Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Zuckerresten durch die Hornschicht

12.12.2012
Freiburger Forscher haben herausgefunden, dass große Moleküle selbstständig die Haut durchdringen können

Laut einer in der amerikanischen Fachzeitschrift Proceedings of The National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlichten Studie können bestimmte in der Natur vorkommende, große Moleküle die Haut schneller durchdringen, als es ihre Größe vermuten lässt.

Das berichten Prof. Dr. Prasad Shastri vom Institut für Makromolekulare Chemie und dem Exzellenzcluster BIOSS Centre for Biological Signalling Studies der Universität Freiburg und seine Postdoktoranden Dr. Chris Pino und r. Daniel Vonwil in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Samir Mitragotri von der University of California in Santa Barbara/ USA und Prof. Dr. Jordan Gutterman vom MD Anderson Cancer Center der University of Texas in Houston/ USA. In ihrer Studie zeigen sie, dass Avicin, ein aus Pflanzen gewonnenes Naturprodukt mit einem Molekulargewicht von über 2000, die menschliche Haut selbständig durchdringt.

Avicin kann in den fetthaltigen Bestandteil der Hornschicht, der äußersten Hautschicht, die als Molekülbarriere dient, vordringen. Das liegt an seiner einzigartigen Struktur: Es besteht aus Zuckerresten, die an einen fettlöslichen Kern gebunden sind. Die Forscher untersuchten die Fähigkeit verschiedener Fragmente von Avicin. Dabei stellten sie fest, dass die Zuckerreste des Avicins beim Eindringen der Moleküle in die Hornhaut und beim Durchwandern der Hornhaut eine Schlüsselrolle spielen.

Die Ergebnisse der Studie könnten neue Möglichkeiten beim Verabreichen von Medikamenten über Hautpflaster eröffnen. Die Aufnahme von Medikamenten über die Haut bietet zahlreiche Vorteile, unter anderem die vereinfachte Handhabung im Vergleich zu Tabletten und die im Gegensatz zu Injektionen schmerzfreie Anwendung. Allerdings kamen dafür bisher nur kleine, öllösliche Moleküle wie Nikotin und Östrogen in Betracht. Shastri und seine Mitarbeiter hoffen, die Ergebnisse der Studie über die Fähigkeit von Avicin zur Entwicklung von Medikamenten und Proteinen für die Verabreichung über die Haut nutzen zu können.

Originalveröffentlichung:
http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1200942109

Kontakt:
Prof. Dr. V. Prasad Shastri
Institut für Makromolekulare Chemie
Tel.: 0761/203-6268
Fax: 0761/203-5016
E-Mail: prasad.shastri@bioss.uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de
http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1200942109
http://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2012/pm.2012-12-12.352-en?set_language=en

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Menschliche Darmflora durch Nanopartikel in der Nahrung beeinflussbar
15.01.2019 | Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Verloren im Schilderwald: Sind ältere Autofahrer unaufmerksamer?
09.01.2019 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultra ultrasound to transform new tech

World first experiments on sensor that may revolutionise everything from medical devices to unmanned vehicles

The new sensor - capable of detecting vibrations of living cells - may revolutionise everything from medical devices to unmanned vehicles.

Im Focus: Fliegende optische Katzen für die Quantenkommunikation

Gleichzeitig tot und lebendig? Max-Planck-Forscher realisieren im Labor Erwin Schrödingers paradoxes Gedankenexperiment mithilfe eines verschränkten Atom-Licht-Zustands.

Bereits 1935 formulierte Erwin Schrödinger die paradoxen Eigenschaften der Quantenphysik in einem Gedankenexperiment über eine Katze, die gleichzeitig tot und...

Im Focus: Flying Optical Cats for Quantum Communication

Dead and alive at the same time? Researchers at the Max Planck Institute of Quantum Optics have implemented Erwin Schrödinger’s paradoxical gedanken experiment employing an entangled atom-light state.

In 1935 Erwin Schrödinger formulated a thought experiment designed to capture the paradoxical nature of quantum physics. The crucial element of this gedanken...

Im Focus: Implantate aus Nanozellulose: Das Ohr aus dem 3-D-Drucker

Aus Holz gewonnene Nanocellulose verfügt über erstaunliche Materialeigenschaften. Empa-Forscher bestücken den biologisch abbaubaren Rohstoff nun mit zusätzlichen Fähigkeiten, um Implantate für Knorpelerkrankungen mittels 3-D-Druck fertigen zu können.

Alles beginnt mit einem Ohr. Empa-Forscher Michael Hausmann entfernt das Objekt in Form eines menschlichen Ohrs aus dem 3-D-Drucker und erklärt: «Nanocellulose...

Im Focus: Nanocellulose for novel implants: Ears from the 3D-printer

Cellulose obtained from wood has amazing material properties. Empa researchers are now equipping the biodegradable material with additional functionalities to produce implants for cartilage diseases using 3D printing.

It all starts with an ear. Empa researcher Michael Hausmann removes the object shaped like a human ear from the 3D printer and explains:

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

16. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

17.01.2019 | Veranstaltungen

Erstmalig in Nürnberg: Tagung „HR-Trends 2019“

17.01.2019 | Veranstaltungen

Wie Daten und Künstliche Intelligenz die Produktion optimieren

16.01.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leistungsschub für alle Omicron Laser

17.01.2019 | Messenachrichten

16. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

17.01.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Mit Blutgefäßen aus Stammzellen gegen Volkskrankheit Diabetes

17.01.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics