Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sensorisches Verfahren für berührungslose Steuerung von Computern

13.10.2003


Die Begriffe »Schnittstelle« (Interface) und »Benutzeroberfläche« führen nicht nur Software-Entwickler häufig im Munde. Auch der Alltagsmensch gibt immer wieder Daten ein und erhält irgendetwas zurück, über den sensitiven Bildschirm eines Automaten beispielsweise eine Bahnfahrkarte. Der Touch Screen ersetzt reale Knöpfe durch virtuelle, was ihre Menge reduziert und die Bedienung der verschiedenen Anzeigeseiten erleichtern soll. Um den Fingerzeig oder -druck mit dem Ort zu verknüpfen - dem Computer also die Eingaben verständlich zu machen -, werden verschiedene sensorische Verfahren eingesetzt. Eines, das ohne jede Berührung auskommt, haben Wissenschafler am Fraunhofer-Institut für Medienkommunikation IMK entwickelt: Ein ausgestreckter Arm genügt und das System versteht, welches Feld auf dem Bildschirm oder auf einem projizierten Bild ausgewählt werden soll.



Die möglichen Anwendungen sind vielfältig - sie reichen vom interaktiven Schaufenster eines Kaufhauses bis zu neuen Computerspielen. Eine mit dieser Electric-Field-Sensing-Methode ausgestattete Anzeigetafel (PointScreen™) und eine Info-Jukebox genanntes digitales Kiosk-System für den öffentlichen Raum stellen die Medienforscher am 23. und 24. Oktober auf der e-culture fair in Amsterdam vor.

»Das von uns zum Patent angemeldete sensorische Verfahren ist im Prinzip jedem aus dem Alltag bekannt«, meint Wolfgang Strauss, Co-Leiter der IMK-Abteilung Media Arts and Research Studies MARS. »Wenn Sie sich in die Nähe eines Radios begeben, das über Antenne sein Programm empfängt, kann es passieren, dass der Empfang besser oder schlechter wird. Sehr viel feiner und ortsaufgelöst misst unser System die Änderungen eines oszillierenden und unbedenklichen elektrostatischen Feldes.« Ein Rahmen aus vier Antennen befindet sich vor dem Anzeigegerät. Wenn ein Mensch mit seinem Arm auf eine bestimmte Stelle deutet, ändert sich dort die Feldstärke. Ein Computer übersetzt die analogen Signale und gibt sie digital an die grafische Oberfläche weiter - ähnlich wie eine kabellose Computermaus.


In der momentanen Demoversion des Systems können so 36 Felder identifiziert und ausgewählt werden. Hinterlegt sind Videos, Steuerelemente oder andere multimediale Inhalte. Bereits im Laborbetrieb befindet sich ein System, in dem die Antennen nicht als flacher Rahmen, sondern dreidimensional als Kubus angeordnet sind. Dem Benutzer wird so die Möglichkeit gegeben, mit Computern berührungslos und räumlich zu interagieren.

Wolfgang Strauss | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.imk.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht ZUKUNFT PERSONAL EUROPE: WORK:OLUTION - SUCCEED IN PERMANT BETA
16.07.2018 | GFOS mbH

nachricht Roboter zeichnet Skizzen von Messebesuchern
22.06.2018 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics