Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erster Studentensatellit auf dem Weg ins All

26.10.2005


Letzte Vorbereitungen vor dem Start von Plesetsk aus. Foto: ESA


Neil Melville von der ESA/ESTEC in Holland und Jörg Schäfer, Doktorand an der Uni Stuttgart, befestigen in Plesetsk den Satelliten am Adapter der Rakete. Foto: ESA


Ein großer Traum wird Wirklichkeit:


Morgen, am 27. Oktober um 8.52 Uhr mitteleuropäischer Zeit wird - wenn auch das Wetter mitspielt - vom russischen Plesetsk aus der erste nur von Studenten entwickelte und gebaute Satellit ins All starten. SSETI EXPRESS heißt der etwa 65 Kilogramm schwere Mikrosatellit, der in Zusammenarbeit von Studierenden aus mehreren europäischen Ländern, darunter 15 Studenten der Luft- und Raumfahrttechnik der Universität Stuttgart als einzigem deutschen Team, entstanden ist. Den Zusatz "Express" erhielt der Satellit, da die jungen Satellitenbauer ihn in einer Rekordzeit von nur eineinhalb Jahren planten und umsetzten. Er soll nun auf einer polaren Umlaufbahn in 700 Kilometern Höhe drei kleinere Satelliten - so genannte CubeSats - aussetzen, Bilder von der Erde zurücksenden und als Relaisstation für Amateurfunker dienen.

Tests für den Weg zum Mond


Die Student Space Exploration & Technology Initiative (SSETI) wurde bereits im Jahr 2000 von der europäischen Raumfahrtagentur ESA initiiert, seitdem arbeiten mehr als hundert Studenten an über 20 Universitäten in ganz Europa an den Raumfahrtmissionen, die in mehreren Schritten die studentischen Satelliten zum Mond bringen sollen. SSETI EXPRESS dient dabei unter anderem zur Technologieerprobung für den nachfolgenden European Student Earth Orbiter (ESEO), der 2009 mit komplexeren Nutzlasten in die Umlaufbahn gebracht werden soll. Vorstudien zum European Student Moon Orbiter (ESMO) laufen bereits.

Stuttgarter Studenten entwickelten Antriebssystem

Aufgabe der rund 15 Studentinnen und Studenten der Uni Stuttgart war die Integration und Verifikation des Antriebssystems für diese Missionen. Sie entwickelten ein Kaltgas-Antriebskonzept, das eine volle Drei-Achsen-Lagestabilisierung im Raum erlaubt und so den Satelliten jederzeit in die gewünschte Richtung drehen kann. Dieses System soll nun auf EXPRESS im Hinblick auf die Verwendung für ESEO getestet werden. Für den zweiten Satelliten ESEO wird weiterhin ein Haupttriebwerk mit an Bord sein, mit dem auch Bahnkorrekturen möglich werden, die für die spätere Reise zum Mond unerlässlich sind.

Der Start vom russischen Plesetsk (rund 800 Kilometer nordöstlich von Moskau) wird von der ESA live übertragen und ist frei empfangbar:
über Satellit, digital:
Eutelsat W2 at 16 degrees east
Transponder B6, channel G (vertical), SCPC/4:2:0
F=11.181 MHz, SR=5.632 MS/sec, FEC=3/4
Auch über Astra 1G wird der Start übertragen: http://television.esa.int/photos/Astra.pdf.

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://www.sseti.de
http://www.streamingwizard.com/clients/space.asx

Weitere Berichte zu: ESEO Express Luft- und Raumfahrt SSETI Satellit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma
18.09.2018 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

nachricht Schaltung des Stromflusses auf atomarer Skala
17.09.2018 | Universität Augsburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Im Focus: Patented nanostructure for solar cells: Rough optics, smooth surface

Thin-film solar cells made of crystalline silicon are inexpensive and achieve efficiencies of a good 14 percent. However, they could do even better if their shiny surfaces reflected less light. A team led by Prof. Christiane Becker from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) has now patented a sophisticated new solution to this problem.

"It is not enough simply to bring more light into the cell," says Christiane Becker. Such surface structures can even ultimately reduce the efficiency by...

Im Focus: Mit Nano-Lenkraketen Keime töten

Wo Antibiotika versagen, könnten künftig Nano-Lenkraketen helfen, multiresistente Erreger (MRE) zu bekämpfen: Dieser Idee gehen derzeit Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Medizinischen Hochschule Hannover nach. Zusammen mit einem führenden US-Experten tüfteln sie an millionstel Millimeter kleinen Lenkraketen, die antimikrobielles Silber zielsicher transportieren, um MRE vor Ort zur Strecke zu bringen.

In deutschen Krankenhäusern führen die MRE jährlich zu tausenden, teils lebensgefährlichen Komplikationen. Denn wer sich zum Beispiel nach einer Implantation...

Im Focus: Schaltung des Stromflusses auf atomarer Skala

Forscher aus Augsburg, Trondheim und Zürich weisen gleichrichtende Eigenschaften von Grenzflächenkontakten im ferroelektrischen Halbleiter nach.

Die Grenzflächen zwischen zwei elektrisch unterschiedlich polarisierten Bereichen im Festkörper werden als ferroelektrische Domänenwände bezeichnet. In der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von den Grundlagen bis zur Anwendung - Internationale Elektrochemie-Tagung in Ulm

18.09.2018 | Veranstaltungen

Unbemannte Flugsysteme für die Klimaforschung

18.09.2018 | Veranstaltungen

Studierende organisieren internationalen Wettbewerb für zukünftige Flugzeuge

17.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Auf der InnoTrans 2018 mit innovativen Lösungen für den Güter- und Personenverkehr

18.09.2018 | Messenachrichten

Von den Grundlagen bis zur Anwendung - Internationale Elektrochemie-Tagung in Ulm

18.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

18.09.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics