Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Trinkwasser-Reinigung mit UV-Lampen immer wichtiger

14.03.2007
• Internationales Symposium bei Heraeus in Hanau
• UV-Strahlen zerstören Krankheitskeime im Trinkwasser ohne Chemikalien

Trinkwasserreinigung mit UV-Strahlung war das Thema eines internationalen Symposiums des Material- und Werkstoffnetzwerks Materials Valley e.V., das Ende Februar beim Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus in Hanau stattfand.

Der Workshop wurde in Zusammenarbeit mit dem Speziallichtquellenhersteller Heraeus Noblelight, den Anlagenbauern ITT Wedeco AG aus Deutschland und dem kanadischen Unternehmen Trojan Technologies durchgeführt. Mehr als 70 Fachleute aus Europa, Nordamerika und Asien konnten sich in zahlreichen Vorträgen aus Forschung und Industrie einen Überblick über den Stand der Technik verschaffen.

Neben den herkömmlichen Verfahren Trinkwasser zu desinfizieren - etwa der Einsatz von Chemikalien wie Chlor und Ozon oder Filtersysteme – nimmt die Bedeutung von ultraviolettem Licht als umweltfreundliche Alternative immer mehr zu. Denn Trinkwasser ist ein wertvolles und knappes Gut, es macht nur 2,5 Prozent der weltweiten Wasserbestände aus, der „Rest“ ist Salzwasser. Sauberes Trinkwasser ist noch seltener. Verunreinigtes, mit Krankheitskeimen belastetes Wasser wird immer mehr zu einem Gesundheitsrisiko. Zwei Millionen Menschen sterben jährlich an den Folgen von verunreinigtem Trinkwasser, z.B. durch Infektionen oder Durchfallerkrankungen. Seit dem Jahr 1900 ist der Trinkwasserverbrauch weltweit um das sechsfache angestiegen, während sich die Weltbevölkerung in dieser Zeit lediglich verdreifacht hat. Bedrückende Zahlen, die aber eines der Hauptprobleme unserer Zeit verdeutlichen. Steht uns für die Zukunft genügend sauberes Trinkwasser zur Verfügung, und wie lässt sich dies technisch bewerkstelligen?

... mehr zu:
»Edelmetall

UV-Lampen: immer leistungsfähiger und langlebiger

Die Behandlung von Trinkwasser mit UV-Strahlung ist ein sehr wirksamer physikalischer Prozess, um Wasser zu desinfizieren und Schadstoffe abzubauen. Die energiereichen Strahlen (Wellenlängen von 200 bis 300 Nanometer) zerstören das Erbgut und inaktivieren damit die Zellen der im Wasser befindlichen Krankheitserreger wie Bakterien, Mikroorganismen, Pilze oder Parasiten und bauen gesundheitsschädliche Chemikalien ab. Auch chlorresistente Parasiten wie Cryptosporidien lassen sich mit UV-Licht inaktivieren.

Ein wesentlicher Vorteil ist, dass dieser Reinigungsprozess ganz ohne Chemikalien erfolgt. Die erste patentierte UV-Reinigung erfolgte bereits 1910 in Frankreich mit Hilfe von Quarzglaslampen - einer Entwicklung, die auf den Heraeus-Chefentwickler Richard Küch zurückgeht. Die Herausforderungen für die UV-Lampen bestehen heute darin, den Wirkungsgrad und die Lebensdauer der Strahler deutlich zu erhöhen.

Heraeus Noblelight beispielsweise hat neue UV-Lampen (Hochleistungs-Amalgam-Lampen) entwickelt, die bis zu 16.000 Betriebsstunden mit nahezu konstanter UV-Ausgangsleistung ermöglichen und damit deutlich mehr Leistung erbringen als konventionelle Lampen nach 8000 Stunden.

Dank der höheren UV-Leistung und der langen Lebensdauer benötigen Anlagenbauer weniger Lampen bei der Auslegung von Entkeimungsanlagen. Dadurch eröffnet sich erhebliches Einsparpotential in Lampenanzahl, Anlagenkomponenten, Energiebedarf und Servicekosten. „In Deutschland und seinen Nachbarländern Österreich und Schweiz ist der Einsatz von UV- Lampen mit ein Garant für die uns selbstverständliche, hohe Trinkwasserqualität. Für den zunehmenden Bedarf in Europa wäre hier ein einheitli-cher europäischer Standard für die Anwendung wünschenswert“, erläuterte Dr. Sven Schalk von Heraeus Noblelight.

Auch für weltweit tätige Anlagenbauer wird der Einsatz von UV-Technologien immer interessanter. Die ITT Wedeco AG in Herford hat schon weltweit 50.000 UV-Anlagen installiert, die von kleinen Hausanwendungen bis zu Großanlagen reichen, in denen 90.000 Kubikmeter Trinkwasser pro Stunde gereinigt werden, berichtete Peer Krüger von ITT Wedeco.

Die zunehmende Umweltbelastung durch Medikamente im Grundwasser thematisierte Marc-Olivier Buffle von Trojan Technologies, Kanada. Um die sehr komplex aufgebauten Pharmazeutika wie Steroide oder Antibiotika zu zerstören, sei eine Kombination aus UV-Strahlung und starken Oxidationsmitteln, wie Wasserstoffperoxid sinnvoll. In Hollands größtem Trinkwasserreservoir Isselmeer werde diese Technik bereits mit Erfolg eingesetzt. In Deutschland ist dieses Verfahren bislang aber nur für die Abwasserreinigung erlaubt.

Der Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus mit Sitz in Hanau ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen, dessen Geschäftsfelder die Bereiche Edelmetalle, Dentalwerkstoffe, Sensoren, Quarzglas und Speziallichtquellen umfassen. Mit einem Umsatz von über 9 Milliarden Euro und weltweit mehr als 10.600 Mitarbeitern in über 100 Gesellschaften ist Heraeus seit mehr als 150 Jahren ein weltweit aner-kannter Edelmetall- und Werkstoffspezialist.

Heraeus Noblelight GmbH mit Sitz in Hanau, mit Tochtergesellschaften in den USA, Großbritannien, Frankreich und China, gehört weltweit zu den Markt- und Technologieführern bei der Herstellung von Speziallichtquellen. Heraeus Noblelight wies 2005 einen Jahresumsatz von 79 Millionen € auf und beschäftigte weltweit 644 Mitarbeiter. Das Unternehmen entwickelt, fertigt und vertreibt Infrarot- und Ultraviolett-Strahler für Anwendungen in industrieller Produktion, Umweltschutz, Medizin und Kosmetik, Forschung und analytischen Messverfahren.

2002 wurde der Materials Valley e. V. von Unternehmen, Universitäten, Institutionen der Länder und Privatpersonen aus dem Rhein-Main-Gebiet gegründet. Heraeus gehört zu den Gründungsmitgliedern und Hauptförderern des Vereins. Weit über 80 Mitglieder gehören dem Verein an, – Mitglieder, die mit ihren Geschäftsfeldern und Aktivitäten die große Bandbreite der Material- und Werkstofftechnologie abdecken.

Weitere Informationen:
Heraeus Holding GmbH
Dr. Jörg Wetterau
Manager Technologiekommunikation
Konzernkommunikation
Tel: +49-6181-35 5706
Fax: +49-6181-35 4242
e-Mail: joerg.wetterau@heraeus.com
Heraeus Noblelight GmbH
Daniela Hornung
Projektmanager Marketing
Tel: +49-6181-35 8539
Fax: +49-6181-35 168539
E-Mail: daniela.hornung@heraeus.com

Daniela Hornung | Heraeus Noblelight GmbH
Weitere Informationen:
http://www.heraeus-noblelight.com

Weitere Berichte zu: Edelmetall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Selfies in 3D: Hightech aus der Alpenrhein-Region
28.06.2018 | Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur

nachricht Internationaler Workshop zu Künstlicher Intelligenz in der Quantenphysik
13.06.2018 | Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Europaweit erste Patientin mit neuem Hybridgerät zur Strahlentherapie behandelt

19.07.2018 | Medizintechnik

Waldrand oder mittendrin: Das Erbgut von Mausmakis unterscheidet sich je nach Lebensraum

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics