Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Rapid-Manufacturing - Materialien für die Medizintechnik

22.11.2005


Individuell gefertigtes Knochenersatzimplantat. Foto: caesar / 3mat


Forschungszentrum caesar beteiligt sich an "Kompetenzkette der Medizintechnik" auf der Euromold


Ob für Implantate, Operationsschablonen oder medizinische Planungsmodelle - der Einsatz bioverträglicher Materialien ist in der Medizintechnik besonders wichtig. An der Entwicklung solcher Materialien mit optimierten Eigenschaften für die Medizintechnik sowie innovativer Verarbeitungsprozesse arbeitet die Gruppe "Rapid Prototyping" des Bonner Forschungszentrums caesar, die von Dr. Carsten Tille und Dr. Hermann Seitz geleitet wird. Vom 30. November bis 3. Dezember präsentiert die Gruppe unter dem Label "3mat" im Rahmen einer Sonderschau der Messe Euromold in Frankfurt ("Die längste Kompetenzkette der Medizintechnik") in Halle 5.0 ihre Dienstleistungen und Produkte.

3mat entwickelt Materialien auf Polymer- und Keramikbasis für Kunden und Forschungspartner (z.B. Medizintechnikfirmen und Kliniken). Aus der Forschungsarbeit ist beispielsweise das neuartige FlexSL-Stereolithographie-Material hervorgegangen, das sich durch eine besonders hohe Flexibilität auszeichnet. Damit weist es einen großen Vorteil gegenüber bisher verfügbaren Kunstharzmaterialien für die Stereolithographie auf, denn diese sind meist kaum biegsam und schnell brüchig. Das FlexSL-Kunstharz basiert auf einem nicht-toxischen (Meth)Acrylat-Material und eignet sich aufgrund seiner flexiblen und biokompatiblen Eigenschaften hervorragend für den Einsatz im medizinischen und medizintechnischen Bereich. Die mechanischen Eigenschaften des Materials lassen sich je nach Verwendungszweck anpassen, so dass für fast jeden Bedarf das geeignete Material verfügbar ist.


Ergänzend hierzu umfassen die Leistungen von 3mat computergestützte dreidimensionale Formgebungsverfahren und die Fertigung patientenspezifischer anatomischer Modelle, Implantate oder Prototypen nach Kundenwunsch. So bietet die Gruppe u. a. Prototypenbau (z.B. Gerätegehäuse) und Engineering-Dienstleistungen für die Medizin¬gerätetechnik an. Dabei stellen sie Kleinserien komplexer oder individueller medizinischer Teile her und verwenden dafür ihre eigens entwickelten ungiftigen Materialien mit verbesserten Materialeigenschaften.

Des Weiteren wird 3mat das Portfolio in Zukunft um die patientenindividuelle Gestaltung und Fertigung von Knochenersatzstücken erweitern. Dabei werden auf Basis von anatomischen Patientendaten (Computertomografie) per Computer millimetergenau die Formen maßgeschneiderter Knochenimplantate berechnet. Für die Herstellung der Implantate wird dann eine 3D-Drucktechnologie angewendet: Aus einem Hydroxyapatit-Granulat wird Schicht für Schicht das passende Stück aufgebaut, indem ein Druckkopf ähnlich wie in einem Tintenstrahldrucker über das Granulat fährt und ein Bindemittel tröpfchenweise aufträgt. Man erhält als Ergebnis ein poröses Keramikgerüst, das in seiner Struktur dem natürlichen Knochen ähnelt und mit patienteneigenen Zellen besiedelt werden kann.

Außerdem fertigen die Forscher OP-Schablonen und individuelle anatomische Planungsmodelle, insbesondere für die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Wahlweise können diese auch mit realistischen Weichgewebeeigenschaften ausgestattet werden, ebenso mit farbigen Oberflächen sowie markierten Innenstrukturen in transparenten Modellen. Als Grundlage für die Herstellung der Modelle dienen medizinische Datensätze, die z.B. durch Computertomografie gewonnen werden. Operationen können mit ihrer Hilfe im Vorfeld genauer geplant und schneller durchgeführt werden, die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen verringert sich.

Das internationale Forschungszentrum caesar (center of advanced european studies and research) hat 1999 die Arbeit aufgenommen. Mit inzwischen über 220 Mitarbeitern forschen interdisziplinäre Teams in den Bereichen Medizintechnik, Biotechnologie und Materialwissenschaften/Nanotechnologie. Forschung und industrielle Anwendung gehen Hand in Hand: caesar entwickelt innovative Produkte und Verfahren und unterstützt die Wissenschaftler bei Firmenausgründungen.

Über ein Belegexemplar freuen wir uns!
Sollten Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an:
Forschungszentrum caesar, Frau Francis Hugenroth
Ludwig-Erhard-Allee 2, 53175 Bonn
Telefon: 0228 / 96 56-135, Fax: 0228 / 96 56-111
E-Mail: hugenroth@caesar.de

Francis Hugenroth | idw
Weitere Informationen:
http://www.caesar.de
http://www.3mat.de

Weitere Berichte zu: Fertigung Implantat Medizintechnik Schicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Auf der InnoTrans 2018 mit innovativen Lösungen für den Güter- und Personenverkehr
18.09.2018 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Heute sehen, was morgen krank macht
17.09.2018 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Im Focus: Patented nanostructure for solar cells: Rough optics, smooth surface

Thin-film solar cells made of crystalline silicon are inexpensive and achieve efficiencies of a good 14 percent. However, they could do even better if their shiny surfaces reflected less light. A team led by Prof. Christiane Becker from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) has now patented a sophisticated new solution to this problem.

"It is not enough simply to bring more light into the cell," says Christiane Becker. Such surface structures can even ultimately reduce the efficiency by...

Im Focus: Mit Nano-Lenkraketen Keime töten

Wo Antibiotika versagen, könnten künftig Nano-Lenkraketen helfen, multiresistente Erreger (MRE) zu bekämpfen: Dieser Idee gehen derzeit Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Medizinischen Hochschule Hannover nach. Zusammen mit einem führenden US-Experten tüfteln sie an millionstel Millimeter kleinen Lenkraketen, die antimikrobielles Silber zielsicher transportieren, um MRE vor Ort zur Strecke zu bringen.

In deutschen Krankenhäusern führen die MRE jährlich zu tausenden, teils lebensgefährlichen Komplikationen. Denn wer sich zum Beispiel nach einer Implantation...

Im Focus: Schaltung des Stromflusses auf atomarer Skala

Forscher aus Augsburg, Trondheim und Zürich weisen gleichrichtende Eigenschaften von Grenzflächenkontakten im ferroelektrischen Halbleiter nach.

Die Grenzflächen zwischen zwei elektrisch unterschiedlich polarisierten Bereichen im Festkörper werden als ferroelektrische Domänenwände bezeichnet. In der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von den Grundlagen bis zur Anwendung - Internationale Elektrochemie-Tagung in Ulm

18.09.2018 | Veranstaltungen

Unbemannte Flugsysteme für die Klimaforschung

18.09.2018 | Veranstaltungen

Studierende organisieren internationalen Wettbewerb für zukünftige Flugzeuge

17.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Auf der InnoTrans 2018 mit innovativen Lösungen für den Güter- und Personenverkehr

18.09.2018 | Messenachrichten

Von den Grundlagen bis zur Anwendung - Internationale Elektrochemie-Tagung in Ulm

18.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

18.09.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics