Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kombilohn: Hamburger Modell ist erfolgreich

27.11.2006
Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bescheinigt dem 2002 gestarteten Hamburger Kombilohn-Modell nachhaltigen Erfolg.

Die befristete und zielgruppenorientierte Förderung wettbewerbsschwächerer Personen verbessere deutlich deren individuelle Beschäftigungschancen. Aufgrund von Mitnahme-, Substitutions- und Drehtüreffekten dürfe man dies allerdings nicht mit einer Erhöhung der Beschäftigung insgesamt gleichsetzen, warnen die Autoren der Studie.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden bei dem Hamburger Kombilohn-Modell gleichermaßen gefördert. Arbeitslose, die eine Vollzeitbeschäftigung aufnehmen, erhalten für maximal zehn Monate einen monatlichen Zuschuss von 250 Euro, sofern das monatliche Arbeitsentgelt unter 1.700 Euro liegt. Der Arbeitgeber erhält ebenfalls 250 Euro monatlich. Wenn der Arbeitslohn die monatliche Geringfügigkeitsgrenze von 400 Euro übersteigt, wird auch Teilzeitarbeit bezuschusst. Hier halbiert sich der Förderbetrag allerdings.

Zudem sieht das Modell Qualifizierungsgutscheine vor. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollen gemeinsam entscheiden, welche Qualifizierung des Arbeitnehmers in Frage kommt und eine geeignete Maßnahme bei einem Bildungsträger auswählen.

Unter den Teilnehmern befinden sich auch Personen aus den Problemgruppen des Arbeitsmarktes. So waren zum Beispiel Geringqualifizierte im Vergleich zu allen Hamburger Arbeitslosen überproportional vertreten.

Die IAB-Studie zeigt: Über den gesamten Untersuchungszeitraum von 20 Monaten hinweg ist der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der geförderten Gruppe deutlich höher als in der Kontrollgruppe. Die positiven Beschäftigungseffekte gelten auch für Teilzeitbeschäftigte und Zeitarbeiter.

Nach dem Auslaufen der Förderung werden 73 Prozent der Teilnehmer, die bis zum Ende der Förderung am Modell teilgenommen haben, vom Arbeitgeber übernommen. Die maßnahmebegleitende Qualifizierung erhöht den Eingliederungserfolg, wird aber nur selten genutzt.

Entscheidend für den Erfolg seien die Kombination von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberzuschüssen sowie die transparente und einfache Ausgestaltung des Modells, so die Arbeitsmarktforscher.

Das Hamburger Modell wurde von Anfang an stark in Anspruch genommen, während alle anderen zeitgleich gestarteten Modellversuche nur sehr geringe Teilnehmerzahlen aufwiesen und inzwischen eingestellt wurden.

Auch beim Hamburger Modell gebe es aber noch Verbesserungsbedarf, so die IAB-Studie. Bislang seien die Abbrecherquoten sehr hoch. Die Arbeitsmarktforscher sprechen sich dafür aus, die Zahl der Abbrüche durch flankierende Maßnahmen zu verringern. Derzeit werden in Hamburg bereits Versuche mit einem "Integrationsmanager" unternommen.

Die IAB-Studie kann unter http://doku.iab.de/kurzber/2006/kb2006.pdf abgerufen werden.

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.iab.de
http://doku.iab.de/kurzber/2006/kb2006.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wasserelektrolyse hat Potenzial zur Gigawatt-Industrie
18.09.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht Was ist Asthma – und wenn ja wie viele?
12.09.2018 | Deutsches Zentrum für Lungenforschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Gesundheitstipps und ein virtueller Tauchgang zu Korallenriffen

20.09.2018 | Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

Von den Grundlagen bis zur Anwendung - Internationale Elektrochemie-Tagung in Ulm

18.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was Einstein noch nicht wusste

20.09.2018 | Physik Astronomie

One step ahead: Adaptive Radarsysteme für smarte Fahrerassistenz

20.09.2018 | Informationstechnologie

Nanoreaktoren nach natürlichen Vorbildern gebaut

20.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics