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Europäische Spitzenforschung auf der EuMW

24.09.2018

Vom 23.-28. September 2018 präsentieren Forscherinnen und Forscher des Fraunhofer IAF neueste Entwicklungen der Mikrowellen- und Radartechnologie auf der European Microwave Week 2018 (EuMW) in Madrid. Neben mehreren Konferenzbeiträgen ist das Fraunhofer IAF auch auf der Fach- und Technologieausstellung vertreten und stellt dort neueste Millimeterwellen- und Terahertz-Systeme für Sensorik und Kommunikation vor.

Die EuMW ist die bedeutendste europäische Veranstaltung rund um die Themen Mikrowellen-, Funk- und Radartechnologie. Sie besteht aus drei separaten Konferenzen – EuMIC, EuMC und EuRAD. Mehrere Wissenschaftler des Fraunhofer IAF halten Fachvorträge an allen drei Konferenzen und stellen aktuellste Forschungsergebnisse vor.


Ein funktionaler Prototyp eines 300-GHz-Mehrkanal-Funksystems.

© Fraunhofer IAF


Der Stand des Fraunhofer IAF auf der EuMW 2017 in Nürnberg.

© Fraunhofer IAF

Zudem ist das Fraunhofer-Institut mit einem Stand auf der Fach- und Technologieausstellung vertreten. Dort stellen die Freiburger Forscher integrierte Schaltungen für hohe Frequenzen, Terahertz-Technologien für die Mobilfunkgeneration nach 5G sowie Millimeterwellen-Schaltungen und -Module für den E-Band Frequenzbereich vor, mit denen zukünftig schnelles Internet im Flugzeug realisiert werden kann.

Hochfrequenzelektronik des Fraunhofer IAF

Das Fraunhofer IAF präsentiert elektronische integrierte Schaltungen auf Basis von III/V-Halbleitermaterialien für hohe Frequenzen (bis 600 GHz). Die monolithisch integrierten Mikrowellenschaltungen (MMICs) zur Realisierung von Hochfrequenzkomponenten werden in der metamorphen High-Electron-Mobility-Transistor (mHEMT)-Technologie des Fraunhofer IAF gefertigt.

Die mHEMTs basieren auf einem Indiumgalliumarsenid (InGaAs) Kanal mit hohem Indiumgehalt, um ein exzellentes Rauschverhalten zu erzielen. Die am Fraunhofer IAF entwickelten Schaltungen verfügen über ein breites Anwendungspotenzial: In der Kommunikation sorgen sie für eine ultraschnelle Übertragung von sehr großen Datenmengen, in der Flugsicherheit können Sie als sichere Landehilfe eingesetzt werden und in der Raumfahrt dienen sie zur Klima- und Erdbeobachtung aus dem All.

THz-Technologien für drahtlose Netze nach 5G

Im interdisziplinären Projekt »Terranova« arbeitet das Fraunhofer IAF gemeinsam mit mehreren europäischen Partnern an Technologien für die nächste Mobilfunkgeneration nach 5G. Dazu untersuchen die Forscher neue Systemarchitekturen zur Einbettung von breitbandigen drahtlosen Terahetz-Verbindungen in optische Glasfaserstrecken.

Der Fokus des Projektes ist darauf ausgelegt, das Frequenzfenster zwischen 220 und 330 GHz innerhalb des sogenannten THz-Bands (0,1 – 10 THz) bestmöglich auszunutzen. Ein für »Terranova« entwickelte 300-GHz-Mehrkanal-Funksystem ist ebenfalls auf dem Stand des Fraunhofer IAF zu sehen. Die Verschmelzung mit der Glasfaserinfrastruktur ist einer der kommerziell vielversprechendsten Lösungsansätze, um eine etwa einhundertmal höhere Datenrate zu erreichen, als sie für den 5G-Standard vorgesehen ist.

Schnelles Internet im Flugzeug

Ein Highlight auf dem Messestand des Fraunhofer IAF sind die Millimeterwellen-Schaltungen und -Module für den E-Band Frequenzbereich zwischen 71 und 86 GHz. In einem Projekt mit mehreren Forschungseinrichtungen und Industriepartnern ist es den Wissenschaftlern gelungen, eine schnelle Luft-zu-Boden-Datenverbindung zu realisieren und im realen Funkbetrieb zu testen.

Das Forscherteam übermittelte zwischen einem Flugzeug und einer Bodenstation Signale mit einer Übertragungsrate von 8 Gigabit pro Sekunde. Mit dieser Technik könnte zukünftig Breitbandinternet und Video-on-Demand in Passagierflugzeugen zur Verfügung gestellt werden. Auch hochauflösende Videos beziehungsweise Sensordaten von einem Flugzeug, einem Erderkundungssatelliten oder einer Drohne ließen sich kontinuierlich und unkomprimiert zum Boden übertragen.

Über die European Microwave Week

Die EuMW findet bereits zum 21. Mal statt. Traditionell treffen sich dort Vertreter aus Forschung und Industrie, um sich über aktuellste Forschungsergebnisse und die neuesten Technologien auszutauschen.
Die sechstätige Veranstaltung beinhaltet drei komplementäre Konferenzen: Die European Microwave Integrated Circuits Conference (EuMIC) befasst sich im Wesentlichen mit dem Entwurf und der Herstellung von neuartigen Bauelementen und Schaltungen.

Der Fokus der European Mikrowave Conference (EuMC) liegt auf den neuesten Entwicklungen im Bereich der Mikrowellen-, Millimeterwellen- und Submillimeterwellen-Systeme. Und auf der European Radar Conference (EuRAD) präsentieren Experten aus Wissenschaft und Industrie ihre Innovationen aus dem Bereich Radar und Sensorik.

Die begleitende Fach- und Technologieausstellung bietet Experten aus aller Welt die Gelegenheit, ihre neuesten Technologien und Produkte zu präsentieren sowie Kontakte zu knüpfen. Sie lockt jährlich etwa 4500 Besucher an und ist mit 300 Ausstellern die größte europäische Messe ihrer Art.

Die Veranstaltung wurde 1998 von der European Microwave Association (EUMA) ins Leben gerufen und wird dieses Jahr erstmals in Spanien abgehalten. Der Veranstaltungsort ist das Messegelände IFEMA, Feria de Madrid.

Über das Fraunhofer IAF

Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF zählt zu den führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Verbindungshalbleiter. Auf Basis dieser Halbleiter entwickelt es elektronische und optoelektronische Bauelemente sowie integrierte Schaltungen und Systeme. In einem 1000 m² großen Reinraum und weiteren 3000 m2 Laborfläche stehen Epitaxie- und Technologieanlagen sowie Messtechniken bereit, um Hochfrequenz-Schaltungen für die Kommunikationstechnik, Spannungswandler-Module für die Energietechnik, Infrarot- und UV-Detektoren für die Sicherheitstechnik sowie Infrarot-Lasersysteme für die Medizintechnik zu realisieren. Bedeutende Entwicklungen des Instituts sind lichtstarke weiße Leuchtdioden für die Beleuchtungstechnik, energieeffiziente Leistungsverstärker für die mobile Kommunikation und hochempfindliche Laser-Analysesysteme zur Überwachung der Trinkwasserqualität.

Originalpublikation:

https://www.iaf.fraunhofer.de/de/medien/newsarchiv/eumw2018.html

Weitere Informationen:

http://www.eumweek.com
http://www.iaf.fraunhofer.de

Anne-Julie Maurer | Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF

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