Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studien des Fraunhofer ISI stützen Argumente des Memorandums europäischer Forscher an Präsident Bush

20.07.2001


Einsparpotenzial von 30 und mehr Prozent möglich / Energieeffiziente Verfahren und Prozesse ökonomisch interessant / Wachstum des Exports energieeffizienter Technologien nach Amerika und Asien wahrscheinlich

Anfang Juli überreichte Professor Eberhard Jochem, Vice-Chair des International Panel on Climate Change IPCC und Forscher am Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe, der US-Botschaft in Berlin ein Memorandum an Präsident George W. Bush. Über 140 anerkannte europäische Wissenschaftler und Klimaforscher aus 15 europäischen Staaten fordern darin die US-Regierung auf, das Kioto-Protokoll zu ratifizieren.

Arbeiten des Fraunhofer ISI bestätigen die Einschätzungen der Unterzeichner, was die Möglichkeiten der verbesserten Energienutzung anbelangt. So zeigten die Fraunhofer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erst kürzlich in einer Studie, die sie zusammen mit dem Öko-Institut, Darmstadt, und der Technischen Universität München anfertigten, dass im klimagerechten Verhalten großes Energiesparpotenzial steckt. Um insgesamt 23 Millionen Tonnen ließen sich in Deutschland die CO2-Emissionen allein in Gewerbe, Handel und Dienstleistung senken. Das Reduktionspotenzial in Haushalten liegt sogar noch höher. Die Fraunhofer Expertinnen und Experten schätzen es auf ca. 61 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Das ist etwa ein Drittel der gesamten CO2-Emissionen der deutschen Haushalte.

Im industriellen Sektor sieht es ähnlich aus. So ist beispielsweise die Energieeffizienz vieler Druckluftanlagen ausgesprochen niedrig. Doch sind Einsparungen bis zu 50 Prozent möglich, wie Untersuchungen des Fraunhofer ISI jüngst zeigten. Dabei verschlingt die Drucklufterzeugung in der Europäischen Union jährlich etwa 10 Prozent des industriellen Stromverbrauchs. Das entspricht über 80 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr.

»Unsere Analysen zeigen, dass die in Kioto vereinbarten Ziele zur Verminderung der Treibhausgase durchaus erreichbar sind. Energieeffiziente Verfahren und Prozesse sind überdies nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern ebenso ökonomisch äußerst interessant«, sagt Dr. Harald Bradke, Leiter der Abteilung Energietechnik und Energiepolitik am Fraunhofer ISI. Er widerspricht damit der in den Vereinigten Staaten geäußerten Meinung, die in Kioto vereinbarten Maßnahmen kosten ausschließlich Geld. »Wir sehen die Ankündigung von Präsident Bush mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Es ist sicherlich keine gute Entscheidung für das Weltklima. Doch wirtschaftlich gesehen, bauen die europäischen Staaten ihre Vorreiterrolle in energie- und damit kostensparenden Techniken weiter aus. Bleibt die amerikanische Regierung bei ihrer Ablehnung, ist nicht auszuschließen, dass die Europäer ihren Außenhandel mit ökoeffizienten Technologien in die Vereinigten Staaten deutlich steigern können.« so Bradke.

Dipl.-Phys. Gerhard Samulat | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fhg.de/pr/2001de/pri122001.htm

Weitere Berichte zu: ISI

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Lichtverschmutzung macht Fische mutig
21.09.2018 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Gegen Straßenschmutz im Regenwasser
21.09.2018 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

Gesundheitstipps und ein virtueller Tauchgang zu Korallenriffen

20.09.2018 | Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nervenzellen im menschlichen Gehirn können „zählen“

21.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

CT45 – ein Schlüssel zum langfristigen Überleben beim Eierstockkrebs

21.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Einbahnstraße für das Salz

21.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics