Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mobilitätskennziffern der Länder bilden Mobilitätsverhalten Studierender verzerrt ab

14.02.2011
Studentische Mobilität scheint in den einzelnen Ländern formal sehr unterschiedlich. Kennziffern dafür bilden aber das tatsächliche Mobilitätsverhalten nicht richtig ab, sie berücksichtigen nicht bestimmte Größenunterschiede der Länder. Dagegen ist eine Gegenüberstellung zwischen großen Ländern und Gruppen zusammengefasster kleinerer Länder sowie Gruppen benachbarter Länder wesentlich realitätsnäher und zeigt erheblich geringere Unterschiede.

Im Rahmen des Projekts "Föderalismus und Hochschulen" erfolgte eine Untersuchung zu studentischer Mobilität nach Ländern. Mobilität ist einerseits seit Jahrhunderten Bestandteil studentischen Lebens, andererseits hat sie sich in ihrer Struktur mit der Bildungsexpansion deutlich verändert.

Die Mobilitätsmuster haben sich seit der deutschen Vereinigung erneut deutlich gewandelt und erfahren im laufenden Jahrzehnt wiederum Veränderungen. Der Hochschulpakt 2020 stellt ebenso eine Reaktion darauf dar, wie er auch Anreize setzt, Mobilität aktiv zu beeinflussen. Den Ländern ist es im Rahmen ihrer gestärkten föderalen Eigenverantwortung selbst überlassen, dazu geeignete Strategien und praktische Möglichkeiten zu entwickeln. Eine Vorraussetzung dafür ist die Beachtung von Motiven, Gründen und Bedingungen studentischer Mobilität sowie des daraus resultierenden bisherigen Mobilitätsverhaltens. Dem widmet sich der Untersuchungsbericht.

Er zeigt, dass die bisher übliche Bewertung studentischer Mobilität anhand der Mobilitätskennziffern der einzelnen Länder für eine realistische Einschätzung nicht genügt. Dabei werden die großen Unterschiede der Länder (z. B. zwischen NRW und Saarland) nach territorialer Größe, Bevölkerungszahlen, Hochschulstandorten und damit Studienangeboten nicht berücksichtigt. Vor allem verzerrt das auch erheblich die Vergleiche zwischen Ost- und Westdeutschland. Die fünf ostdeutschen, allesamt kleinere/mittlere Länder, können in der Summe am ehesten mit den fünf kleinen/mittleren westdeutschen Flächenländern verglichen werden. Dabei zeigen sich fast identische Mobilitätskennziffern, obwohl die abweichenden sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen nicht berücksichtigt wurden. Der Bericht unternimmt eine solche realere Bewertung der Mobilität aus den und in die neuen Bundesländer.

Darüber hinaus erfolgte eine weitere Gruppenbildung nach benachbarten Länden, schliesslich verbleiben insbesondere Studienanfänger/innen vorwiegend in Heimatnähe. Auch die danach ermittelten Kennziffern zeigen u.a., dass sich die mitteldeutsche Region mit den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zusammen nur wenig von den großen Ländern wie Bayern oder NRW unterscheidet.

Ansprechpartnerin: Dr. Irene Lischka, Tel.: 03491-466-254, institut@hof.uni-halle.de

| idw
Weitere Informationen:
http://www.hof.uni-halle.de/aktuelles.htm
http://www.hof.uni-halle.de/dateien/ab_3_2010.pdf

Weitere Berichte zu: Mobilität Mobilitätskennziffern Mobilitätsverhalten NRW

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue internationale Studie: Immuntherapie für Kinder mit akuter Leukämie
13.07.2018 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

nachricht Sicherer Auto fahren ohne Grauen Star: Geringeres Unfallrisiko nach Linsenoperation
12.07.2018 | Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics