Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Überflutungen durch Staudämme

21.06.2001


WWF-Bericht warnt vor fatalen Folgen falscher Staudammplanung

Was die Fluten großer Ströme eigentlich aufhalten soll, macht sie oft erst wirklich zur Katastrophe. Ein neuer WWF-Bericht macht deutlich, dass bei vielen Staudammprojekten die bei Hochwasser auftretenden Wassermassen unterschätzt werden. Gerade in Entwicklungsländern können solche Fehlkonstruktionen die ohnehin verheerenden Überschwemmungen noch einmal verschärfen.

In dem Bericht werden Staudämme in Nigeria, Indien, Honduras, Südafrika und am Mekong in Südostasien unter die Lupe genommen. Dabei wurde deutlich, dass beim Bau von Staudämmen häufig große Wissenslücken über das Gefahrenpotential extremer Flutwellen existieren. Darüber hinaus werden nach Einschätzung des WWF bestehende Risiken vernachlässigt. Als Beispiel nennt der Bericht steigende Regenmengen durch den globalen Klimawandel oder die schneller abfließenden Wassermassen aus abgeholzten Flächen und trockengelegten Feuchtgebieten. Besonders der Verlust von Überschwemmungsflächen in den Auen der Flusstäler erhöhe die Gefahr extremer Hochwässer.

"Staudämme sollen die Menschen vor Hochwassern schützen, doch in der Realität können sie das Gegenteil bewirken," sagt Dr. Edith Wenger vom WWF Auen Institut in Rastatt. Die Wissenschaftlerin bemängelt, dass insbesondere in Entwicklungsländern häufig die für extreme Fluten nötigen Überlaufrinnen fehlen.

Der WWF verweist in diesem Zusammenhang auf eine Studie der Weltbank. Bei einer Überprüfung von 25 indischen Staudämmen zeigte sich, dass die Überläufe bei weitem nicht ausreichten. Außerdem neigen die Manager der Staudämme dazu, in Regenzeiten und bei steigenden Flusspegeln zu lange mit dem Ablassen von Wasser aus dem Staubecken zu warten, damit sie möglichst viel Strom erzeugen können. Wird das Becken zu voll, muss sehr schnell viel Wasser abgelassen werden, und stromabwärts entstehen plötzliche extreme Flutwellen, die schlimmer als jedes natürliche Hochwasser wirken.

"Vieles, was als Naturkatastrophe in die Nachrichten kommt, ist in Wirklichkeit ein selbst gemachtes Problem", so der WWF. Anstatt weiter auf kostspielige und riskante Megadämme zu setzen, solle statt dessen in Technologien investiert werden, die die Menschen mit Wasser und Energie versorgen, ohne gleichzeitig ihren Lebensraum zu zerstören und ihr Leben zu bedrohen. Eine Vielzahl der Probleme könne vermieden werden, wenn die Empfehlungen der internationalen Staudammkommission (WCD) umgesetzt würden.

Dr. Edith Wenger | WWF

Weitere Berichte zu: Flutwelle Hochwasser Staudamm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht CO2-Spürnase im All
25.02.2020 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Neue Studie zeigt Erfolg der globalen Bemühungen um den Schutz der Mangroven
25.02.2020 | Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Computersimulationen stellen bildlich dar, wie DNA erkannt wird, um Zellen in Stammzellen umzuwandeln

Forscher des Hubrecht-Instituts (KNAW - Niederlande) und des Max-Planck-Instituts in Münster haben entdeckt, wie ein essentielles Protein bei der Umwandlung von normalen adulten humanen Zellen in Stammzellen zur Aktivierung der genomischen DNA beiträgt. Ihre Ergebnisse werden im „Biophysical Journal“ veröffentlicht.

Die Identität einer Zelle wird dadurch bestimmt, ob die DNA zu einem beliebigen Zeitpunkt „gelesen“ oder „nicht gelesen“ wird. Die Signalisierung in der Zelle,...

Im Focus: Bayreuther Hochdruck-Forscher entdecken vielversprechendes Material für Informationstechnologien

Forscher der Universität Bayreuth haben ein ungewöhnliches Material entdeckt: Bei einer Abkühlung auf zwei Grad Celsius ändern sich seine Kristallstruktur und seine elektronischen Eigenschaften abrupt und signifikant. In diesem neuen Zustand lassen sich die Abstände zwischen Eisenatomen mithilfe von Lichtstrahlen gezielt verändern. Daraus ergeben sich hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Informationstechnologien. In der Zeitschrift „Angewandte Chemie – International Edition“ stellen die Wissenschaftler ihre Entdeckung vor. Die neuen Erkenntnisse sind aus einer engen Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen in Augsburg, Dresden, Hamburg und Moskau hervorgegangen.

Bei dem ungewöhnlichen Material handelt es sich um ein Eisenoxid mit der Zusammensetzung Fe₅O₆. In einem Hochdrucklabor des Bayerischen Geoinstituts (BGI),...

Im Focus: Von China an den Südpol: Mit vereinten Kräften dem Rätsel der Neutrinomassen auf der Spur

Studie von Mainzer Physikern zeigt: Experimente der nächsten Generation versprechen Antworten auf eine der aktuellsten Fragen der Neutrinophysik

Eine der spannendsten Herausforderungen der modernen Physik ist die Ordnung oder Hierarchie der Neutrinomassen. Eine aktuelle Studie, an der Physiker des...

Im Focus: High-pressure scientists in Bayreuth discover promising material for information technology

Researchers at the University of Bayreuth have discovered an unusual material: When cooled down to two degrees Celsius, its crystal structure and electronic properties change abruptly and significantly. In this new state, the distances between iron atoms can be tailored with the help of light beams. This opens up intriguing possibilities for application in the field of information technology. The scientists have presented their discovery in the journal "Angewandte Chemie - International Edition". The new findings are the result of close cooperation with partnering facilities in Augsburg, Dresden, Hamburg, and Moscow.

The material is an unusual form of iron oxide with the formula Fe₅O₆. The researchers produced it at a pressure of 15 gigapascals in a high-pressure laboratory...

Im Focus: From China to the South Pole: Joining forces to solve the neutrino mass puzzle

Study by Mainz physicists indicates that the next generation of neutrino experiments may well find the answer to one of the most pressing issues in neutrino physics

Among the most exciting challenges in modern physics is the identification of the neutrino mass ordering. Physicists from the Cluster of Excellence PRISMA+ at...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

CLIMATE2020 – Weltweite Online-Klimakonferenz vom 23. bis 30. März 2020

26.02.2020 | Veranstaltungen

Automatisierung im Dienst des Menschen

25.02.2020 | Veranstaltungen

Genomforschung für den Artenschutz - Internationale Fachtagung in Frankfurt

25.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

IGF macht's möglich: Lemgoer Forschungsteam entwickelt neues Verfahren zur Abwehr von Noroviren auf Obst und Gemüse

26.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

CLIMATE2020 – Weltweite Online-Klimakonferenz vom 23. bis 30. März 2020

26.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Wege im Kampf gegen die Parkinson-Krankheit: HZDR-Forscher entwickeln Radiotracer für die Differentialdiagnostik

26.02.2020 | Interdisziplinäre Forschung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics