Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Embedded World: Fraunhofer ESK zeigt Entwicklung eines ausfallsicheren Bordnetzes für die Autos der Zukunft

04.02.2016

Hochautomatisiertes Fahren setzt voraus, dass Fahrzeuge Fehler selbstständig beheben können, bis der Fahrer in der Lage ist, selbst einzugreifen. Dazu muss im Bordnetz des Autos die Ausfallsicherheit kritischer Funktionen garantiert sein. Das Fraunhofer ESK zeigt auf der Embedded World in Nürnberg (23. bis 25. Februar), wie das mit Erweiterungen des aktuellen AUTOSAR-Standards umzusetzen ist. Hierfür stellen die ESK-Forscher auch eine Werkzeugkette vor, mit der solche Bordnetze entwickelt werden können (Halle 4 / Stand 460).

Fällt in einem hochautomatisierten Fahrzeug eine Steuerungseinheit aus, muss das Fahrzeug selbstständig reagieren, bis der Fahrer eingreifen und das Fahren wieder selbst übernehmen kann. Bis das der Fall ist, muss das Auto quasi selbstständig einige Sekunden sicher weiter fahren. Vom Standpunkt der Sicherheit aus betrachtet heißt das: Das System muss ausfallsicher sein, in der Fachsprache fail-operational.


Das Fraunhofer ESK zeigt am Beispiel einer Steer by Wire-Lenkung, wie eine fail-operational E/E-Architektur mit aktuellen AUTOSAR Classic-Plattformen realisiert werden kann. Das Exponat besteht aus einem Modellauto mit Steuerungseinheiten, das zur Demonstration eines Fehlerszenarios mit einer Fahrsimulation verbunden ist.

© Fraunhofer ESK


© Fraunhofer ESK

Ausfallsicherheit im Bordnetz bedeutet hier: Die Verfügbarkeit kritischer Funktionen muss gegeben sein, ein reines Abschalten reicht nicht mehr aus. Dies wiederum heißt, dass die E/E-Architektur (Elektrik-/Elektronik-Architektur) bis zu einem gewissen Grad in der Lage sein muss, Fehler zu kompensieren.

Jedoch sollte dies nicht für jede einzelne Funktion, zum Beispiel Steuerung und Bremsvorgang, sondern systemweit angelegt sein. Die Gründe dafür sind einerseits eine bessere Handhabbarkeit der Komplexität und andererseits für die Vielzahl an kritischen Fahrzeugfunktionen insgesamt niedrigere Kosten.

Im Rahmen des EU-Projekts SafeAdapt wurden Methoden und Lösungen für die Realisierung ausfallsicherer Architekturen erforscht. Das Fraunhofer ESK hat die Möglichkeit geschaffen, solche Architekturen zu entwickeln, und das so, dass sie mit verschiedenen Steuergeräten und heterogenen Technologien realisierbar sind.

Dafür lassen sich die Entwurfswerkzeuge des ESK nämlich in eine AUTOSAR-konforme Werkzeugkette integrieren. Damit ermöglichen die ESK-Forscher eine automatische Berechnung ausfallsicherer Konfigurationen sowie die automatische Generierung der Steuergerätesoftware. Fraunhofer ESK zeigt somit erstmalig eine AUTOSAR-kompatible Lösung für zukünftige Bordnetze mit fail-operational Verhalten, wie es für die zukünftigen Automatisierungsgrade notwendig wird.

Exponat mit Fahrsimulator auf der Embedded World

Am Beispiel einer Steer by Wire-Lenkung demonstriert das Fraunhofer ESK, wie eine solche fail-operational E/E-Architektur mit aktuellen AUTOSAR Classic-Plattformen realisiert werden kann.

Genauer gesagt zeigt das Exponat auf der Embedded World, wie die Entwicklung abläuft und das System arbeitet – und somit während der Fahrt das Funktionieren der Lenkungssteuerung garantiert wird. Im Mittelpunkt dabei steht ein Modellauto mit Steuerungseinheiten, das zur Demonstration eines Fehlerszenarios mit einer Fahrsimulation verbunden ist.

Das Exponat wurde im Rahmen des Projekts SafeAdapt entwickelt, das von der EU gefördert wird. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer ausfallsicheren E/E-Architektur für künftige Fahrzeuge sowie der Aufbau eines Testfahrzeugs und eines Driver-in-the-Loop-Fahrsimulators.

Mitte dieses Jahres sollen erste Evaluierungsergebnisse vorliegen. Das Projekt SafeAdapt hat eine Laufzeit von drei Jahren und endet mit Ablauf des Jahres 2016. Projektpartner neben dem Fraunhofer ESK sind CEA LIST (Frankreich), Delphi (Deutschland), DuraCar (Niederlande), Fico Mirrors (Spanien), Tecnalia Research & Innovation (Spanien), Pininfarina (Italien), Siemens (Deutschland) und TTTech Computertechnik (Österreich).

Fraunhofer Gemeinschaftsstand: Halle 4 / Stand 460

M.A. Hans-Thomas Hengl | Fraunhofer-Institut für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik ESK
Weitere Informationen:
http://www.esk.fraunhofer.de/de/medien/pressemitteilungen/pm1602.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht ZUKUNFT PERSONAL EUROPE: WORK:OLUTION - SUCCEED IN PERMANT BETA
16.07.2018 | GFOS mbH

nachricht Roboter zeichnet Skizzen von Messebesuchern
22.06.2018 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics