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Klimawandel bedroht Boom-Städte am meisten

11.04.2011
Aus eigener Kraft keine rechtzeitigen Gegenmaßnahmen möglich

Schnell wachsende Megastädte in Entwicklungs- und Schwellenländern bekommen die Folgen des Klimawandels überdurchschnittlich stark zu spüren. Nur wenige von ihnen tun jedoch etwas dagegen, berichten Forscher vom National Center for Atmospheric Research (NCAR) in der Zeitschrift "Current Opinion in Environmental Sustainability and European Planning Studies".

"Der Klimawandel wird die Boomstädte sehr empfindlich treffen", erklärt die Berichtsautorin Patricia Romero Lankao. Dringend ist das Problem, da es bereits 2020 weltweit über 500 Millionenstädte geben wird.

Am meisten betroffen

Die Bedrohungen durch den Klimawandel reichen von der Zunahme der Extremwetterereignisse wie Hitzewellen oder Stürme bis hin zum Anstieg des Meeresspiegels. Viele Städte sind diesen Entwicklungen besonders exponiert - entweder aufgrund ihrer Küstenlage, oder wegen der Luftverschmutzung und der dichten Verbauung mit Asphalt und Beton, die Hitzetage noch unerträglicher machen. Auch fehlende Sanitäranlagen und schwindendes Trinkwasser werden zum Problem, nicht zuletzt für die Gesundheit der Bewohner.

Städte sind zugleich Stellschrauben für den Klimawandel - durch ihren enormen Einfluss auf Emissionen, durch ihre Transportsysteme und die Möglichkeiten zu höherer Energieeffizienz. Besonders Städte in Entwicklungsländern bereiten sich, wenn überhaupt, jedoch nur ungenügend auf diese Gefahren vor. "Das Tagesgeschäft der Politiker ist von anderen Sorgen geplagt. Sie sollen das wirtschaftliche Wachstum sicherstellen, was jedoch zu Kosten anderer Bedürfnisse wie die Gesundheit oder Sicherheitsstandards geht", so Romero Lankao. Viele Städte könnten zudem ihre eigenen Klimaziele nicht erreichen.

Klimamodelle für jede Stadt nötig

Als Problem bezeichnet Romero Lankao, dass Klimamodelle kaum auf einzelne Städte heruntergebrochen werden, obwohl das Klima deutliche lokale Folgen hat. Bangladeshs Hauptstadt Dhaka etwa kämpft mit sinkendem Untergrund bei gleichzeitig steigendem Meeresspiegel - für die bald 25 Mio. Einwohner eine ständige Bedrohung darstellt. Der WWF hat unlängst von der industrialisierten Welt finanzielle und technische Hilfe sowie know-how für die Klimaanpassung der Ballungszentren gefordert. Aus eigener Kraft könnten sie die Probleme nicht meistern, so die Umweltschutzorganisation. (http://pressetext.at/news/091113003/ ).

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://ncar.ucar.edu

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