Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

1. Europäisches Gipfeltreffen der Kunstherz-Spezialisten im RUB-Klinikum Bad Oeynhausen

05.12.2006
European Mechanical Circulatory Support Summit (EUMS)
Internationaler Kongress im RUB-Klinikum Bad Oeynhausen

Kunstherz-Spezialisten aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Belgien, Griechenland, Italien, Holland und der Schweiz, aber auch aus den USA und der Ukraine sind Teilnehmer und Referenten beim Symposium "European Mechanical Circulatory Support Summit" (EUMS) (6. bis 9. Dezember im Theater im Park in Bad Oeynhausen).

Rund 300 Mediziner, Techniker und Wissenschaftler haben sich angemeldet, um sich über aktuelle Entwicklungen der Kreislaufunterstützungssysteme zu informieren. Es ist die erste gemeinsam stattfindende Veranstaltung der beiden in Europa führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der mechanischen Kreislaufunterstützung und Kunstherzforschung: dem Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen (Klinikum der Ruhr-Universität Bochum) und der französischen Klinik La Pitié Salpêtrière (Paris). Der Kongress steht unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Dr. Reiner Körfer und Prof. Dr. Alain Pavie.

Hightech-Hilfe zur Überbrückung

Besonders in den deutschen Herzzentren werden die Wartezeiten bis zur Herztransplantation für schwer herzkranke Menschen aufgrund des Mangels an Spenderorganen immer länger. Etwa 20 Prozent aller Patienten sterben, weil kein Spenderherz rechtzeitig zur Verfügung steht. Mechanische Kreislaufunterstützungssysteme und Kunstherzen können dabei helfen, die Wartezeit auf ein geeignetes Herz zu überbrücken. In einigen Fällen tragen sie auch solange zur Entlastung des eigenen Herzens bei, bis es sich wieder erholt hat.

Unterstützende Pumpen im Körper

In der Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie des Herzzentrums Bad Oeynhausen werden jährlich etwa 80 bis 90 Herztransplantationen und an die 100 Kunstherzoperationen durchgeführt; insgesamt wurden seit Ende der 80-er Jahre über 1.100 Kunstherzsysteme eingesetzt. "Wir verfügen damit über eines der größten Kunstherzprogramme der Welt", stellt Prof. Dr. Dr. Reiner Körfer, ärztlicher Direktor des Herz- und Diabeteszentrums, fest. "Das Kunstherz ersetzt das eigene Herz komplett. Beim Unterstützungssystem bleibt das eigene Herz aber im Körper und künstliche Pumpen übernehmen die Herzarbeit." Um beides geht es auf dem internationalen Kongress. "Entscheidend für den Einsatz dieser Systeme ist dabei immer, neben der Chance zum Leben zur Verbesserung der Lebensqualität von schwer herzkranken Menschen beizutragen."

Immer kleinere, immer bessere Assistenzherzen

Der künstliche Herzersatz ist nicht nur recht vielfältig, sondern auch im Laufe der Zeit immer kleiner und leistungsfähiger geworden. Für viele Patienten ist eine Unterstützung der linken Herzkammer ausreichend. Es gibt inzwischen linksventrikuläre Assistenzherzen (LVAD), die nur noch 200 Gramm wiegen und äußerst einfach zu implantieren sind. Durch den geringen Energie- und Steueraufwand für eine statt zwei Herzkammern und durch die Verkleinerung der Antriebsaggregate konnten zudem transportable Systeme entwickelt werden, die der Patient mit sich führt. Ein neuartiges Konzept stellen bei den künstlichen Unterstützungssystemen die so genannten Axialpumpen dar. Hier handelt es sich um miniaturisierte "Turbinen" wie zum Beispiel die Debakey-VAD Pumpe, die etwa seit Ende der 90-er Jahre im Einsatz ist.

Kunstherzen für Kinder und vollständig implantierbar

In seltenen Fällen können angeborene Herzerkrankungen bereits bei Geburt zu einer Herzschwäche führen, so dass eine mechanische Kreislaufunterstützung erforderlich wird. Hier stehen heute spezielle Kunstherzen, angepasst für das Säuglings-, Kleinkind- und Kindesalter zur Verfügung, z.B. das in Deutschland entwickelte HIA-Medos-System. "Bei rund 80 Prozent unserer Patienten ist ein Unterstützungssystem zur Entlastung des eigenen Herzens ausreichend", berichtet Körfer. Gemeinsam mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen (RWTH) forschen die Mediziner des Herzzentrums schon seit einigen Jahren, um ein völlig neues vollimplantierbares Kunstherz zu entwickeln. Zukunftsmusik? "Die Versorgungsleitungen des Kunstherzens würden dann nicht mehr vom Herzen nach außen führen", stellt sich Körfer das neue Hightech-Herz vor. "Das wäre eine große Erleichterung für die Patienten, die mitunter bis zu zwei Jahre auf ein Spenderherz warten müssen."

Weitere Informationen

Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Anna Reiss, Georgstr. 11, 32545 Bad Oeynhausen, Telefon: 05731 / 97 1955, Telefax: 05731 / 97 2028, E-Mail: areiss@hdz-nrw.de, Homepage: http://www.hdz-nrw.de, http://www.eums.org.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.hdz-nrw.de
http://www.eums.org.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Doc Data – warum Daten Leben retten können
14.06.2019 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - August 2019
13.06.2019 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: MPSD-Team entdeckt lichtinduzierte Ferroelektrizität in Strontiumtitanat

Mit Licht lassen sich Materialeigenschaften nicht nur messen, sondern auch verändern. Besonders interessant sind dabei Fälle, in denen eine fundamentale Eigenschaft eines Materials verändert werden kann, wie z.B. die Fähigkeit, Strom zu leiten oder Informationen in einem magnetischen Zustand zu speichern. Ein Team um Andrea Cavalleri vom Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg, hat nun Lichtimpulse aus dem Terahertz-Frequenzspektrum benutzt, um ein nicht-ferroelektrisches Material in ein ferroelektrisches umzuwandeln.

Ferroelektrizität ist ein Zustand, in dem die Atome im Kristallgitter eine bestimmte Richtung "aufzeigen" und dadurch eine makroskopische elektrische...

Im Focus: MPSD team discovers light-induced ferroelectricity in strontium titanate

Light can be used not only to measure materials’ properties, but also to change them. Especially interesting are those cases in which the function of a material can be modified, such as its ability to conduct electricity or to store information in its magnetic state. A team led by Andrea Cavalleri from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg used terahertz frequency light pulses to transform a non-ferroelectric material into a ferroelectric one.

Ferroelectricity is a state in which the constituent lattice “looks” in one specific direction, forming a macroscopic electrical polarisation. The ability to...

Im Focus: Konzert der magnetischen Momente

Forscher aus Deutschland, den Niederlanden und Südkorea haben in einer internationalen Zusammenarbeit einen neuartigen Weg entdeckt, wie die Elektronenspins in einem Material miteinander agieren. In ihrer Publikation in der Fachzeitschrift Nature Materials berichten die Forscher über eine bisher unbekannte, chirale Kopplung, die über vergleichsweise lange Distanzen aktiv ist. Damit können sich die Spins in zwei unterschiedlichen magnetischen Lagen, die durch nicht-magnetische Materialien voneinander getrennt sind, gegenseitig beeinflussen, selbst wenn sie nicht unmittelbar benachbart sind.

Magnetische Festkörper sind die Grundlage der modernen Informationstechnologie. Beispielsweise sind diese Materialien allgegenwärtig in Speichermedien wie...

Im Focus: Schwerefeldbestimmung der Erde so genau wie noch nie

Forschende der TU Graz berechneten aus 1,16 Milliarden Satellitendaten das bislang genaueste Schwerefeldmodell der Erde. Es liefert wertvolles Wissen für die Klimaforschung.

Die Erdanziehungskraft schwankt von Ort zu Ort. Dieses Phänomen nutzen Geodäsie-Fachleute, um geodynamische und klimatologische Prozesse zu beobachten....

Im Focus: Determining the Earth’s gravity field more accurately than ever before

Researchers at TU Graz calculate the most accurate gravity field determination of the Earth using 1.16 billion satellite measurements. This yields valuable knowledge for climate research.

The Earth’s gravity fluctuates from place to place. Geodesists use this phenomenon to observe geodynamic and climatological processes. Using...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Doc Data – warum Daten Leben retten können

14.06.2019 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - August 2019

13.06.2019 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz in der Materialmikroskopie

13.06.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

German Innovation Award für Rittal VX25 Schaltschranksystem

14.06.2019 | Förderungen Preise

Fraunhofer SCAI und Uni Bonn zeigen innovative Anwendungen und Software für das High Performance Computing

14.06.2019 | Messenachrichten

Autonomes Premiumtaxi sofort oder warten auf den selbstfahrenden Minibus?

14.06.2019 | Interdisziplinäre Forschung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics