Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bildgebende Diagnostik von Rückenmarkserkrankungen verbessert

03.12.2010
Fortschritte in der Darstellung der Nervenbahnen mittels Kernspintomographie verbessert Diagnostik von Rückenmarkserkrankungen. Studien dazu werden auf 5. Deutschen Wirbelsäulenkongress vorgestellt

Die Jahrestagung der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft (DWG) findet vom 16.-18. Dezember 2010 im Congress Centrum Bremen statt. Hier werden einige interessante Beiträge zur bildgebenden Diagnostik vorgestellt.

Dabei gibt es Fortschritte in der Darstellung der Nervenbahnen des Rückenmarks mittels Kernspintomographen. Je genauer einzelne Bahnen dargestellt werden können, umso genauer kann etwa bei Tumor-Operationen gearbeitet werden. Dazu werden erste Forschungsergebnisse auf dem Kongress präsentiert.

Die diffusionsgewichtete Kernspintomographie ist eine spezielle kernspintomographische Technik, mit deren Hilfe sich der Verlauf von Faserbahnen in der weißen Substanz des Gehirnes und des Rückenmarkes nachvollziehen lässt. Dies eröffnet die Möglichkeit mit höherer Sicherheit für den Patienten in der Nähe von funktionell wichtigen Hirnarealen zu operieren.

„Innerhalb einer Nervenzelle findet eine gerichtete Molekularbewegung vom Zellkörper entlang der langen Zellfortsätze statt, so dass die Summe der Nervenzellen, die sogenannten Fasertrakte, sichtbar gemacht werden können“, erklärt Dr. Frank Raimund von der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf.

Werden diese Fasertrakte auf Grund eines pathologischen Prozesses wie z.B. eines Tumors oder einer Entzündung verdrängt, kann diese Verlagerung gesehen werden. Diese Information ist für die Planung eines operativen Eingriffes entscheidend, da Verletzungen der Fasertrakte zu neurologischen Schädigungen führen können. „Die diffusionsgewichtete Bildgebung wird im Großhirn inzwischen routinemäßig eingesetzt, bei der Fasertraktdarstellung im Bereich des Rückenmarks ergeben sich aber technische Besonderheiten die die Bildgebung erschweren“, erläutert Dr. Raimund.

Im Rückenmark gestalte sich die Durchführung aufgrund der geringen Größe des Rückenmarkes und von Bewegungs-Artefakten (Atmung, Herzschlag, Pulsationen des Hirnwassers um das Rückenmark) schwierig. „Aufgrund von besseren MRT Geräten mit höheren Feldstärken und verbesserten MRT Sequenzen ließen sich diese Probleme zumindest zum Teil beheben“, berichtet Dr. Mathias Setzer von der Klinik für Neurochirurgie der Universität Frankfurt am Main. Hier wurde gemeinsam mit der Abteilung für Neuroonkologie am H. Lee Moffitt Krebszentrum an der Universität von Süd Florida eine Studie an Patienten mit Rückenmarkstumoren durchgeführt, welche zeigt, dass sich die Entfernbarkeit dieser Tumoren mittels diffusionsgewichteter Kernspintomographie vorhersagen lässt.

„Die Möglichkeit einer Tumorentfernung im Rückenmark ohne zusätzliche Schädigung ist nur dann gegeben, wenn der Tumor vom Rückenmark abgegrenzt ist. Das Vorhandensein einer Abgrenzung des Tumors vom normalen Rückenmark ist in der konventionellen Kernspintomographie nicht erkennbar“, erklärt Dr. Setzer. In Zukunft könnten daher heute für zur Fragestellung der Tumorentfernbarkeit durchgeführte Gewebeentnahmen am Rückenmark überflüssig werden, darüber hinaus wird erwartet dass sich bei Rückenmarkstumoren die Sicherheit von Patienten bei riskanten neurochirurgischen Operationen zur Entfernung dieser Tumoren ähnlich wie im Gehirn deutlich erhöhen lässt. Derzeit sind Studien in Planung, die diese Fragestellungen beantworten sollen.

Im Rahmen des 5. Deutschen Wirbelsäulenkongresses stellen Dr. Mathias Setzer und Dr. Frank Raimund als zwei von ca. 100 Experten ihre Studienergebnisse vor. Auch in diesem Jahr werden mehr als 1000 Kongressteilnehmer erwartet.

Alle Informationen zum 5. Deutschen Wirbelsäulenkongress und natürlich das vollständige Programm finden Sie auf der Homepage www.dwg2010.de. Journalisten sind bereits jetzt herzlich eingeladen, sich auf dem Kongress über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Wirbelsäulenerkrankungen zu informieren. Bitte akkreditieren Sie sich auf der genannten Kongress-Homepage.

Die Pressekonferenz findet am Donnerstag, den 16. Dezember, um 13 Uhr im Congress Centrum Bremen statt. Eine Einladung mit Themen und Gesprächspartnern erhalten Sie noch gesondert.

Kontakt für Rückfragen/Akkreditierung:
Conventus Congressmanagement & Marketing GmbH
Romy Held
Markt 8, 07743 Jena
Tel.: 03641/3533229
Fax: 03641/353321

Priv.-Doz.Dr.med Ulrich Quint | idw
Weitere Informationen:
http://www.conventus.de
http://www.dwg2010.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte
13.07.2018 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen
12.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Im Focus: Magnetic vortices: Two independent magnetic skyrmion phases discovered in a single material

For the first time a team of researchers have discovered two different phases of magnetic skyrmions in a single material. Physicists of the Technical Universities of Munich and Dresden and the University of Cologne can now better study and understand the properties of these magnetic structures, which are important for both basic research and applications.

Whirlpools are an everyday experience in a bath tub: When the water is drained a circular vortex is formed. Typically, such whirls are rather stable. Similar...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation

13.07.2018 | Informationstechnologie

Fachhochschule Südwestfalen entwickelt innovative Zinklamellenbeschichtung

13.07.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics