Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie gut wird unser Trinkwasser sein?

21.02.2001


70 Prozent des Trinkwassers stammt aus Grundwasservorräten. Wie kann die hohe Qualität des Trinkwassers in Deutschland künftig gesichert werden? Eine der Kernfragen, die 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis auf dem »Braunschweiger Grundwasserkolloquium 2001« am 21. und 22. Februar beantworten wollen.

Grundwasser ist weltweit die Quelle für das wichtigste Lebensmittel, das Trinkwasser. Es zu schützen und seine Qualität zu bewahren stellt eine der wesentlichen Aufgaben für Wirtschaft und Umweltschutz dar. Welche Chancen und Risiken birgt vor diesem Hintergrund die Liberalisierung des Wassermarktes in Deutschland? Eine der Kernfragen, die 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis auf dem »Braunschweiger Grundwasserkolloquium 2001« am 21. und 22. Februar beantworten wollen. Die Veranstaltung unter der Leitung von Prof. Dr. Joachim Wolff, Institut für Geowissenschaften der Technischen Universität Braunschweig, steht unter dem Thema »Instrumentarien zur nachhaltigen Grundwasserbewirtschaftung«.


Etwa 70 Prozent des Trinkwassers, das aus deutschen Wasserhähnen sprudelt, stammt aus Grund- und Quellwasser. Auch weltweit fördert man gutes Trinkwasser vorwiegend aus den Grundwasserressourcen zu Tage. Aber nur 0,5 Prozent der gesamten globalen Wassermenge ist in Grundwasserreservoirs gespeichert: ein Indiz für die eminente Bedeutung des Grundwasserschutzes.

Einen fortschrittlichen, flächenbezogenen Grundwasserschutz, der dem Vorsorgeprinzip entspricht, fordert die EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WWR) vom Dezember 2000. Sie soll für eine Trendumkehr bei der Grundwasserbelastung sorgen. Wasser ist nach den Grundsätzen der EU-WRR keine übliche Handelsware, sondern ein ererbtes Gut, das geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden muss.

Ausschlaggebend für die Qualität der unterirdischen Wasservorräte ist langfristig, was auf den Flächen darüber geschieht. Schadstoffeinträge durch die landwirtschaftliche Nutzung, aber auch durch luftgetragene Stoffe wie den so genannten sauren Regen belasten die Vorräte ebenso wie punktuelle Kontaminationen durch Altlasten und industrielle Schadstoffe.

In einem Flächenland mit landwirtschaftlich geprägten Regionen wie Niedersachsen stellen vor allem Schadstoffe aus Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln eine Gefahr für die Grundwasserqualität dar, die insbesondere die oberflächennahen Grundwasserleiter betrifft. Die Belastung zum Beispiel mit Nitrat und Kalium liegt hier oftmals sogar in den Trinkwasserschutzgebieten über den zulässigen Richt- und Grenzwerten der Trinkwasserverordnung. Die Wasserversorger müssen auf tiefer liegende Grundwasserleiter ausweichen, wo gegenwärtig die Qualität noch weitgehend hoch ist.

Doch auch die Beschaffenheit des tieferen Grundwassers kann langfristig niemand garantieren. In Niedersachsen werden vor diesem Hintergrund seit Jahren Kooperationsmodelle zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft zu Gunsten der Wasserqualität gefördert.

Der Philosophie der deutschen Trinkwasserversorger, Wasser von höchster Qualität zu liefern, kommen die Richtlinien zur nachhaltigen Bewirtschaftung weitgehend entgegen: Derzeit müssen ca. zwei Drittel des von ihnen gelieferten Trinkwassers nur naturnah aufbereitet werden.

Doch Qualität hat auch beim Wasser ihren Preis. Die Liberalisierung des Wassermarktes bietet nun in einigen Gebieten die Chance, die Preise zu senken. Aus Verbraucherschutzgründen dürfen jedoch die in Deutschland erreichten Qualitätsstandards nicht gemindert werden. Prof. Dr. Joachim Wolff, Organisator des Braunschweiger Grundwasserkolloquiums: »Es sollte strikt darauf geachtet werden, dass die Trinkwasseraufbereitung standortbezogen auf das notwendige Maß beschränkt bleibt. Die Verwendung von belasteten Grundwässern, die Konzentrationen dicht an den Grenzrichtwerten aufweisen, schließt trotz der Behandlung gesundheitliche Risiken nicht gänzlich aus. Die komplexe Wirkung einzelner Belastungswerte ist nämlich nach wie vor schwer einzuschätzen.«

Weitere Informationen finden Sie im WWW:


Dr. Elisabeth Hoffmann | idw

Weitere Berichte zu: Grundwasserkolloquium Grundwasserschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation
14.08.2018 | Hochschule Bochum

nachricht EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt
13.08.2018 | Universität zu Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Im Focus: Robots as 'pump attendants': TU Graz develops robot-controlled rapid charging system for e-vehicles

Researchers from TU Graz and their industry partners have unveiled a world first: the prototype of a robot-controlled, high-speed combined charging system (CCS) for electric vehicles that enables series charging of cars in various parking positions.

Global demand for electric vehicles is forecast to rise sharply: by 2025, the number of new vehicle registrations is expected to reach 25 million per year....

Im Focus: Der „TRiC” bei der Aktinfaltung

Damit Proteine ihre Aufgaben in Zellen wahrnehmen können, müssen sie richtig gefaltet sein. Molekulare Assistenten, sogenannte Chaperone, unterstützen Proteine dabei, sich in ihre funktionsfähige, dreidimensionale Struktur zu falten. Während die meisten Proteine sich bis zu einem bestimmten Grad ohne Hilfe falten können, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie nun gezeigt, dass Aktin komplett von den Chaperonen abhängig ist. Aktin ist das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen. Das Chaperon TRiC wendet einen bislang noch nicht beschriebenen Mechanismus für die Proteinfaltung an. Die Studie wurde im Fachfachjournal Cell publiziert.

Bei Aktin handelt es sich um das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen, das bei Prozessen wie Zellstabilisation, Zellteilung und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kleine Helfer bei der Zellreinigung

14.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Oberflächeneigenschaften für holzbasierte Werkstoffe

14.08.2018 | Materialwissenschaften

Fraunhofer IPT unterstützt Zweitplatzierten bei SpaceX-Wettbewerb

14.08.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics