Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Unternehmen in der Produktivitätskrise

04.03.2002


In deutschen Betrieben werden 39 Prozent der Arbeitszeit verschwendet. Dies entspricht umgerechnet 85 Arbeitstagen im Jahr, die nicht wertschöpfend genutzt werden. Ganz oben auf der Liste der "Produktivitätskiller" stehen mit 74 Prozent klassische Managementfehler. Zu diesen Ergebnissen kommt die international führende Produktivitätsberatung Czipin & Proudfoot Consulting GmbH in ihrer aktuellen Produktivitätsstudie.

Grundlage der Studie sind zum einen die Auswertung von mehr als 1.500 Produktivitätsanalysen in Deutschland, Österreich, Frankreich, den USA, Großbritannien und Ungarn und zum anderen eine repräsentative, globale Umfrage unter Unternehmensführern zum Themenkreis Produktivität. Hierfür wurden in neun Ländern insgesamt 2.700 Interviews geführt.

Unter den Produktivitätsblockern rangiert in Deutschland der Faktor "Mangelnde Planung und Steuerung" mit 45 Prozent an erster Stelle, gefolgt von "Mangelnder Aufsicht und Führung" mit 17 Prozent und "Mangelnder Kommunikation" mit 12 Prozent. Klassische Managementfehler bilden daher mit insgesamt 74 Prozent die Hauptursache für Produktivitätsverluste. Weitere Punkte wie "Mangelnde Qualifikation", "EDV-Probleme" und "Mangelnde Arbeitsmoral" behindern ebenfalls die Produktivität, jedoch in einem vergleichsweise geringeren Maße.

Dank der aktuellen Produktivitätsstudie konnten erstmalig auch international vergleichbare Produktivitätskennziffern ermittelt werden. In der Weltwirtschaft zeichnet sich eindeutig eine Zwei-Klassen-Produktivitätsgesellschaft ab. Spitzenreiter Deutschland, in den Produktivitätsstudien der vergangenen Jahre traditionell an erster Stelle, muss erstmalig seine Führungsposition mit den USA teilen. In beiden Ländern wurde eine Produktivität von 61 Prozent ermittelt. Österreich liegt mit 60 Prozent dicht dahinter. Den Vergleich mit diesen drei Produktivitätschampions, die zwischen 85 und 90 Arbeitstagen uneffektiv verstreichen lassen, kann eine Gruppe von eigentlich renommierten Wirtschaftsnationen nicht standhalten: In Frankreich und Großbritannien werden pro Jahr mehr als hundert Arbeitstage vergeudet. Weltweit beläuft sich die Unproduktivität der Unternehmen im Schnitt auf 43 Prozent der Arbeitszeit.

Wachsende Verunsicherung und Pessimismus greifen nach den Ereignissen vom 11. September auch vermehrt unter Führungskräften um sich. Deutsche Firmenlenker erwarten lediglich einen Produktivitätszuwachs von 1,4 Prozent. Im Vorjahr lag diese Rate noch bei 2,8 Prozent.

Geht man davon aus, dass in der Praxis nur 85 Prozent der in Unternehmen vorhandenen Potenziale effektiv genutzt werden, ergibt sich für die deutschen Unternehmen immer noch ein brachliegendes Produktivitätspotential von 24 Prozent. Das statistische Bundesamt in Wiesbaden beziffert die Bruttowertschöpfung in Deutschland für 2000 mit EUR 1.893,88 Mrd. Allein im Mittelstand, dessen Anteil an der Bruttowertschöpfung 44,7 Prozent beträgt, beläuft sich daher das Wertschöpfungspotenzial durch Produktivitätssteigerung auf EUR 200,2 Mrd.

Czipin & Proudfoot Consulting ist im Mai 2001 aus einem Merger von Czipin & Partner und der Management Consulting Group PLC London hervorgegangen und avancierte dadurch auf internationaler Ebene zu einem der führenden Know-how-Träger im Bereich Produktivitätsberatung.

Christa Malessa | ots

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Mikroplastik in Kosmetik
16.11.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Laterale Hemmung hält ähnliche Erinnerungen auseinander
02.11.2018 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: InSight: Touchdown auf dem Mars

Am 26. November landet die NASA-Sonde InSight auf dem Mars. Erstmals wird sie die Stärke und Häufigkeit von Marsbeben messen.

Monatelanger Flug durchs All, flammender Abstieg durch die Reibungshitze der Atmosphäre und sanftes Aufsetzen auf der Oberfläche – siebenmal ist das Kunststück...

Im Focus: Weltweit erstmals Entstehung von chemischen Bindungen in Echtzeit beobachtet und simuliert

Einem Team von Physikern unter der Leitung von Prof. Dr. Wolf Gero Schmidt, Universität Paderborn, und Prof. Dr. Martin Wolf, Fritz-Haber-Institut Berlin, ist ein entscheidender Durchbruch gelungen: Sie haben weltweit zum ersten Mal und „in Echtzeit“ die Änderung der Elektronenstruktur während einer chemischen Reaktion beobachtet. Mithilfe umfangreicher Computersimulationen haben die Wissenschaftler die Ursachen und Mechanismen der Elektronenumverteilung aufgeklärt und visualisiert. Ihre Ergebnisse wurden nun in der renommierten, interdisziplinären Fachzeitschrift „Science“ veröffentlicht.

„Chemische Reaktionen sind durch die Bildung bzw. den Bruch chemischer Bindungen zwischen Atomen und den damit verbundenen Änderungen atomarer Abstände...

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Im Focus: UNH scientists help provide first-ever views of elusive energy explosion

Researchers at the University of New Hampshire have captured a difficult-to-view singular event involving "magnetic reconnection"--the process by which sparse particles and energy around Earth collide producing a quick but mighty explosion--in the Earth's magnetotail, the magnetic environment that trails behind the planet.

Magnetic reconnection has remained a bit of a mystery to scientists. They know it exists and have documented the effects that the energy explosions can...

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Personalisierte Implantologie – 32. Kongress der DGI

19.11.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz diskutiert digitale Innovationen für die öffentliche Verwaltung

19.11.2018 | Veranstaltungen

Naturkonstanten als Hauptdarsteller

19.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Gen-Radiergummi: Neuer Behandlungsansatz bei chronischen Erkrankungen

19.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mit maschinellen Lernverfahren Anomalien frühzeitig erkennen und Schäden vermeiden

19.11.2018 | Informationstechnologie

Neuer Stall ermöglicht innovative Forschung für tiergerechte Haltungssysteme

19.11.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics