Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Plasma-Ofen verbrennt chemische Kampfstoffe

26.01.2005


Nach gravierenden Pannen bei der Bauausführung und mit fünfjähriger Verspätung soll im Sommer dieses Jahres auf dem Truppenübungsplatz Munster-Nord ein neuer Verbrennungsofen zur Beseitigung von chemischen Kampfstoffen belasteter Erde seinen Probebetrieb aufnehmen. Das berichtet die Zeitschrift Wirtschaftsbild in ihrer Februar-Ausgabe.

... mehr zu:
»Bauteil »Kampfstoffe »Ofen »Plasma-Ofen

Wie die Zeitschrift weiter schreibt, handelt es sich dabei um einen so genannten "Plasma-Ofen", in dem das belastete Material mit einem Lichtbogen geschmolzen und von einem speziellen Plasmabrenner in einem Temperaturbereich von bis zu 1.550 Grad Celsius gehalten wird. Dabei entsteht eine glasartige Schlacke, in der die nicht brennbaren Schadstoffe wie Arsen unlösbar eingebunden sind. Das nach Angaben des Ofenbetreibers, der bundeseigenen Gesellschaft zur Entsorgung chemischer Kampfstoffe und Rüstungsaltlasten (GEKA), unschädliche Material soll im Straßenbau eingesetzt werden.

Die ersten Planungen des Plasma-Ofens, mit dem seinerzeit technologisches Neuland betreten wurde, liegen bereits 15 Jahre zurück. Mit dem Bau begonnen wurde 1996. Anlässlich der Expo 2000 in Hannover, so die ursprüngliche Planung des Bundesverteidigungsministeriums, hätte die Anlage eigentlich in Betrieb gehen sollen.


Zu den erheblichen Verzögerungen war es unter anderem gekommen, weil sich das Bundesverteidigungsministerium offenbar auf ein kompliziertes Geflecht an Zuliefererbetrieben eingelassen hat. Nachdem schließlich ein Schweizer Unternehmen als Lieferant des wichtigsten Bauteils, des Plasmareaktors, Konkurs anmelden musste, lag das Projekt zwei Jahre auf Eis.

Weitergebaut wurde der Ofen schließlich von Ingenieuren der GEKA. Die erforderlichen Bauteile, so Wirtschaftsbild, habe sich das Unternehmen auf dem freien Markt zusammengesucht, teilweise sogar über das Internet. Die Verzögerungen beim Bau haben dazu geführt, dass der Plasma-Ofen bei Kosten von rund 135 Mio. Euro den Steuerzahler mehr als doppelt so teuer zu stehen kommt wie jene 112 Mio. Mark, die für die Anlage ursprünglich veranschlagt worden waren. Zu entsorgen gibt es für den Ofen reichlich: In Munster-Nord liegen mittlerweile mehr als 40.000 Tonnen mit Giftgaschemikalien belasteter Erde in Silos auf Halde. Der Ofen hat eine Kapazität von 17 Tonnen pro Tag.

Gunnar Sohn | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.wirtschaftsbild.de
http://www.geka-munster.de

Weitere Berichte zu: Bauteil Kampfstoffe Ofen Plasma-Ofen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hitzewellen im Meer bedrohen Ökosysteme
16.08.2018 | Universität Bern

nachricht Meeresmüll in entlegensten Regionen
13.08.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Dialog an Deck, Science Slam und Pong-Battle

21.08.2018 | Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Superauflösende Mikroskopie - Neue Markierungssonden im Nanomaßstab

21.08.2018 | Physik Astronomie

Browser-Plugin für mehr Internet-Sicherheit

21.08.2018 | Informationstechnologie

Aussicht auf neue Therapie bei rheumatoider Arthritis

21.08.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics