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Vierte Studie der Initiative UnternehmerPerspektiven: "Mittelstand - Wachstum durch Internationalisierung"

08.10.2007
Fast die Hälfte der mittelständischen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 2,5 Mio Euro in Deutschland ist bisher nur auf dem heimischen Markt aktiv. Während hiervon 24% auch künftig bewusst inlandsorientiert bleiben wollen, sehen weitere 23% im Ausland Chancen.

Die Gründe, warum diese Unternehmen den Schritt über die Grenze bislang nicht gewagt haben, sind vielschichtig. Meist überschätzen sie jedoch die Hürden und Probleme eines Auslandsgangs. Dies ist ein zentrales Ergebnis der jüngsten Studie der UnternehmerPerspektiven, einer Initiative der Commerzbank-Mittelstandsbank. Der Titel der mittlerweile vierten Studie der Reihe lautet "Mittelstand - Wachstum durch Internationalisierung". Mit 4000 von TNS Infratest befragten Unternehmen zählt die Studie wieder zu den größten dieser Art in Deutschland.

Fast jedes vierte deutsche Unternehmen gibt sich mit dem Inlandsmarkt zufrieden

Deutsche Unternehmen denken erst dann darüber nach, ins Ausland zu gehen, so eine weitere Feststellung, wenn ihre wichtigsten Kunden oder Großabnehmer diesen Schritt bereits gewagt haben und umgekehrt eine internationale Präsenz von ihren Lieferanten erwarten oder gar fordern. "Die Unternehmer hierzulande denken oftmals nicht geostrategisch", urteilt Martin Blessing, im Vorstand der Commerzbank zuständig für die Mittelstandsbank und Initiator der Studie. "Sie sind eher Getriebene als Treiber der Internationalisierung." Daran, dass Unternehmer die Qualität ihrer eigenen Produkte und Dienstleistungen als unzureichend ansehen, kann es nicht liegen: 88% der Befragten sagen, dass "Made in Germany" nach wie vor als Gütesiegel gilt.

Andere Herausforderungen oder Schwierigkeiten werden oft überschätzt. So zögern 72% der Unternehmen mit dem Schritt ins Ausland, weil sie mangelnde Rechtssicherheit vermuten. 73% sind unschlüssig, da sie befürchten, die ausländischen Zielmärkte nicht ausreichend zu kennen. In der Praxis hingegen mussten nur 54% bzw. 52% der ins Ausland expandierenden Firmen solche Probleme lösen.

Einzig beim Schutz des geistigen Eigentums treffen Erwartung und Erfahrung nahezu zusammen: 28% rechnen mit Schwierigkeiten, 27% mussten diese in der Praxis tatsächlich bewältigen.

"Es scheint fast so", sagt Martin Blessing, "als hätten die Unternehmer Angst vor ihrer eigenen Courage. Selbstverständlich ist auch für ein erfolgreiches Auslandsengagement das vernünftige Abwägen der Chancen und Risiken ein Muss. Dennoch sollte es im Grundsatz darum gehen, Chancen zu ergreifen und nicht darum, Risiken zu vermeiden."

Schnelle Umsetzung von Ideen in Produkte gefordert

Auf der anderen Seite unterschätzen Unternehmen, die ihre internationale "Karriere" noch vor sich haben, die Gefahr, durch Kooperationen Wissen zu verlieren und Know-how-Vorsprünge aufzugeben. Nur 19% können sich vorstellen, dass ihr Partner auf Imitation und "Ideenklau" aus ist. Bei den Global Playern hingegen, die mehr als die Hälfte ihres Umsatzes in fremden Märkten erwirtschaften und über eine entsprechend große Erfahrung verfügen, stehen 36% internationalen Partnerschaften eher skeptisch gegenüber. Der einzig wirksame Schutz vor Imitation, so die nahezu einhellige Meinung, ist das schnelle Umsetzen von Ideen in marktreife Produkte und Dienstleistungen. Markenschutz und Patente werden nur von 62% der Studienteilnehmer als wirksames Mittel eingeschätzt, um Wettbewerber abzuwehren. "Die Unternehmer in Deutschland haben längst erkannt, dass Schnelligkeit Wettbewerbsvorteile bringen kann", so Martin Blessing. "Trotzdem liegt hier nach wie vor die Achillesferse des Mittelstands. Zu lange Umsetzungszeiten sind das zentrale Problem bei der Vermarktung von Innovationen."

Mittelstand wünscht starke Banken

Bei der Unterstützung seitens der Finanzinstitute sehen die Unternehmen noch Lücken: 38% sagen, dass die Hausbanken nicht gut genug auf die Anforderungen der Internationalisierung ihrer Kunden vorbereitet sind. Insgesamt sind Firmen mit Auslandsgeschäft wesentlich zufriedener mit dem Service ihres Instituts als Unternehmen, die nur im Inland tätig sind. "Die Unternehmen rufen nach starken Banken, die sich auch einmal schützend vor ihren Kunden stellen. Insbesondere wollen auch 'kleinere' Geschäftspartner ernst genommen werden", weiß Martin Blessing. "Diese Aufforderung nehmen wir ernst und werden die uns zugewiesene Rolle noch aktiver spielen.

Weltweit sollen unsere Kunden mit dem richtigen Finanz-Know-how unterstützt werden. Deshalb investieren wir zurzeit verstärkt in die Ausweitung unseres internationalen Netzwerks an Filialen und Repräsentanzen. Mittlerweile ist die Commerzbank in 42 Ländern vertreten."

Die Initiative UnternehmerPerspektiven und die Studie

UnternehmerPerspektiven ist eine Initiative der Commerzbank. Ihr Ziel ist es, einen Raum für Themen zu schaffen, die Unternehmen aktuell bewegen. Grundlage sind repräsentative Umfragen bei 4.000 mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Die Studienergebnisse werden mit Wirtschaft, Verbänden, Politik und Wissenschaft diskutiert, um Verständnis füreinander zu schaffen und tragfähige Lösungsansätze für die Herausforderungen des Mittelstands zu entwickeln.

Bisher veröffentlichte Studien:
2006: Wirtschaft in Bewegung - Herausforderungen und Strategien am Standort Deutschland
2006: Qualifiziertes Personal als Schlüsselressource - Bildung und Ausbildung am Standort Deutschland
2007: Zukunft gestalten im globalen Wettbewerb - Innovationen als Erfolgsfaktor
2007: Mittelstand - Wachstum durch Internationalisierung
Weitere Einzelheiten zur Initiative erfahren Sie unter www.unternehmerperspektiven.de.

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.commerzbank.com
http://www.unternehmerperspektiven.de

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