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Walfang: Ausnahmen für US-Indianer durchgesetzt

27.05.2002


Japan lehnt Rechte indigener Völker ab – 12 Mio. Quadratkilometer Walschutzpark Südpazifik

Mitglieder der internationalen Walfangkommission (IWC) haben bei ihrem jährlichen Treffen in der japanischen Stadt Shimonoseki den Antrag der kanadischen Inuit und der Tschukotkas in Sibirien auf einen begrenzten Walfang abgelehnt. Das war Grund für Japan zu jubilieren, berichtet die Japan Times. In einem separaten Meeting konnte die US-Regierung aber durchsetzen, dass die US-Indianer weiterhin Wale fangen dürfen.

Von Anfang an stand das diesjährige IWC-Treffen unter einem schlechten Stern, so verschiedene Umweltorganisationen. Die Regierung Japans versuchte, den kommerziellen Walfang wieder legal einzuführen. Letztlich gelang es aber dennoch, den Anträgen Japans standzuhalten. Versuche der japanischen Regierung durch Zahlung auf Stimmenkauf bei Entwicklungsländern zu gehen, schlugen fehl. Traurig sei das Abstimmungsergebnis jedoch für die indigenen Völker, die am nördlichen Eismeer leben. Ihnen wurde das Jahrtausende alte Recht auf Walfang zur Nahrungsbeschaffung verboten. Argument Japans war: auch der Walfang der indigenen Völker sei zu kommerziell. Betroffen davon sind die kanadischen Inuit und die Bewohner von Tschukotkas in Sibirien. Nachdem Japan die Erlaubnis zur Tötung von 50 Zwergwalen nicht erlaubt wurde, schritten die Japaner zum Gegenschlag und verhinderten mit ihrer Stimme die Fangerlaubnis der Ureinwohner. Die Japan-Times sieht dies als "sonnigen Tag für Japan". Besorgt äußerten sich allerdings die lokalen Vertreter der Inuit. Der Walfang war Jahrtausende lang eine Ernährungsgrundlage für die Bevölkerung. "Wenn wir die Zustimmung nicht bekommen, können wir gleich am Stadtrand von Seattle oder Anchorage neben ein McDonalds-Restaurant hinziehen", so der Inuit Arnold Brower gegenüber BBC-online. Die Vertreter der Inuit sehen Walfang als Teil ihrer Lebensgrundlage und Kultur.

Die USA wollten jährlich die Jagd auf 60 Wale durchsetzen, Russland wollte eine Erlaubnis zur Jagd von 120 Grauwalen. Die Quoten hätten für einen Fünf-Jahres-Zeitraum gegolten. Die Sonderregelung wurde wegen der Ablehnung von Japans Antrag für die Jagd auf 50 Zwergwale nicht berücksichtigt.

Der pazifische Inselstaat Samoa hat bekannt gegeben, dass es in seiner 120.000 Quadratkilometer großen exklusiven Seezone einen Naturschutzpark für Wale, Haie und Schildkröten einrichte, berichtet die australische Nachrichtenagentur Radio Australia. Der World Wildlife Fund WWF begrüßt den Vorschlag des polynesischen Inselstaates. Der Inselstaat Niue, Papua Neuguinea und Französisch Polynesien, ebenso wie die Cook Inseln haben ihre Hoheitsgewässer bereits zu Walschutzgebieten erklärt. Damit wird nach Angaben des WWF ein Gebiet von knapp 12 Mio. Quadratkilometern zum Walschutzgebiet erklärt.

Wolfgang Weitlaner | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.iwcoffice.org/
http://www.japantimes.co.jp/
http://abc.net.au/

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