und Temperaturverteilung.

Neue Messmethode: Schadstoffe im Grundwasser besser vorhersagen

Um die Transportwege von Schadstoffen im Untergrund besser vorherzusagen, arbeitet Jun.-Prof. Andreas Englert mit seinem Team vom Lehrstuhl für Angewandte Geologie am experimentellen Hochskalieren. Dabei untersuchen sie zunächst Fließprozesse in kleinen Gesteinseinheiten und vergrößern diese Einheiten dann allmählich. Im Gegensatz zu herkömmlichen Verfahren können sie mit dieser Methode die Transporteigenschaften des Untergrundes genauer bestimmen. Das ist besonders für die Vorhersage von Grundwasserströmen und dem Transport im Grundwasser von Interesse. Durch die Ergebnisse des neu entwickelten Verfahrens können Computersimulationen mit genaueren Daten versorgt werden.

Neue Problematik: gefährliche Sulfatbelastungen bei Bau des Emscherkanals

Beim Bau des Abwasserkanals der Emscher, dem Emscherkanal, werden riesige Erdmassen ausgehoben. Dieser Emschermergel verursacht im Grundwasser eine große Menge des Schadstoffes Sulfat. Das natürlich vorkommende Mineral Pyrit im Emschermergel reagiert bei Luftkontakt zu Sulfat und Säure. Nach umfangreichen Untersuchungen konnten Prof. Dr. Frank Wisotzky und sein Team feststellen, dass die Säure durch natürliche Prozesse neutralisiert wird.

Nähere Informationen zu den Forschungsthemen der vier RUB-Hydrogeologen finden Sie hier: http://aktuell.ruhr-uni-bochum.de/pm2014/pm00040.html.de

Weitere Informationen

Lehrstuhl Angewandte Geologie/Hydrogeologie, Fakultät für Geowissenschaften der Ruhr-Universität Bochum, Universitätsstr. 150, 44801 Bochum

Prof. Dr. Stefan Wohnlich, Tel. 0234/32-23294
Email: stefan.wohnlich@rub.de

Prof. Dr. Frank Wisotzky, Tel. 0234/32-23967
Email: frank.wisotzky@rub.de

Jun.-Prof. Dr. Andreas Englert, Tel. 0234/32-23297
Email: andreas.englert@rub.de

Dr. Andre Banning, Tel. 0234/32-23298
Email: andre.banning@rub.de

Tabea Steinhauer | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation
14.08.2018 | Hochschule Bochum

nachricht EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt
13.08.2018 | Universität zu Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Macht Sinn: Fraunhofer entwickelt Sensorsystem für KMU

15.08.2018 | Energie und Elektrotechnik

Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

15.08.2018 | Informationstechnologie

FKIE-Wissenschaftler präsentiert neuen Ansatz zur Detektion von Malware-Daten in Bilddateien

15.08.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics