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Intensivpflege-Kongress in Universitätsklinikum Münster

18.03.2003


Die bevorstehende grundlegende Neuordnung der Krankenhausfinanzierung in Deutschland sorgt auch im Pflegebereich vielerorts für Unsicherheit. Die Umstellung auf das so genannte DRG-System, das heißt die Abrechnung nach einheitlichen Fallpauschalen, und mögliche Auswirkungen auf die Intensivpflege ist daher auch eines der Schwerpunktthemen beim traditionellen "Tag der Intensivpflege", zu dem gut 400 Krankenschwestern und Pfleger aus dem gesamten Bundesgebiet vom 28. bis 29. März 2003 am Universitätsklinikum Münster erwartet werden.



Ausgerichtet wird dieser große Intensivpflege-Kongress, in dessen Mittelpunkt ferner Fragen der Beatmung und aktuelle Aspekte der Qualitätssicherung stehen, von der Weiterbildungsstätte für Intensivpflege & Anästhesie und Pflege in der Onkologie am UKM in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste (DGF).

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Der im Lehrgebäude des Zentralklinikums stattfindende Kongress wird am 28. März um 8.45 Uhr vom Leiter der Weiterbildungsstätte Lothar Ullrich und dem Geschäftsführer der DGF Andreas Westerfellhaus eröffnet. Nach einem Grußwort von Michael Rentmeister, Pflegedirektor des UKM, werden in der Vormittagssitzung Fragen der Evidenz-basierten Pflege und der Intensivpflege im DRG-System erörtert. Die Orientierung an aktuellen wissenschaftliche Erkenntnissen und Qualitätsstandards spielt heute im Krankenhaus eine immer größere Rolle. Im Rahmen der Tagung in Münster wird der Frage nachgegangen, inwieweit eine solche Evidenz-basierte Pflege im Alltag auf der Intensivstation nutzt und welche Rolle auf der anderen Seite Ahnung und Intuition spielen.

Auf großes Interesse wird wegen der Aktualität des Themas sicher auch die Diskussion über Konsequenzen des DRG-Systems für die Intensivpflege stoßen. Nach Worten von Tagungsleiter Lothar Ullrich kann ein wesentlicher Teil der Betriebskosten im Akutkrankenhaus der Pflege zugeordnet werden. Je nach Berechnung betrage er zwischen 20 und 30 Prozent. Insofern sei es wichtig, dass die Pflege auch kostengerecht in den neuen Fallpauschalen-Systemen abgebildet werde.

Neben diesen berufspolitisch hochaktuellen Fragen geht es beim Tagungsschwerpunkt Beatmung um ein ganz praktisches Thema, das auf den Intensivstationen tagtäglich für Diskussionen sorgt. Zum einen werden dabei verschiedene Formen der Beatmung
erörtert, wobei unter anderem auch auf das noch vergleichsweise neue Verfahren der non-invasiven Beatmung eingegangen wird. Über solche eher pflegetechnischen Fragen hinaus greifen die Veranstalter dabei aber auch eine Frage auf, die den Pflegenden besonders am Herzen liegt, und zwar die Kommunikation mit dem intubierten Patienten. "Wie ’sprachlos’ ist der intubierte Patient eigentlich?" heißt beispielsweise das Thema eines Vortrags.

Eine Besonderheit der alle zwei Jahre in Münster stattfindenden Intensivpflege-Kongresse ist eine Betrachtung der Themen sowohl aus der Sicht der Erwachsenen- als auch der Kinderintensivpflege. So findet zum Thema Beatmung am Nachmittag eine Parallelsitzung statt, bei der spezielle Fragestellungen aus dem Bereich der pädiatrischen Intensivpflege aufgegriffen werden.

Im Anschluss an das Vortragprogramm am 28. März besteht für die Teilnehmer einen Tag später in der Krankenpflegeschule des UKM die Möglichkeit, das erworbene theoretische Wissen durch praktische Übungen zu vertiefen. Auf dem Programm stehen insgesamt sieben Workshops, in denen praktische Fertigkeiten im Bereich der Intensivpflege großer und kleiner Patienten vermittelt werden und von den Pflegenden eingeübt werden können. Das Spektrum reicht von der Förderung des beatmeten Patienten durch Bewegung nach kinästhetischen Prinzipien bis zum Schlucktraining nach Langzeitintubation.

Am Rande des "Tags der Intensivpflege" haben die Teilnehmer Gelegenheit, sich bei einer Industrieausstellung über neue technischen Entwicklungen zu informieren. Am Ende des ersten Kongresstages findet ebenfalls im Lehrgebäude des Zentralklinikums die Jahresmitgliederversammlung der DGF statt.


Jutta Reising | idw
Weitere Informationen:
http://www.anint.de/tag-der-intensivpflege/

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