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An oder aus? – Metropolen und das Licht

13.06.2012
Das Welterbe Zollverein, das Brandenburger Tor, der Eiffelturm in Paris, Big Ben in London und die Christusstatue in Rio – sie alle versanken bei der weltweiten „Earth Hour“ Ende März für eine Stunde im Dunkeln.
Doch wie wäre es, wenn solche Wahrzeichen im Gedanken an Nachhaltigkeit und Klimaschutz nachts immer im Dunkeln liegen würden? Wäre das eine Möglichkeit nachhaltiger Stadtentwicklung? Oder brauchen Städte nicht Licht, um sie verkehrssicher und orientierungsfreundlich zu machen, um Kriminalität zu verhindern und um sie auch nachts attraktiv zu gestalten? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich das Institut für Stadtplanung und Städtebau (ISS) an der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Es wurde von der der LUCI Association (Lighting Urban Community International) beauftragt, eine internationale Studie zum Thema nachhaltige Stadtbeleuchtung zu erstellen. LUCI, das ist der Zusammenschluss von mehr als 60 Metropolen weltweit, die sich gemeinsam mit Unternehmen, Lichtdesignern und Universitäten darüber austauschen, wie die Beleuchtung von Städten sich in Zukunft entwickeln kann.
„Unserer Studie wird die Charta zur nachhaltigen Stadtbeleuchtung zugrunde liegen, die LUCI erarbeitet hat“, sagt Hannah Baltes vom ISS, die gemeinsam mit Professor J. Alexander Schmidt an der Studie arbeitet. „Eine Vielzahl von Städten weltweit hat diese Charta unterzeichnet und erklärt damit die Bereitschaft, ihre Beleuchtung nachhaltig und energieeffizient zu gestalten.“

Gleichzeitig sei es aber wichtig, mit Hilfe von Licht die Identität der Stadt unterstützend zu gestalten: „Das bedeutet einerseits, dass nach wie vor Aspekte der Verkehrssicherheit und Kriminalitätsprävention eine Rolle spielen, dass andererseits aber auch stadtgestalterische Aspekte wie die Beleuchtung besonderer öffentlicher Plätze und Straßenachsen oder besonders prägender Bauwerke wichtig sind“, so Baltes.

Im Mittelpunkt steht also die Frage, wie man eine Stadt mit Licht gestalten, gleichzeitig aber Energie sparen kann. J. Alexander Schmidt und Hannah Baltes untersuchen unter anderem durch eine Befragung in weltweit rund 30 Städten, wie umweltschonend die derzeitige Stadtbeleuchtung jeweils ist und in wie weit die Ideen der Charta bereits umgesetzt wurden. Ist eine übertriebene oder gleißende Illumination von Gebäuden wirklich nötig? Wie kann man neueste Technologien wie Leuchtdioden in Städten einsetzen? Und wie lässt sich Licht in einer Stadt rechtzeitig abschalten? All das sind Faktoren, die Einfluss auf die Nachhaltigkeit und Energieeffizienz haben – und auch die Frage nach der Entsorgung von Leuchtmitteln muss gestellt werden.
Auf Basis dieser Ergebnisse aus Städten wie Moskau/Russland und Lyon/Frankreich, Leipzig/Deutschland, Helsinki/Finnland und Seoul/Korea können dann weitere Empfehlungen und Maßnahmen entwickelt werden. „Diese werden je nach Stadt unterschiedlich sein, da die Städte auf Grund kultureller, gestalterischer, struktureller und ökonomischer Rahmenbedingungen sehr unterschiedlich mit Licht und Beleuchtung umgehen“, sagt J. Alexander Schmidt.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. J. Alexander Schmidt, alexander.schmidt@uni-due.de, Tel. 0201/183-2799, Hannah Baltes, Tel. 0201/183-2654, hannah.baltes@uni-due.de

Redaktion: Isabelle De Bortoli, Tel. 0203/379-2430

Ulrike Bohnsack | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de

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