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Exzessives Handy-Telefonieren zerstört Spermien

25.10.2006
Ohio-Studie sorgt für Aufregung in den USA

Das Ergebnis der so genannten Ohio-Studie, wonach das exzessive Handy-Telefonieren die Zahl der Spermien deutlich reduziert, hat unter Forschern einen Disput ausgelöst. Das Forscherteam der Cleveland Clinic Foundation in Ohio hat die Spermien von 364 Männern, die in einer Fertilitäts-Klinik in Mumbai/Indien behandelt worden waren, auf die Spermienqualität untersucht.

Demnach war bei jenen Männern, die mehr als vier Stunden täglich das Handy benutzten, die Qualität am schlechtesten, berichten die Forscher vom jährlichen Treffen der American Society for Reproductive Medicine, das derzeit in New Orleans stattfindet.

Britische Experten hatten an der Ohio-Studie sofort kritisiert, dass die Telefone wohl nicht dafür verantwortlich sind, dass die Samenqualität derart schlecht sei. Schließlich befinde sich das Mobiltelefon in den meisten Fällen doch weit von den Hoden entfernt.

"Wenn man das Telefon länger am Kopf hält und spricht, ergibt es keinen Sinn, dass dadurch die Hoden berührt werden", meint Allan Pacey von der University of Sheffield und Generalsekretär der British Fertility Society. Die Gründe dafür liegen eher darin, dass Menschen, die länger telefonieren wohl auch größeren beruflichen Stress haben und mehr Junk-Food zu sich nehmen.

Die Ohio-Studie, die vom indischen Mediziner Ashok Agarwal durchgeführt wurde, zeigte, dass diejenigen Männer, die mehr als vier Stunden täglich telefonierten, mit 50 Millionen pro Milliliter die niedrigste Spermienzahl aufwiesen. Der tägliche Gebrauch des Handys zwischen zwei und vier Stunden, zeigte eine deutliche Verbesserung der Spermienzahl - nämlich 69 Mio. pro Milliliter. Jene Männer, die überhaupt kein Mobiltelefon benutzten, wiesen eine Spermienzahl von 86 Mio. pro Milliliter auf, außerdem war die generelle Spermienqualität die beste.

Für Agarwal bedeutet dies nicht notwendigerweise einen Beweis, dass Mobiltelefone die Fruchtbarkeit beeinflussen, allerdings sind dringend weitere Untersuchungen nötig. Der Forscher verwies zudem auf das globale Problem der abnehmenden und schlechter werdenden Spermien. "Vielleicht ist das nur ein Aufruf dazu, etwas genauer darüber nachzudenken, wie viel und wie oft man sein Handy tatsächlich benutzt", so der Mediziner.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.asrm.org

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