Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leukämie-Therapie hat seit 1995 deutliche Fortschritte gemacht

21.07.2010
Die Erfolgsquote im Kampf gegen den Blutkrebs hat sich in jüngerer Zeit messbar erhöht – und das, obwohl heute noch dieselben Chemotherapeutika zum Einsatz kommen wie vor zehn Jahren.

In einer aktuellen Publikation konnten Mediziner der Universität Bonn einen der Gründe für diesen Fortschritt identifizieren. Demnach sterben Leukämiekranke heute viel seltener als früher an begleitenden Pilzinfektionen. Grund seien bessere Medikamente, aber auch eine empfindlichere Diagnostik.

Bei einer Leukämie verringert sich phasenweise die Anzahl bestimmter Immunzellen im Blut. Die bei der Chemotherapie eingesetzten Medikamente verschärfen diesen Zustand noch. Folge ist eine Immunschwäche, die häufig zu schweren Begleitinfektionen führt.

Besonders gefährlich für Leukämie-Kranke sind Sporen von Schimmel- oder anderen Pilzen. Diese kommen praktisch überall in der Luft vor und können daher leicht in der Lunge gelangen. Dort können sie auskeimen und lebensbedrohliche Entzündungen verursachen. Mediziner sprechen von einer invasiven Pilzinfektion, da sie sich nicht auf die Körperoberfläche beschränkt. „Hier konnten im Bereich der Diagnostik in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt werden“, sagt Studienleiterin Dr. Corinna Hahn-Ast von der Medizinischen Klinik III.

Für ihre Studie haben die Bonner Wissenschaftler die Krankheitsverläufe von knapp 600 Leukämie-Patienten ausgewertet. Sie alle waren zwischen 1995 und 2006 am Universitätsklinikum Bonn behandelt worden. Jeder vierte von ihnen hatte im Laufe der Behandlung mindestens eine invasive Pilzinfektion durchgemacht. Zwischen 1995 und 2001 starben noch knapp 60 Prozent der pilzinfizierten Patienten an den Folgen dieser Begleiterkrankung. Zwischen 2002 und 2006 sank diese Rate dagegen drastisch – auf unter 30 Prozent.

Wer heute wegen einer Leukämie eine Chemotherapie bekommt, erhält in aller Regel dieselben Medikamente, die auch schon vor zehn oder fünfzehn Jahren zum Einsatz kamen. „Anders beim Kampf gegen invasive Pilzinfektionen“, betont Dr. Corinna Hahn-Ast. „Hier haben wir inzwischen weitaus bessere Wirkstoffe an der Hand als noch 1995.“

Kontakt:
Dr. Corinna Hahn-Ast
Medizinische Klinik & Poliklinik III, Universität Bonn
Telefon: 0228/287-14003
E-Mail: corinna.hahn-ast@ukb.uni-bonn.de

Dr. Andreas Archut | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klein und vielseitig: Schlüsselorganismen im marinen Stickstoffkreislauf nutzen Cyanat und Harnstoff
10.12.2018 | Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie

nachricht Diabetes Typ 1 - Studien zeigen: Insulinpumpen wirken sich positiv auf Blutzuckerwerte
10.12.2018 | Deutsche Diabetes Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neuartige Lasertechnik für chemische Sensoren in Mikrochip-Größe

Von „Frequenzkämmen“ spricht man bei speziellem Laserlicht, das sich optimal für chemische Sensoren eignet. Eine revolutionäre Technik der TU Wien erzeugt dieses Licht nun viel einfacher und robuster als bisher.

Ein gewöhnlicher Laser hat genau eine Farbe. Alle Photonen, die er abstrahlt, haben genau dieselbe Wellenlänge. Es gibt allerdings auch Laser, deren Licht...

Im Focus: Topological material switched off and on for the first time

Key advance for future topological transistors

Over the last decade, there has been much excitement about the discovery, recognised by the Nobel Prize in Physics only two years ago, that there are two types...

Im Focus: Neue Methode verpasst Mikroskop einen Auflösungsschub

Verspiegelte Objektträger ermöglichen jetzt deutlich schärfere Bilder / 20fach bessere Auflösung als ein gewöhnliches Lichtmikroskop - Zwei Forschungsteams der Universität Würzburg haben dem Hochleistungs-Lichtmikroskop einen Auflösungsschub verpasst. Dazu bedampften sie den Glasträger, auf dem das beobachtete Objekt liegt, mit maßgeschneiderten biokompatiblen Nanoschichten, die einen „Spiegeleffekt“ bewirken. Mit dieser einfachen Methode konnten sie die Bildauflösung signifikant erhöhen und einzelne Molekülkomplexe auflösen, die sich mit einem normalen Lichtmikroskop nicht abbilden lassen. Die Studie wurde in der NATURE Zeitschrift „Light: Science and Applications“ veröffentlicht.

Die Schärfe von Lichtmikroskopen ist aus physikalischen Gründen begrenzt: Strukturen, die näher beieinander liegen als 0,2 tausendstel Millimeter, verschwimmen...

Im Focus: Supercomputer ohne Abwärme

Konstanzer Physiker eröffnen die Möglichkeit, Supraleiter zur Informationsübertragung einzusetzen

Konventionell betrachtet sind Magnetismus und der widerstandsfreie Fluss elektrischen Stroms („Supraleitung“) konkurrierende Phänomene, die nicht zusammen in...

Im Focus: Drei Nervenzellen reichen, um eine Fliege zu steuern

Uns wirft so schnell nichts um. Eine Fruchtfliege kann dagegen schon ein kleiner Windstoß vom Kurs abbringen. Drei große Nervenzellen in jeder Hälfte des Fliegenhirns reichen jedoch aus, um die Fliege mit Hilfe visueller Signale wieder auf Kurs zu bringen.

Bewegen wir uns vorwärts, zieht die Umwelt in die entgegengesetzte Richtung an unseren Augen vorbei. Drehen wir uns, verschiebt sich das Bild der Umwelt im...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Januar und Februar 2019

11.12.2018 | Veranstaltungen

Eine Norm für die Reinheitsbestimmung aller Medizinprodukte

10.12.2018 | Veranstaltungen

Fachforum über intelligente Datenanalyse

10.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuartige Lasertechnik für chemische Sensoren in Mikrochip-Größe

11.12.2018 | Physik Astronomie

Besser Bohren – Neues Nanokomposit stabilisiert Bohrflüssigkeiten

11.12.2018 | Geowissenschaften

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Januar und Februar 2019

11.12.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics