Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesundheitswesen bleibt Wachstumsbranche

29.11.2005


  • Gesundheitsmarkt wird bis zum Jahr 2020 von heute 260 Milliarden Euro auf über 450 Milliarden Euro anwachsen
  • Patienten werden mündiger und verlangen mehr Transparenz bei Angebot und Qualität

Das Gesundheitswesen, die größte Branche der deutschen Volkswirtschaft, verfügt über ein viel versprechendes Wachstumspotenzial. Denn sie verbindet Dienstleistung mit Hightech und auch die demografische Entwicklung arbeitet ihr zu. Anstelle der öffentlich diskutierten Fragen zu Kosten und Finanzierung sollten daher die Wachstumschancen im Gesundheitssektor ergriffen und Innovationen forciert werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie von Roland Berger Strategy Consultants "Innovation und Wachstum im Gesundheitswesen". Für die Studie, die in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Klaus-Dirk Henke von der TU Berlin entstanden ist, wurden rund 20 Branchenexperten befragt. Neben einer Bestandsaufnahme zeigt sie Trends und Chancen im Gesundheitssektor auf.


"Der bewusstere Umgang vieler Menschen mit ihrer Gesundheit, der medizinisch-technische Fortschritt sowie die steigende Lebenserwartung fördern die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen", sagt Dr. Joachim Kartte, Partner im Kompetenzcenter Pharma & Healthcare bei Roland Berger Strategy Consultants. Damit wird sich der Wachstumstrend der vergangenen zehn Jahre fortsetzen. Seit Mitte der neunziger Jahre ist der Gesundheitssektor jährlich um etwa einen Prozentpunkt schneller gewachsen als die gesamte deutsche Wirtschaft; über vier Millionen Menschen, also jeder zehnte Erwerbstätige, sind hier beschäftigt. Bis zum Jahr 2020 wird der Gesundheitsmarkt sogar von heute 260 Milliarden Euro auf über 450 Milliarden Euro anwachsen, so die Prognose der Autoren.

Nicht nur die Gesundheitsbranche wächst, sondern auch die Ansprüche der Patienten. Sie werden mündiger und verlangen Transparenz, damit sie selbst entscheiden können, welche Leistungen sie in Anspruch nehmen. Dafür sind die Menschen auch bereit, Gesundheitsleistungen privat zu finanzieren. So gaben die Deutschen 2003 etwa 50 Milliarden Euro für ihre Gesundheit aus und bezahlten damit knapp 20 Prozent aller Gesundheitsleistungen aus eigener Tasche.


Private Gesundheitsausgaben in Innovationen stecken

Private Finanzierung sollte zudem stärker für Innovationen genutzt werden, fordern die Autoren. Denn wer mehr Geld in seine eigene Gesundheit investiert, profitiert so auch von den neuesten therapeutischen Errungenschaften. "Dies widerspricht nicht dem Solidargedanken", so Kartte. "Schließlich wurden auch der Airbag und das ABS-System, die zweifelsohne dem Erhalt von Leben und Gesundheit dienen, zunächst von wenigen Käufern teurer Autos finanziert, ehe diese Entwicklungen in Serie gingen und alle davon Nutzen hatten".

Um weitere Mittel für die in der Medizin so wichtigen Innovationen frei zu machen, empfehlen die Autoren zudem, das solidarisch finanzierte System konsequent auf Ineffizienzen, wie zum Beispiel Doppelbehandlungen, zu durchforsten. Zudem könnten mittels systematischer Therapievergleichsforschung veraltete, medizinisch sinnlose oder gar schädliche Behandlungsmethoden aussortiert werden.

Auch Politik und Verbände sind in der Pflicht. Damit der Gesundheitsmarkt und die Anzahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen weiter wachsen, gilt es, Innovationen in Forschung und Leistungen zu fördern. Dazu zählt auch eine Deregulierung der Strukturen, damit durch das Mehr an Wettbewerb Qualität und Innovationen zunehmen. So sollten beispielsweise Zusammenschlüsse zwischen den unterschiedlichen Arten von Krankenversicherern zugelassen oder auch der Rahmen für Direktverträge zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern erweitert werden. Daneben könnten die Bürger durch Zertifizierungssysteme für die Anbieter von Gesundheitsleistungen die Qualität leichter selbst beurteilen.

Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, zählt zu den weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 31 Büros in 22 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. Über 1.600 Mitarbeiter haben im Jahr 2004 einen Honorarumsatz von rund 530 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von mehr als 130 Partnern.

Susanne Horstmann | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.rolandberger.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Grundlagen der Blockchain-Technologie in der Energiewirtschaft
27.07.2018 | Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

nachricht Studie zu Werkstoffprüfung: Schäden in nichtmagnetischem Stahl mit Magnetismus aufspüren
23.07.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Macht Sinn: Fraunhofer entwickelt Sensorsystem für KMU

15.08.2018 | Energie und Elektrotechnik

Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

15.08.2018 | Informationstechnologie

FKIE-Wissenschaftler präsentiert neuen Ansatz zur Detektion von Malware-Daten in Bilddateien

15.08.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics