Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zahl der Ausländer in Deutschland nahezu unverändert

28.03.2006

Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes weist das Ausländerzentralregister (AZR) am Jahresende 2005 insgesamt rund 6,76 Millionen Personen in Deutschland nach, die ausschließlich eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen. Ihre Zahl hat gegenüber 2004 um etwas mehr als 38 000 Personen (+ 0,5%) zugenommen.

Diese leichte Erhöhung der Ausländerzahl ergibt sich aus folgenden Veränderungen: Gut 401 000 ausländische Personen sind im Laufe des Jahres 2005 nach Deutschland zugezogen (einschließlich Geburten), rund 290 000 haben Deutschland im gleichen Zeitraum verlassen (einschließlich Sterbefälle) und rund 73 000 sind aus anderen Gründen aus dem Zentralregister ausgeschieden, zum Beispiel durch Einbürgerung.

32% (2,1 Millionen) aller ausländischen Personen am Jahresende 2005 kamen aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union und weitere 48% (3,2 Millionen) aus anderen europäischen Ländern. 12% stammten aus Asien, 4% aus Afrika, 3% aus Amerika und 1% hatten keine oder eine ungeklärte Staatsangehörigkeit. Die wichtigsten Herkunftsländer der hier lebenden Personen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit sind die Türkei mit einem Anteil von 26%, Italien mit 8%, Polen und Griechenland mit jeweils 5% sowie das Land Serbien und Montenegro mit 4%.

Ende 2005 betrug die durchschnittliche Aufenthaltsdauer aller ausländischen Personen in Deutschland 16,8 Jahre. Über ein Drittel der ausländischen Bevölkerung wohnt mehr als 20 Jahre hier. Etwa zwei Drittel oder 4,6 Millionen halten sich seit mindestens acht Jahren hier auf und haben damit die notwendige Aufenthaltsdauer für eine Einbürgerung erreicht.

1,4 Millionen oder 21% aller im Ausländerzentralregister geführten Ausländerinnen und Ausländer wurden in Deutschland geboren. Personen mit türkischer, italienischer und niederländischer Staatsangehörigkeit liegen hier mit Anteilen von 34%, 30% und 28% deutlich über dem Gesamtdurchschnitt.

Frauen machen 48% der registrierten ausländischen Bevölkerung aus. Sie waren im Durchschnitt 35,6 Jahre alt und lebten seit 16,0 Jahren in Deutschland. Das Durchschnittsalter der ausländischen Männer lag bei 36,4 Jahren, ihre Aufenthaltsdauer bei 17,6 Jahren.

Die 2005 nach Deutschland zugezogenen Ausländerinnen waren im Mittel 27,3 Jahre alt, die männlichen Ausländer 30,2 Jahre - ein deutlicher Beitrag zur Verjüngung der ausländischen Bevölkerung. 70% aller neu Zugezogenen kamen aus Europa, 42% der neu Zugezogenen aus den Ländern der Europäischen Union, hier vor allem aus Polen. Aus dem außereuropäischen Raum kamen insbesondere aus China viele Zuwanderer nach Deutschland.

Die Ausländerinnen, die Deutschland 2005 verlassen haben, waren im Schnitt 33,6 Jahre alt und hatten 7,9 Jahre hier gelebt. Fortgezogene Ausländer waren im Mittel 36,1 Jahre alt und hatten sich 8,8 Jahre hier aufgehalten. Die ausländische Bevölkerung, die Deutschland 2005 wieder den Rücken gekehrt hat, unterschied sich demnach altersmäßig kaum von der noch ansässigen ausländischen Bevölkerung, ist aber durch eine deutlich kürzere Aufenthaltsdauer gekennzeichnet.

Zwischen 2004 und 2005 hat sich die Zahl der ausländischen Bevölkerung aus einer Reihe von Herkunftsländern verringert. Besonders ausgeprägt war dies der Fall bei Personen aus dem Iran (- 5%), Sri Lanka (- 5%) und Afghanistan (- 5%) sowie aus der Demokratischen Republik Kongo, Äthiopien und Algerien (jeweils - 4%).

Umgekehrt gab es überdurchschnittliche Zuwachsraten zwischen 2004 und 2005 bei Personen aus Litauen (+ 15%) und Polen (+ 12%) sowie außereuropäisch bei den Herkunftsländern Taiwan (+ 9%), Brasilien (+ 8%) und Japan (+ 6%).

Das Ausländerzentralregister (AZR) erfasst nur Ausländerinnen und Ausländer, die sich "nicht nur vorübergehend" in Deutschland aufhalten. Es wird deshalb bei Bestandszahlen und Veränderungen in der Regel niedrigere Werte ausweisen als Datenquellen ohne eine solche Einschränkung. Aus diesem Grund dürfen die Bestandszahlen aus dem AZR nicht unmittelbar mit jenen aus der Bevölkerungsfortschreibung und die Zu- und Fortzüge aus dem AZR nicht mit entsprechenden Angaben aus der Wanderungsstatistik verglichen werden.

Weitere Auskünfte gibt: Dr. Gunter Brückner, Telefon: (0611) 75-4365, E-Mail: gunter.brueckner@destatis.de

Dr. Gunter Brückner | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Zahl der Rheuma-Patienten höher als bisher angenommen
23.11.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Blockierung des Eisentransports könnte Tuberkulose stoppen

Tuberkulose-Bakterien brauchen Eisen zum Überleben. Wird der Eisentransport in den Bakterien gestoppt, so kann sich der Tuberkulose-Erreger nicht weiter vermehren. Nun haben Forscher der Universität Zürich die Struktur des Transportproteins ermittelt, das für die Eisenzufuhr zuständig ist. Dies eröffnet Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Medikamente.

Einer der verheerendsten Erreger, der sich im Inneren menschlicher Zellen vermehren kann, ist Mycobacterium tuberculosis – der Bazillus, der Tuberkulose...

Im Focus: Blocking the Iron Transport Could Stop Tuberculosis

The bacteria that cause tuberculosis need iron to survive. Researchers at the University of Zurich have now solved the first detailed structure of the transport protein responsible for the iron supply. When the iron transport into the bacteria is inhibited, the pathogen can no longer grow. This opens novel ways to develop targeted tuberculosis drugs.

One of the most devastating pathogens that lives inside human cells is Mycobacterium tuberculosis, the bacillus that causes tuberculosis. According to the...

Im Focus: Corona-Pandemie: Medizinischer Vollgesichtsschutz aus dem 3D-Drucker

In Vorbereitung auf zu erwartende COVID-19-Patienten wappnet sich das Universitätsklinikum Augsburg mit der Beschaffung von persönlicher Schutzausrüstung für das medizinische Personal. Ein Vollgesichtsschutz entfaltet dabei in manchen Situationen eine bessere Schutzwirkung als eine einfache Schutzbrille, doch genau dieser ist im Moment schwer zu beschaffen. Abhilfe schafft eine Kooperation mit dem Institut für Materials Resource Management (MRM) der Universität Augsburg, das seine Kompetenz und Ausstattung im Bereich des 3D-Drucks einbringt, um diesen Engpass zu beheben.

Das Coronavirus SARS-CoV-2 wird nach heutigem Wissensstand maßgeblich durch Tröpfcheninfektion übertragen. Dabei sind neben Mund und Nase vor allem auch die...

Im Focus: Hannoveraner Physiker entwickelt neue Photonenquelle für abhörsichere Kommunikation

Ein internationales Team unter Beteiligung von Prof. Dr. Michael Kues vom Exzellenzcluster PhoenixD der Leibniz Universität Hannover hat eine neue Methode zur Erzeugung quantenverschränkter Photonen in einem zuvor nicht zugänglichen Spektralbereich des Lichts entwickelt. Die Entdeckung kann die Verschlüsselung von satellitengestützter Kommunikation künftig viel sicherer machen.

Ein 15-köpfiges Forscherteam aus Großbritannien, Deutschland und Japan hat eine neue Methode zur Erzeugung und zum Nachweis quantenverstärkter Photonen bei...

Im Focus: Physicist from Hannover Develops New Photon Source for Tap-proof Communication

An international team with the participation of Prof. Dr. Michael Kues from the Cluster of Excellence PhoenixD at Leibniz University Hannover has developed a new method for generating quantum-entangled photons in a spectral range of light that was previously inaccessible. The discovery can make the encryption of satellite-based communications much more secure in the future.

A 15-member research team from the UK, Germany and Japan has developed a new method for generating and detecting quantum-entangled photons at a wavelength of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Europäischer Rheumatologenkongress EULAR 2020 wird zum Online-Kongress

30.03.2020 | Veranstaltungen

“4th Hybrid Materials and Structures 2020” findet web-basiert statt

26.03.2020 | Veranstaltungen

Wichtigste internationale Konferenz zu Learning Analytics findet statt – komplett online

23.03.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Studie mit bispezifischem Antikörper liefert beeindruckende Behandlungserfolge bei Multiplem Myelom

01.04.2020 | Medizin Gesundheit

Unternehmenswissen - Wie gelingt der Umstieg von Präsenz auf Online?

01.04.2020 | Seminare Workshops

SmartKai – „Einparkhilfe“ zur Vermeidung von Schäden an Schiffen und Hafeninfrastruktur

01.04.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics