Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste Zusatzspule aus den USA angeliefert

04.07.2012
USA beteiligen sich an Wendelstein 7-X / Millionen-Investition in deutsches Fusionsprojekt
Die erste der fünf Zusatzspulen, die das Princeton Plasma Physics Laboratory für die deutsche Fusionsforschungsanlage Wendelstein 7-X herstellen lässt, ist im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Greifswald angekommen. Das gut eine Tonne schwere Bauteil liegt inzwischen ausgepackt in der Vorbereitungshalle bereit

„Ich bin sehr erleichtert, dass die Spule die 7000 Kilometer lange Reise von Pennsylvania ohne Schaden überstanden hat“, sagt Konrad Risse, der im Projekt Wendelstein 7-X für die Zusatzspulen verantwortlich ist: „Im nächsten Schritt werden wir die Spule vermessen und die Stellen markieren, an denen die Stützen angebaut werden, die jede Spule am Außengefäß fixieren. Damit sich die Spulenstützen optimal an die Gefäßkontur anschmiegen, sind dann – nach genauer Vermessung – fünf stählerne Zwischenkeile einzusetzen. Zuletzt hebt der Hallenkran die Spule in einem speziell angefertigten Tragegestell zur Montage vor die Gefäßwand.“ Etwa ab September werden die Spulen nacheinander angebaut.

Die fünf schaufenstergroßen Spulen an der Außenhülle der Anlage sollen helfen, die Magnetfelder am Plasmarand präzise einzustellen. Sie sorgen dafür, dass später während der Experimente die Außenkontur des Plasmas die gewünschte Form exakt einhält. Die Basisdaten für die Bauteile kommen aus dem IPP, Ingenieure und Wissenschaftler aus Princeton übernahmen die Konstruktion und betreuen die industrielle Fertigung. Die 4,3-Millionen-Dollar-Investition ist der größte Beitrag zu der wissenschaftlichen Zusammenarbeit der USA an Wendelstein 7-X, die sich insgesamt mit über 7,5 Millionen Dollar am Aufbau der Anlage beteiligen.

Das Außengefäß von Wendelstein 7-X mit zahlreichen Stutzen. Blau eingezeichnet: die fünf Zusatzspulen, die vom Princeton Plasma Physics Laboratory beigestellt werden. Grafik: IPP

Im Gegenzug werden die beteiligten US-Institute Partner im Forschungsprogramm von Wendelstein 7-X. Neben dem Fusionslabor in Princeton tragen auch die Institute in Oak Ridge und Los Alamos – mit der Planung von Teilen der Wandverkleidung bzw. der Zulieferung von Messgeräten zur Beobachtung des Plasmas – zur Ausrüstung der deutschen Forschungsanlage bei.

Diese deutsch-amerikanische Kooperation ist eines von insgesamt neun Projekten im Rahmen des Programms „Innovative Approaches to Fusion“ des amerikanischen Energieministeriums.

Isabella Milch | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.ipp.mpg.de/

Weitere Berichte zu: Bauteile IPP Plasma technology Spule Wendelstein 7-X Zusatzspule

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung
17.07.2018 | Österreichische Akademie der Wissenschaften

nachricht Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?
16.07.2018 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics