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Hilfe zum Lebensunterhalt und Leistungen für Asylbewerber im Jahr 2001 rückläufig – Mehr Geld für die Eingliederung Behinderter

17.09.2002


Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes haben die Kommunen im Jahr 2001 für die Hilfe zum Lebensunterhalt netto 8,5 Mrd. Euro ausgegeben, dies entspricht einem Rückgang von 2,3 % gegenüber dem Jahr 2000.

Dagegen stiegen die Nettoausgaben für die Hilfe in besonderen Lebenslagen im Jahr 2001 auf 12,7 Mrd. Euro (+ 4,5 % gegenüber dem Vorjahr). Darunter sind insbesondere die Eingliederungshilfen für behinderte Menschen mit 8,8 Mrd. Euro (+ 5,4 %), die damit erstmals die Ausgaben für die Hilfe zum Lebensunterhalt überstiegen, sowie die Leistungen für Pflegebedürftige, die so genannte "Hilfe zur Pflege" mit insgesamt 2,3 Mrd. Euro (+ 1,8 %), von Bedeutung.

Insgesamt haben die Kommunen im Jahr 2001 in Deutschland brutto 23,9 Mrd. Euro für Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz ausgegeben, 2,7 % mehr als im Vorjahr. Nach Abzug der Einnahmen in Höhe von 2,7 Mrd. Euro, die den Sozialhilfeträgern zum größten Teil aus Erstattungen anderer Sozialleistungsträger zuflossen, beliefen sich die Sozialhilfeausgaben netto auf 21,2 Mrd. Euro (+ 1,7 % gegenüber 2000).

Je Einwohner haben die Kommunen für die Sozialhilfe im Jahr 2001 durchschnittlich 258 Euro netto ausgegeben. In Westdeutschland (ohne Berlin) waren es mit 265 Euro je Einwohner wesentlich mehr als in Ostdeutschland (ohne Berlin) mit 165 Euro. Die mit Abstand höchsten Pro-Kopf-Ausgaben hatten im Jahr 2001 die drei Stadtstaaten Bremen (594 Euro), Hamburg (529 Euro) und Berlin (514 Euro). Die geringsten Ausgaben je Einwohner wurden in den alten Ländern in Baden-Württemberg und Bayern mit 178 Euro bzw. 193 Euro festgestellt. In den neuen Ländern waren in Sachsen (138 Euro) und Thüringen (144 Euro) die Pro-Kopf-Ausgaben am niedrigsten.

Rückläufig waren demgegenüber die Aufwendungen für Asylbewerber und sonstige nach dem Asylbewerberleistungsgesetz Berechtigte. Diese erhalten seit 1. November 1993 anstelle der Sozialhilfe Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Im Jahr 2001 betrugen in Deutschland die Bruttoausgaben für Asylbewerberleistungen 1,7 Mrd. Euro und lagen damit um 12,1 % niedriger als im Vorjahr. Mit 1,3 Mrd. Euro entfiel der größte Teil auf die Deckung des notwendigen Bedarfs an Nahrung, Kleidung, Unterkunft etc. Daneben wurden besondere Leistungen, z.B. bei Krankheit, Schwangerschaft und Geburt, in Höhe von rund 0,4 Mrd. Euro gewährt. Nach Abzug der Einnahmen in Höhe von 0,1 Mrd. Euro ergaben sich Nettoausgaben nach dem Asylbewerberleistungsgesetz in Höhe von 1,6 Mrd. Euro, 13,6 % weniger als im Vorjahr.

Nähere Angaben zur Entwicklung der Sozialhilfeausgaben (netto) enthält die nachstehende Tabelle:

Ausgaben nach dem Bundessozialhilfegesetz (netto)

Jahr
_______
Land

Ausgaben der Sozialhilfe (netto)

Insgesamt

davon:

Hilfe zum
Lebens-
unterhalt

Hilfe in
beson-
deren
Lebens-
lagen

darunter:

Eingliede-
rungshilfe
für behin-
derte
Menschen

Hilfe
zur
Pflege

Mill Euro

Euro je
Einwohner

Mill Euro

 

Deutschland

1991

15 500

194

x

x

x

x

1992

17 914

222

x

x

x

x

1993

20 546

253

x

x

x

x

1994 1)

20 704

254

7 158

13 546

5 793

6 599

1995

21 788

267

8 021

13 766

6 171

6 264

1996

20 952

256

8 379

12 573

6 426

4 823

1997

19 775

241

9 003

10 772

6 883

2 509

1998

20 286

247

9 297

10 989

7 208

2 284

1999

20 405

249

8 859

11 547

7 754

2 320

2000

20 863

254

8 721

12 142

8 322

2 308

2001

21 213

258

8 524

12 688

8 772

2 349

 

2001 nach Ländern

Baden-Württemberg

1 869

178

664

1 205

794

261

Bayern

2 353

193

677

1 676

1 212

308

Berlin

1 739

514

896

843

445

207

Brandenburg

457

176

163

294

249

21

Bremen

393

594

207

185

112

33

Hamburg 2)

905

529

381

524

283

125

Hessen

1 885

311

809

1 076

701

224

Mecklenburg-  Vorpommern

356

200

154

202

162

17

Niedersachsen

2 282

288

910

1 372

1 030

178

Nordrhein-Westfalen

5 366

298

2 207

3 160

2 163

644

Rheinland-Pfalz

913

226

292

620

450

117

Saarland

308

287

151

157

113

24

Sachsen

614

138

291

323

266

28

Sachsen-Anhalt

513

195

225

289

237

25

Schleswig-Holstein

909

327

372

537

364

116

Thüringen

351

144

125

226

191

19

nachrichtlich:

 

 

 

 

 

 

Westdeutschland
  ohne Berlin


17 183


265

Thomas Haustein | Pressemitteilung
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de/ 

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