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Problem-Kids später häufiger mit chronischen Schmerzen

10.03.2010
Schlechte Erfahrungen beeinflussen Übertragung von Hormonsignalen

Verhaltensauffällige Kinder leiden als Erwachsene doppelt so wahrscheinlich an chronischen Schmerzen wie ihre Altersgenossen. Wissenschaftler der University of Aberdeen haben das Leben von mehr als 19.000 Kindern beobachtet.

Das Team um Dong Pang geht davon aus, dass fehlerhafte Hormonsignale im Gehirn eine entscheidende Rolle spielen. Schlechte Erfahrungen zu Beginn des Lebens dürften dieses System schädigen und in der Folge zu Verhaltensauffälligkeiten in der Kindheit und zu chronischen Schmerzen als Erwachsener führen.

Chronische Ganzkörperschmerzen

Alle teilnehmenden Kinder wurden 1958 geboren, der Großteil von ihnen in Großbritannien. Bis zum Alter von 16 Jahren beurteilten Lehrer die Schüler im Hinblick auf mögliche Signale für Schwierigkeiten wie Probleme beim Finden von Freunden, Ungehorsam, Daumenlutschen, Nägelbeißen, Lügen, das Schikanieren anderer und Schuleschwänzen. Im Alter von 42 Jahren füllten die Teilnehmer einen Fragebogen zu psychologischen Problemen aus. Mit 45 Jahren folgte ein weiterer über Schmerzen. In der Folge zeigte sich, dass Kinder mit schweren Verhaltensstörungen über ein doppelt so hohes Risiko verfügten, an chronischen Ganzkörperschmerzen zu leiden.

Dong Pang erklärte, dass es bisher nicht erforscht worden sei, ob ein auffälliges Verhalten als Kind ein Langzeit-Marker für diese Art von Schmerzen sein kann. Das sei jetzt nachgewiesen. Es gehe laut BBC aber nicht nur um Ganzkörperschmerzen, sondern auch um langfristige psychiatrische Probleme wie Depressionen, Angstgefühle und Drogenmissbrauch. Alle diese Probleme könnten die Folge einer Reihe von Ereignissen sein, die durch ein eine Fehlfunktion der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse in Gang gesetzt werden. Dieses System kontrolliert im Gehirn jene Hormone, die die Reaktionen des Körpers auf stressreiche Situationen regulieren.

Veränderungen des Lebensstils

Bestätigen sich diese Vermutungen, könnte bereits in einem früheren Lebensalter eingegriffen und so spätere Probleme verhindert werden. Gary Macfarlane, einer der Mitautoren der Studie, erklärte, dass Veränderungen des Lebensstils ebenfalls helfen könnten, dieses Muster zu verändern. Dazu gehörten Sport aber auch das Achten auf Signale psychologischer Notlagen und Verhaltensauffälligkeiten in der Kindheit. Die Ergebnisse der einen Zeitraum von 45 Jahren umfassenden Untersuchung wurde im Fachmagazin Rheumatology http://rheumatology.oxfordjournals.org veröffentlicht.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.abdn.ac.uk

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