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Herpesmedikament verzögert HIV-Erkrankung

15.02.2010
Aciclovir verringert Risiko des Fortschreitens um 16 Prozent

Ein häufig gegen Herpes verschriebenes Medikament kann bei Menschen mit beiden Infektionen helfen, den Zeitpunkt der Einnahme von HIV-Medikamenten hinauszuzögern.

Eine Studie der University of Washington mit 3.000 afrikanischen Patienten hat ergeben, dass Aciclovir das Risiko des Fortschreitens von HIV um 16 Prozent verringert.

Obwohl es sich um eine "bescheidene" Wirkung handelt, erklärten die Wissenschaftler, dass das billige Medikament eine einfache Möglichkeit sei, HIV-Infizierte länger gesund zu erhalten. Details der Studie wurden in The Lancet veröffentlicht. Der HIV-Experte Gus Cairns betonte laut BBC, dass es wichtig sei zu bedenken, dass Aciclovir das Risiko einer weiteren Ansteckung nicht zu verringern scheint.

Unterdrückung des Herpes-Virus senkt HIV-Werte

Das Team um Jairam Lingappa konzentrierte sich auf Menschen, die mit HIV-1 infiziert waren, der häufigsten Form der Infektion. Es ist bekannt, dass die meisten HIV-Infizierten auch mit Herpes simplex (HSV2), also genitalem Herpes, infiziert sind. Frühere Studien haben nachgewiesen, dass die Unterdrückung des Herpes-Virus die HIV-Werte ebenfalls senkt. Bisher war jedoch nicht klar, ob sich dadurch auch der Verlauf der Krankheit verlangsamen würde. Die Teilnehmer an der aktuellen Studie erhielten entweder zweimal am Tag Aciclovir oder ein Blindpräparat und wurden zwei Jahre lang beobachtet.

Am Ende der Laufzeit der Studie begannen 284 Personen der Aciclovir-Gruppe entweder HIV-Medikamente zu nehmen, hatten einen Abfall der CD4-Zellzahl, der nahe legte, dass sie Medikamente nehmen sollten oder waren bereits gestorben. Die Vergleichszahl bei der anderen Gruppe lag bei 324. Der Einsatz von Aciclovir verringerte jedoch nicht die Übertragung von HIV auf die heterosexuellen Partner der Studienteilnehmer.

Herpesmedikament zusätzliche Option

Die Wissenschaftler betonten, dass eine Behandlung mit HIV-Medikamenten wahrscheinlich eine größere Wirkung bei der Verlangsamung der Krankheitsverlaufes haben würde. Das Herpesmedikament könnte jedoch eine zusätzliche Option für jene darstellen, die die Grenzwerte für eine antiretrovirale Therapie erreicht haben. Weitere Studien seien erforderlich, um zu untersuchen, ob die Unterdrückung des Herpes-Virus bei der Behandlung von HIV-Patienten eine Rolle spielen kann, die keinen Anspruch auf eine antiretrovirale Therapie haben.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.washington.edu
http://www.thelancet.com

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