Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hintergrund zur PINGUIN Studie

21.02.2008
Wie die Ergebnisse der Deutsche Gestationsdiabetes-Studie zur PINGUIN Studie führten

Neben der BABYDIAB Studie, der weltweit größten Untersuchung zur Entstehung des Typ 1 Diabetes mellitus, befasst sich das Institut für Diabetesforschung seit 1989 auch mit den Ursachen und neuen Behandlungsmöglichkeiten bei Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes).

Die vor bald 20 Jahren gestartete Deutsche Gestationsdiabetes-Studie (Deutsche GDM-Studie) untersucht dabei unter anderem wie hoch das Langzeit-Risiko einer Schwangeren mit Gestationsdiabetes ist, nach der Entbindung einen Typ 2 Diabetes mellitus (T2DM) zu entwickeln. Man befasste sich damit, welche Faktoren hierfür entscheidend sind und welche neuen Möglichkeiten es gibt, das Risiko für einen Diabetes zu senken.

An dieser Langzeit-Untersuchung beteiligen sich bis heute über 200 Frauenkliniken und niedergelassene Frauenärzte in Deutschland. Bislang wurden über 350 Schwangere bis zu 18 Jahre nach der Entbindung nachuntersucht. Hier zeigte sich, dass man mit Hilfe relativ einfach zu bestimmender klinischer Daten das zukünftige Diabetesrisiko sehr gut differenzieren kann: So haben besonders Frauen, die während ihrer Schwangerschaft Insulin spritzen müssen, ein sehr hohes Risiko von 61 Prozent innerhalb von 3 Jahren nach Entbindung einen Typ 2 Diabetes zu entwickeln.

Dies trifft auch zu, wenn sie nach der Entbindung wieder normale Blutzuckerwerte hatten. Die Ärzte behandelten in dieser Studie insgesamt ein Drittel der Patientinnen mit Insulin. In der Gruppe der übergewichtigen Frauen mit einem Body Mass Index (BMI) über 30 entwickelte etwa die Hälfte der Frauen acht Jahre nach Entbindung einen Diabetes, gegenüber einem Drittel der Frauen mit einem BMI unter 30. Es gibt wahrscheinlich eine Gruppe von Patientinnen mit Schwangerschaftsdiabetes, bei der die gestörte Insulinsekretion und verminderte Funktion der ß-Zellen eine bedeutendere Rolle bei der Entwicklung eines Typ 2 Diabetes zu spielen scheint. Diese Erkenntnisse führten zur Überlegung, dass Schwangerschaftsdiabetikerinnen unter Insulintherapie deshalb von neuen, prophylaktisch bzw. präventiv einzusetzenden therapeutischen Maßnahmen profitieren könnten.

Die PINGUIN Studie
(Postpartale Intervention bei Gestationsdiabetikerinnen unter Insulintherapie)
Das Institut für Diabetesforschung startete deshalb ab Januar 2008 eine neue Behandlungsstudie für Frauen mit vorangegangenem Insulin pflichtigem Schwangerschaftsdiabetes. Diese Studie untersucht Placebo-kontrolliert, ob der Wirkstoff Vildagliptin (Galvus®) die Entwicklung eines Typ 2 Diabetes bei diesen Frauen verhindern oder verzögern kann. Mit oben genanntem Wissen aus der Vorläuferstudie scheint Vildagliptin durch seine Wirkweise ideal, um den Ausbruch von Typ 2 Diabetes zu verhindern oder zumindest verzögern zu können. Vildagliptin steigert nahrungsabhängig die Ausschüttung von Insulin und wäre deshalb besonders bei Frauen mit im Vordergrund stehender Sekretionsstörung sinnvoll. Außerdem kann Vildagliptin das Sättigungsgefühl positiv beeinflussen und so zu einer Gewichtsabnahme führen. Des weiteren gibt es Hinweise, dass die Funktion der Insulin ausschüttenden ß-Zellen der Bauchspeicheldrüse durch die Einnahme von Vildagliptin längerfristig geschützt werden kann.

Zusätzlich sollen die Patientinnen eine Beratung zu Ernährung und körperlicher Aktivitiät erhalten.

Unterstützt wird PINGUIN unter anderen durch den Verein zur Förderung der internationalen wissenschaftlichen Kommunikation im Bereich Diabetologie e.V.

Die Teilnahme an der Studie ist kostenlos.
Interessierte melden sich bitte am Institut für Diabetesforschung bei
Heike Boerschmann unter der Telefonnummer 089-3068-2917 oder per Mail an: prevent.diabetes@lrz.uni-muenchen.de

Christine Huber | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifdf.de

Weitere Berichte zu: Diabetes Entbindung Insulin Schwanger Vildagliptin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wenn das Smartphone zur Schuldenfalle wird
15.10.2018 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht Atomare Verunreinigung ähnlich wie bei Edelsteinen dient als Quanten-Informationsspeicher
01.10.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ultraleichte und belastbare HighEnd-Kunststoffe ermöglichen den energieeffizienten Verkehr

19.10.2018 | Materialwissenschaften

IMMUNOQUANT: Bessere Krebstherapien als Ziel

19.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Raum für Bildung: Physik völlig schwerelos

19.10.2018 | Bildung Wissenschaft

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics