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Schulrüpel haben häufig Probleme in Beziehungen

25.03.2008
Sechs von zehn Kindern tyrannisieren andere Schüler

Schüler, die andere Kinder schikanieren, haben oft auch Probleme in den Beziehungen zu ihren Eltern und Freunden.

Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der York Universität und der Queens Universität nach einer Studie an 871 Schülern. Bei der Intervention auch diese Beziehungskonflikte mit einzubeziehen, könnte helfen, Probleme zu lösen, so die Forscher. "Auffälliges Verhalten kann eine Reihe von Ursachen haben.

Das Problem kann beim Einzelnen oder im System liegen", bestätigt Franz Sedlak, Psychotherapeut und Leiter der Schulpsychologie Österreich im Gespräch mit pressetext. "Es ist problematisch, einen Einzelnen als Problemträger zu etikettieren. Anstatt ihn ausschließlich als Einzelgänger oder Sonderling hinzustellen, sollte man sich fragen, was die Gemeinschaft oder die Schule zu dem Problem beiträgt."

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Die 466 Mädchen und 405 Buben wurden im Rahmen der Studie im Alter von zehn bis 18 Jahren jährlich befragt. Jede zehnte der Testpersonen bekannte sich dabei dazu, während der gesamten Zeitspanne beständig an Schikanen beteiligt gewesen zu sein. Fast 60 Prozent berichteten zumindest zu gewissen Zeiten andere schikaniert zu haben. Kinder, die andere quälen, fehle ein moralischer Kompass, so die Forscher.

"Intervention muss sich auf das tyrannisierende Kind konzentrieren, mit einem Fokus auf seine aggressive Verhaltensprobleme, sein soziales Geschick und Konfliktlösungsfähigkeiten. Die Konzentration auf das Kind alleine ist jedoch nicht genug", so Forscherin Debra Pepler.

"Man muss aufpassen, dass man die Ursache und das Auftreten eines Problems nicht gleichsetzt", so Sedlak. "Kinder können Probleme in ihrem Umfeld haben, die dann in der Schule sichtbar werden." Dabei spiele auch die Familie ein wichtige Rolle. "Jede Form von Gemeinschaft bietet Chancen, aber auch Risiken", erklärt der Psychotherapeut. "Ein Risikofaktor ist Einsamkeit und wenn ein Schüler isoliert ist, kann das daran liegen, dass die Familie keine ausreichende Beziehungsqualität liefert."

Bei der Intervention versuche man möglichst viele Akteure einzubinden, erklärt Sedlak. "Jeder Funktionsträger hat eine Wirkung, sei es der Klassensprecher, der Klassenvorstand oder ein Lehrer mit besonderer Zusatzqualifikation. Wir versuchen diese vorhandenen Ressourcen zu nutzen um eine nachhaltige Lösung zu finden. Wenn diese Helfer nicht ausreichen, werden Spezialisten, in erster Reihe der Schulpsychologe, mit dem Konflikt betraut."

Georg Eckelsberger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.schulpsychologie.at

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