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Neue Gefäßprothese erspart Patienten zweite Brustkorb-OP

17.11.2003


MHH-Forscher stellen Produkt auf der MEDICA vor



Eine neu entwickelte Gefäßprothese ermöglicht es, Patienten mit einer langstreckig erweiterten Brustschlagader eine von zwei bislang üblichen Operationen zu ersparen. Damit sinkt zukünftig die Gesamtbelastung für die Patienten. Das innovative Implantat kombiniert die Eigenschaften einer herkömmlichen Gefäßprothese und einer Gefäßstütze (Stent-Graft) in einem Produkt. Die Ergebnisse der ersten klinischen Studie sind vielversprechend. Das Implantat wurde entwickelt von Privatdozent Dr. Ajay Chavan, Abteilung Diagnostische Radiologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), Professor Dr. Axel Haverich und Professor Dr. Matthias Karck, MHH-Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie.

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Das Kompetenzzentrum für Kardiovaskuläre Implantate der MHH präsentiert die neuartige Hybrid-Gefäß-Endoprothese und die Ergebnisse der ersten Pilotstudie auf der MEDICA in Düsseldorf vom 19. bis 22. November 2003 in Halle 3 am Stand G 92.

Ist die Hauptschlagader (Aorta) krankhaft erweitert, sprechen Mediziner von einem Aneurysma. Überschreitet das Aneurysma einen bestimmten Durchmesser, droht es zu platzen - die Betroffenen können innerlich verbluten. Deshalb raten Ärzte dazu, Aufweitungen mit einem Durchmesser von fünf Zentimetern oder größer operativ zu entfernen und gegen eine Gefäßprothese auszutauschen. Liegen in der Brustaorta gleichzeitig Aneurysmen der aufsteigenden und absteigenden Anteile vor, bedarf es in aller Regel zweier großer Operationen, um die erkrankte Hauptschlagader zu ersetzen. Das Gleiche gilt für einen Einriss der Aortenwand (Aortendissektion) in den oben erwähnten Abschnitten.

Die neue Gefäß-Endoprothese aus Hannover besteht aus blutundurchlässigem Dacronmaterial. Das untere Ende der Hybridprothese ist mittels eines eingewobenen Drahtgeflechtes (Stent) stabilisiert und wird über die eröffnete herznahe Hauptschlagader in der absteigenden Aorta verankert. Anschließend kann der obere Abschnitt zur Rekonstruktion der erkrankten, herznah gelegenen Hauptschlagader verwendet werden.

In einer Pilotstudie, die von der MHH-Ethikkommission bewilligt wurde, setzten die Mediziner die Hybrid-Gefäß-Endoprothese bei 18 Patienten erfolgreich ein. Es ist geplant, die Studie auf andere Zentren in Europa und Asien auszuweiten. Europäische und amerikanische Patente wurden angemeldet.

Weitere Informationen gibt gern Privatdozent Dr. Ajay Chavan, MHH-Abteilung Diagnostische Radiologie, Telefon: (0511) 532-3423, E-Mail: Chavan.Ajay@mh-hannover.de

Dr. Arnd Schweitzer | idw

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