Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Privacy by Design – Sicherheit für Sie selbst und Ihre Daten

21.09.2012
Das Fraunhofer IOSB präsentiert auf der IT-Security-Messe it-sa in Nürnberg zwei heiße Eisen: ein neuartiges, interaktives Videoüberwachungssystem und ein Data-Gateway mit integriertem Schutz vor dem »Klau« personenbezogener Daten.

16. - 18. Oktober 2012 in Halle 12 Stand 547
Videoüberwachung »On-Demand«

Videoüberwachung ist in Deutschland ungefähr so beliebt wie Gentechnik oder Tierversuche. Der Anblick von Kameras an Bahnhöfen oder öffentlichen Plätzen erzeugt bei vielen Menschen das mulmige Gefühl, auf Schritt und Tritt von einem anonymen Dritten beobachtet zu werden.

Interaktive Videokameras sorgen für mehr Transparenz

M. Zentsch (c) Fraunhofer IOSB

Das Fraunhofer IOSB hat sich mit der Schaffung von mehr Akzeptanz solcher Technologien beschäftigt und einen ganz neuen Ansatz entwickelt.

Ein erster Schritt wäre es, die Kameras mit einem Barcode auszustatten. Bürger können diesen per Smartphone einlesen und anschließend Informationen über den Betreiber und die Verwendung der Kamera sowie der Daten erhalten. Auf diese Weise wäre gewährleistet, dass der Betreiber sich nicht in der Anonymität verstecken und die Daten für dubiose Missbräuche verwenden kann.

Ein zweiter Ansatz ist ein System, in welchem man über Gestensteuerung mit den Kameras »kommunizieren« kann und quasi »on demand« über einen Fingerzeig das System in Gang setzt. Wenn eine Person z.B. im Winter auf dem Nachhauseweg durch einen dunklen Park geht, ihr Auto in einer Tiefgarage aufsucht oder längere Wartezeiten an entlegenen Bushaltestellen überstehen muss, könnte sie zukünftig einer dort installierten Kamera per Geste den Befehl geben, »Bitte überwach mich!“, um die Aufzeichnung zu starten. Sollte es tatsächlich zu einer kritischen Situation kommen, würde bei der Polizei oder dem zuständigen Sicherheitspersonal ein Alarm ausgelöst und auf die Situation aufmerksam gemacht. Dies ermöglicht dem System, proaktiv und bedarfsgerecht auf das individuelle Sicherheitsgefühl von Personen zu reagieren.

Für das Wachpersonal bedeutet das Überblicken einer Vielzahl von Monitoren mit eintönigen Standbildern ein Konzentrationsproblem und damit eine Schwächung des gesamten Systems. Ziel ist es, eine Anlage zu installieren, die kritische Situationen eigenständig erkennt und die Aufmerksamkeit des Wachpersonals gezielt auf potenzielle Sicherheitsrisiken lenken kann.

Ihr Ansprechpartner: Hauke Vagts
Sichere Kommunikationsarchitekturen
Fraunhoferstr. 1
76131 Karlsruhe
Telefon +49 721 6091-574
hauke.vagts@iosb.fraunhofer.de
http://www.iosb.fraunhofer.de/SKA
Schutz der personenbezogenen Daten

Interneteinkäufe gehören selbstverständlich zu unserem Konsumverhalten.
Nach dem googlen führt der nächste Mausklick meistens auf die Seite einer eCommerce-Plattform, um bequem und schnell von zu Hause aus die gewünschte Ware zu ordern.

Dabei hinterlegen wir eine Vielzahl persönlicher Daten, angefangen von Kontaktdaten, Bankverbindung, Geschenkoptionen bis hin zur Anlage von Wunschlisten und Einkaufshistorien, die im Shopsystem gespeichert werden. Wir geben aber nicht nur Daten hinein, sondern wir möchten auch Daten aus dem Shopsystem als Antwort erhalten, z.B. eine Bestellbestätigung. Das bedeutet, dass die eCommerce-Plattform in beide Richtungen für Datenpakete geöffnet sein muss.

Die Kundendaten gehören inzwischen selbst zur begehrten Ware, jede digitale Spur gibt Auskunft über unser Konsumverhalten und unsere Interessengebiete, was direkt für Werbekampagnen und Produktentwicklungen genutzt wird. Ein Hacker könnte sich durch das Eindringen in ein Shopsystem Zugang zu Millionen von Kundendaten verschaffen. Genau das ist z.B. bei Sony schon geschehen.

Im Jahr 2011 wurden z.B. allein in Deutschland 65 Millionen Datensätze durch solche Sicherheitslücken gestohlen. Tendenz: rapide steigend. Hier muss eine Sicherheitsschleuse dafür sorgen, dass bei Anfragen der Rückfluss der Daten nach außen immer nur für einen einzigen Datensatz möglich ist, und dieser nur für genau den Kunden, der diese Daten eingegeben hat.
Das Fraunhofer IOSB hat ein so genanntes (1,e)-Gateway entwickelt, welches wie eine Firewall zwischen das geschützte interne Netz und das ungeschützte externe Netz integriert wird. Wie bei einem Flaschenhals sorgt das Gate dafür, dass zwar von außen Daten in das System eingegeben werden können, aber nur jeweils ein einzelner Datensatz nach außen gelangt. So müsste ein potenzieller Angreifer jeden Kundendatensatz einzeln aus dem System abfragen, was weder effektiv noch lukrativ ist.

Auch die elektronisch gespeicherten Personaldaten eines Unternehmens sind über solche Sicherheitslücken erreichbar. Konkurrenten oder Headhunter könnten versuchen, potentielle Abwerbungskandidaten auf diese Weise auszuspähen. Ein Eindringen in diesen sensiblen Bereich eines Firmennetzwerks hätte gravierende Folgen und führt mindestens zu einem Imageverlust des Unternehmens.

Das Gateway ist wie eine »Black Box« in bestehende Firmennetzwerke an beliebiger Stelle nachrüstbar. Die Forscher suchen nun nach einem geeigneten Partner um das System zur Marktreife zu bringen. Sie schätzen, dass dies in ca. 6 Monaten realisierbar sein müsste.

Ihr Ansprechpartner: Dr. Andreas Jakoby
Sichere Kommunikationsarchitekturen
Fraunhoferstr. 1
76131 Karlsruhe
Telefon +49 721 6091-428
andreas.jakoby@iosb.fraunhofer.de

Sibylle Wirth | idw
Weitere Informationen:
http://www.iosb.fraunhofer.de/SKA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht dormakaba auf der Messe BAU 2019: Smarte Systemlösungen für sichere Zugänge
16.10.2018 | dormakaba Deutschland GmbH

nachricht Internationale Medizintechnikexperten zeigen auf der COMPAMED die Trends der Zukunft
10.10.2018 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ultraleichte und belastbare HighEnd-Kunststoffe ermöglichen den energieeffizienten Verkehr

19.10.2018 | Materialwissenschaften

IMMUNOQUANT: Bessere Krebstherapien als Ziel

19.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Raum für Bildung: Physik völlig schwerelos

19.10.2018 | Bildung Wissenschaft

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics