Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher fordern: Wir brauchen eine zeitgemäße Infrastruktur für unsere Daten!

19.12.2012
DataCite-Workshop: „Möglichkeiten und neue Lösungen im Forschungsdatenmanagement“

82 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Forschungsinstitutionen und Bibliotheken nahmen am 12. Dezember 2012 im Kölner GESIS am DataCite-Workshop „Möglichkeiten und neue Lösungen im Forschungsdatenmanagement“ teil.

Veranstalter des Workshops waren die deutschen Mitglieder der internationalen Non-Profit-Organisation DataCite: die Deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED), das GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) und die Technische Informationsbibliothek (TIB).

„Ziel von DataCite ist es, Forschungsdaten öffentlich zugänglich und zitierfähig zu machen“, sagte Jan Brase, Geschäftsführer von DataCite e.V. zu Beginn der Veranstaltung. Denn es sei nicht nur wichtig, Forschungsergebnisse in Form von wissenschaftlichen Publikationen verfügbar zu machen, sondern auch die diesen Publikationen zugrundeliegenden Forschungsdaten zu veröffentlichen. Dabei müssen Forschungsdaten dauerhaft im Internet zitierbar sein. Eine URL ist dafür nicht ausreichend, da diese sich ändern kann. Die Lösung: Digital-Object-Identifier (DOI). Dabei handelt es sich um eindeutige und dauerhafte digitale Identifikatoren für digitale Objekte. Die DOIs sind mit den ISBN für Print-Publikationen vergleichbar. In Deutschland vergeben die vier deutschen DataCite-Mitglieder – die ZB MED, das GESIS, die ZBW und TIB – die DOIs. Dieser Service ist für akademische Einrichtungen kostenlos.

In der folgenden Session wurde die Frage diskutiert, wo sich die Forschung derzeit in Bezug auf die Archivierung von Forschungsdaten befindet. Noch fehle den Forschern die Infrastruktur, um Daten ohne Probleme zu sichern und frei zugänglich zu machen, konstatierte Professor Dr. Björn Brembs von der Universität Regensburg. Der Neurobiologe kritisierte, dass er sich nicht ausschließlich seiner Forschung widmen kann, weil er sich zugleich mit dem Management seiner Forschungsdaten beschäftigen muss: Wie können Daten allen frei zugänglich gemacht und dauerhaft archiviert werden. „Das Internet wurde von Wissenschaftlern entwickelt – aber die wissenschaftliche Community nutzt dessen Möglichkeiten bislang kaum“, so Brembs. Daher fordert er von den Informationsinfrastruktureinrichtungen Strukturen, die es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglichen, sich ganz auf ihre Forschung zu konzentrieren.

Der Workshop präsentierte anschließend Best-Practice-Beispiele von Institutionen, die Forschungsdaten archivieren und öffentlich zugänglich machen – und dabei DOIs und die daran angeknüpften Services von DataCite bereits nutzen: das Sozio-oekonomische Panel des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, das GESIS-Datenarchiv und das deutsche Verbundprojekt der Global Biodiversity Information Facility – das Daten-Netzwerk für die Biodiversitätsforschung.

Am Nachmittag hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, in Parallel-Sessions verschiedene Aspekte der Archivierung von Forschungsdaten besser kennenzulernen. Themen waren unter anderem die technischen Aspekte der DOI-Registrierung, wie die DOI-Registrierung mit DataCite praktisch funktioniert, sowie ein Ausblick auf Mehrwertdienste, die von DataCite entwickelt werden.

Zum Abschluss fasste Ulrich Korwitz, Direktor der ZB MED, die Ergebnisse des Tages zusammen: „Wir haben gesehen, dass es in Bezug auf das Forschungsdatenmanagement noch viele offene Fragen gibt und dass globale Lösungen gefunden werden müssen, Forschungsdaten dauerhaft zu archivieren. Daher ist es essenziell, dass wir – als DataCite-Mitglieder – in ständigem Austausch bleiben und daran arbeiten, eine Lösung für das Management und die Bereitstellung von Forschungsdaten zu finden.“ Insgesamt sei aber eine Aufbruchstimmung zu spüren. „Ich denke, dass sich viele Einrichtungen wie Universitäten mit dem Thema Forschungsdatenmanagement in Zukunft auseinandersetzen werden,“ so Korwitz.

Alle Vorträge der Veranstaltung unter http://www.gesis.org/veranstaltungen/konferenzen/datacite-workshop/

Über DataCite:
DataCite e.V. ist eine internationale Non-Profit-Vereinigung, die Services und Know How rund um das Management und die Referenzierung von Forschungsdaten bietet. ZB MED – Deutsche Zentralbibliothek für Medizin, GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, TIB – Technische Informationsbibliothek und ZBW – Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften/Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft sind die deutschen Mitglieder von DataCite, die den Workshop im Dezember 2012 veranstalteten.
http://www.datacite.org

Kontakte und weitere Informationen:
GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
Pressestelle Kerstin Hollerbach
Telefon: 0621-1246-0
kerstin.hollerbach@gesis.org
http://www.gesis.org

Technische Informationsbibliothek (TIB)
Direktor Uwe Rosemann
Telefon: 0511 / 762 – 2531
uwe.rosemann@tib.uni-hannover.de
http://www.tib-hannover.de

Deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED)
Direktor Ulrich Korwitz
Telefon: 0221 / 478 – 5600
ulrich.korwitz@zbmed.de
http://www.zbmed.de

Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften -
Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW)
Direktor Prof. Dr. KlausTochtermann
Telefon: 0431 / 8814 – 333
director@zbw.eu
http://www.zbw.eu

Juliane Tiedt | idw
Weitere Informationen:
http://www.zbw.eu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Thermomanagement von Lithium-Ionen Batterien
15.01.2020 | Haus der Technik e.V.

nachricht Seminar“ Steckverbinder im KFZ“ vom 05.-06.02.2020 in München
15.01.2020 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nachwuchswissenschaftler der Universität Rostock erfinden einen Trichter für Lichtteilchen

Physiker der Arbeitsgruppe von Professor Alexander Szameit an der Universität Rostock ist es in Zusammenarbeit mit Kollegen von der Universität Würzburg gelungen, einen „Trichter für Licht“ zu entwickeln, der bisher nicht geahnte Möglichkeiten zur Entwicklung von hypersensiblen Sensoren und neuen Technologien in der Informations- und Kommunikationstechnologie eröffnet. Die Forschungsergebnisse wurden jüngst im renommierten Fachblatt Science veröffentlicht.

Der Rostocker Physikprofessor Alexander Szameit befasst sich seit seinem Studium mit den quantenoptischen Eigenschaften von Licht und seiner Wechselwirkung mit...

Im Focus: Junior scientists at the University of Rostock invent a funnel for light

Together with their colleagues from the University of Würzburg, physicists from the group of Professor Alexander Szameit at the University of Rostock have devised a “funnel” for photons. Their discovery was recently published in the renowned journal Science and holds great promise for novel ultra-sensitive detectors as well as innovative applications in telecommunications and information processing.

The quantum-optical properties of light and its interaction with matter has fascinated the Rostock professor Alexander Szameit since College.

Im Focus: Künstliche Intelligenz findet das optimale Werkstoffrezept

Die möglichen Eigenschaften nanostrukturierter Schichten sind zahllos – wie aber ohne langes Experimentieren die optimale finden? Ein Team der Materialforschung der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat eine Abkürzung ausprobiert: Mit einem Machine-Learning-Algorithmus konnten die Forscher die strukturellen Eigenschaften einer solchen Schicht zuverlässig vorhersagen. Sie berichten in der neuen Fachzeitschrift „Communications Materials“ vom 26. März 2020.

Porös oder dicht, Säulen oder Fasern

Im Focus: Erdbeben auf Island über Telefonglasfaserkabel registriert

Am 12. März 2020, 10.26 Uhr, ereignete sich in Südwestisland, ca. 5 km nordöstlich von Grindavík, ein Erdbeben mit einer Magnitude von 4.7, während eines längeren Erdbebenschwarms. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ haben jetzt dort ein neues Verfahren zur Überwachung des Untergrunds mithilfe von Telefonglasfaserkabeln getestet.

Ein von GFZ-Forschenden aus den Sektionen „Oberflächennahe Geophysik“ und „Geoenergie“ durchgeführtes Online-Monitoring, das Glasfaserkabel des isländischen...

Im Focus: Quantenoptiker zwingen Lichtteilchen, sich wie Elektronen zu verhalten

Auf der Basis theoretischer Überlegungen von Physikern der Universität Greifswald ist es Mitarbeitern der AG Festkörperoptik um Professor Alexander Szameit an der Universität Rostock gelungen, photonische topologische Isolatoren als Lichtwellenleiter zu realisieren, in denen sich Photonen wie Elektronen verhalten, und somit fermionische Eigenschaften zeigen. Ihre Entdeckung wurde jüngst im renommierten Fachblatt „Nature Materials“ veröffentlicht.

Dass es elektronische topologische Isolatoren gibt – Festkörper die im Innern den elektrischen Strom nicht leiten, dafür aber umso besser über die Oberfläche –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

“4th Hybrid Materials and Structures 2020” findet web-basiert statt

26.03.2020 | Veranstaltungen

Wichtigste internationale Konferenz zu Learning Analytics findet statt – komplett online

23.03.2020 | Veranstaltungen

UN World Water Day 22 March: Water and climate change - How cities and their inhabitants can counter the consequences

17.03.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltweit einzigartig: Neue Anlage zur Untersuchung von biogener Schwefelsäurekorrosion in Betrieb

27.03.2020 | Architektur Bauwesen

Schutzmasken aus dem 3D-Drucker

27.03.2020 | Materialwissenschaften

Nachwuchswissenschaftler der Universität Rostock erfinden einen Trichter für Lichtteilchen

27.03.2020 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics