Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Empfehlungen zur Wiederbepflanzung in Europa

22.03.2006


Geobotaniker an der Philipps-Universität Marburg haben eine Reihe von Empfehlungen zur optimalen Artenverpflanzung bei drohendem Aussterben veröffentlicht.



Verlust und Fragmentierung von Lebensräumen drängen immer weitere Pflanzengattungen auf die Liste bedrohter Arten. Die Habitat-Richtlinie 92/43/EWG soll den Naturschutz auf europäischer Ebene voranbringen. Ein solider Umweltschutz wird durch das Programm "Energie, Umwelt und nachhaltige Entwicklung" unterstützt.



Die Wiedereinführung von Arten ist eine gangbare Methode, um den Prozess des Aussterbens umzukehren. Dennoch haben Wissenschaftler im Rahmen des TRANSPLANT-Projekts herausgefunden, dass dessen Erfolg vom richtigen Wissen abhängt. Geobotaniker der Philipps-Universität in Marburg führten eine Reihe von Experimenten durch, um kritische Faktoren bei der Verpflanzung von Arten zu ermitteln.

Drei Pflanzenarten - Carlina vulgaris, Hypochoeris radicata und Pimpinella saxifraga - wurden in verschiedene Regionen Europas versetzt. Die Pflanzen wurden verschiedenen Größengruppen innerhalb einer Population entnommen und auch hinzugefügt. Über zwei Wachstumsperioden hinweg wurden Datn gesammelt, unter anderem auch zu den Überlebensraten.

Die Analyse der Ergebnisse bestätigte die Vermutung, dass Pflanzen mit relativ kurzer Lebensspanne und eingeschränkter Fähigkeit zur Samenverbreitung, wie beispielsweise Carlina vulgaris, eine Verpflanzung mit geringerer Wahrscheinlichkeit überleben. Weiterhin sind verpflanzte Exemplare einer Art in kleinerer Populationsgröße wahrscheinlich aufgrund negativer Auswirkungen von Inzucht anfälliger für Störungen. Ein weiteres interessantes Ergebnis war, dass, je näher eine Pflanze an ihrem Ursprungsort eingesetzt wurde, ihre Überlebenschancen desto höher waren, was auf eine wichtige Rolle der Anpassung an örtliche Gegebenheiten hinweist.

Auf Grundlage dieser Erkenntnisse entwickelten die Marburger Geobotaniker eine Reihe von Empfehlungen bezüglich einer nachhaltigen Verwaltung der Ökosysteme. Sie betonten, wie wichtig es sei, große Artenpopulationen zu erhalten, um so die besten Gene zu gewinnen, bevor man auf kleinere Populatonen zurückgreifen müsse.

Das Problem der regionalen Veränderlichkeit kann durch die Erhaltung von Populationen in allen geeigneten Lebensräumen und schnelles Reagieren bei der Gefährdung bestimmter Regionen gelöst werden. Grundsätzlich besteht der Erfolg zu einem großen Teil in einer Koordinierung auf europäischer Ebene.

Prof. Dr. Diethart Matthies | ctm
Weitere Informationen:
http://www.uni-marburg.de

Weitere Berichte zu: Aussterben Lebensräume Population Verpflanzung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hitzewellen im Meer bedrohen Ökosysteme
16.08.2018 | Universität Bern

nachricht Meeresmüll in entlegensten Regionen
13.08.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

IHP-Technologie darf in den Weltraum fliegen

20.08.2018 | Energie und Elektrotechnik

Eröffnung des neuen Produktionsgebäudes bei Heraeus Medical in Wehrheim

20.08.2018 | Unternehmensmeldung

Universum Studie: Internationalität und Praxisbezug sind Erfolgsfaktoren der ISM

20.08.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics