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The Knowledge-Based Economy: EMAEE 2003 vom 10. bis zum 12. April in Augsburg

28.02.2003


110 Wirtschaftswissenschaftler diskutieren die Rolle des Faktors Wissen für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Volkswirtschaften


Unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und vom Freistaat Bayern findet vom 10. bis zum 12. April 2003 an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg das 3rd European Meeting of Applied Evolutionary Economics (EMAEE 2003) statt. Unter dem Konferenzthema "The Knowledge-Based Economy - New Challenges in Methodology, Theory and Policy" diskutieren die rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer - vorwiegend Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus ganz Europa, aber auch aus Kolumbien, Russland, Südafrika, Australien und den USA - die Herausforderungen der immens gewachsenen und weiter wachsenden Bedeutung von Wissen für Unternehmen und Volkswirtschaften.

In den letzten beiden Jahrzehnten hat die Rolle von Wissen für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und von ganzen Volkswirtschaften stark an Bedeutung gewonnen. Schlagworte wie New Economy oder wissensbasierte Ökonomie sind daher in aller Munde. Unternehmen sind sich heute sehr wohl darüber bewusst, wie wichtig die Entwicklung und Anwendung von technologischem Know-how für eine erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb ist. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund der Globalisierung wirtschaftlicher Aktivitäten.


Die traditionelle ökonomische Theorie kann diese Entwicklungen jedoch nur unzureichend erklären. Sie hält an ihrem starren Gleichgewichtskonzept fest und betrachtet Innovationen eher als Fremdkörper, denn als ausschlaggebendes Merkmal ökonomischer Prozesse. Um dennoch zu einem tieferen Verständnis der Knowledge-Based Economy zu gelangen, benötigt die Wirtschaftswissenschaft eine eingehende Analyse aller Facetten der wissensbasierten Ökonomie und ihrer Unternehmen in einem Analyserahmen, der Raum bietet für dynamische Veränderungen und Entwicklungsprozesse.

EVOLUTORISCHE ÖKONOMIK

Einen solchen Rahmen bietet die evolutorische Ökonomik, die unter anderem auf Joseph A. Schumpeter zurückgeht. Dieser hat bereits am Anfang des 20. Jahrhunderts darauf hingewiesen, dass Innovationen zentral für die wirtschaftliche Entwicklung und den Erfolg von Unternehmen sind. Er befasste sich vornehmlich mit der Entstehung und den Wirkungen qualitativer Veränderungen in Wirtschaftssystemen.

Theoretische Ansätze, die der evolutorischen Ökonomik zuzuordnen sind, liefern heute bedeutsame Erklärungen für den wirtschaftlichen Wandel in modernen Volkswirtschaften und erfreuen sich sowohl einer zunehmenden Beliebtheit als auch einer immer größer werdenden Akzeptanz. Die evolutorische Ökonomik als Forschungsprogramm geht weit über die Möglichkeiten der herkömmlichen ökonomischen Analysen hinaus und bietet damit einen Ansatz zur wirklichkeitsnäheren Darstellung ökonomischer Zusammenhänge. Erst dadurch werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die wissensbasierte Ökonomie in Unternehmen und Politik anwendbar.

HERAUSFORDERUNGEN DES WANDELS IN THEORETISCHER UND EMPIRISCHER SICHT

Die Augsburger Konferenz "The Knowledge-Based Economy - New Challenges in Methodology, Theory and Policy" hat das Ziel, die Herausforderungen einer sich rasch wandelnden Wirtschaft sowohl von theoretischer als auch von empirischer Seite aus zu behandeln. Hierzu wird explizit auf Methoden der evolutorischen Ökonomik zurückgegriffen.

Durch die Vorstellung neuester Forschungsergebnisse und deren intensive Diskussion sollen entscheidende Erkenntnisse über die wissensbasierte Ökonomie gewonnen werden. In der Tagung geht dementsprechend u. a. folgenden Fragestellungen nach:
o Wie sind Innovationsprozesse in Hightech Branchen organisiert?
o Welchen institutionellen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft ziehen Innovationen nach sich?
o Von welchen Technologiefeldern sind zukünftig große Innovationspotentiale zu erwarten? In welcher Weise lassen sich diese bestmöglich ausschöpfen?
o Wie können Unternehmen Kompetenzen aufbauen oder erwerben, um am Markt erfolgreich zu sein?
o Welche Rolle spielen Risikokapitalmärkte für Innovationen und die Entstehung neuer Industrien?

FORUM FÜR IDEEN UND ANSÄTZE DES NACHWUCHSES

Die Konferenzserie EMAEE wurde von Nachwuchswissenschaftlern aus ganz Europa ins Leben gerufen. Auch die Tagung in Augsburg richtet sich speziell an junge Wissenschaftler, die gerade ihre Promotion abschließen oder bereits als Post-Doktoranden in der Forschung tätig sind. Die Konferenz soll ein Forum darstellen, in dem fruchtbare Ideen und Ansätze aus den Reihen des wissenschaftlichen Nachwuchses vorgestellt, aber auch mit dem Sachverstand und der Erfahrung einiger ausgewiesener (Senior-)Wissenschaftler konfrontiert werden. Für die Attraktivität dieses Konzepts spricht die Tatsache, dass die Veranstalter der EMAEE 2003 aus 160 eingesandten Abstracts auswählen konnten und die ursprünglich geplante Teilnehmerzahl erheblich erhöht werden musste. Einen Beitrag hierzu dürfte auch die Auslobung eines von der Schumpeter-Gesellschaft gestifteten und mit 1.500 Euro dotierten Preises geleistet haben, der sich junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler richtet, die außergewöhnlich innovative und qualitativ herausragende Beiträge zur Konferenz beisteuern.

Mitglieder des von Andreas Pyka (Universität Augsburg) geleiteten Scientific Committee der EMAEE 2003 sind Bernd Ebersberger (vtt Technical Research Center of Finland), Koen Frenken (University of Utrecht), Werner Hölzl (University of Economics and Business Administration, Vienna), Vanessa Oltra (Université Montesquieu, Bordeaux) und Paul Windrum (Metropolitan University, Manchester). Für die Organisation vor Ort tragen Prof. Dr. Horst Hanusch, Markus Balzat und Thomas Grebel (alle Universität Augsburg) die Verantwortung.
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KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN:

Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten
Innovationsökonomik, Public Sector Management, Wirtschaft und Gesellschaft Japans
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon 0821/598-4179
horst.hanusch@wiwi.uni-augsburg.de


Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.emaee.net

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